Die Caesalpinien (Caesalpinia) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Ein großer Teil der Arten wird heute in die Gattung Erythrostemon ausgegliedert.

Beschreibung Erscheinungsbild und Blätter Die Caesalpinia-Arten wachsen als Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen oder selten als krautige Pflanzen. Oft sind sie bedornt. Bei vielen, aber nicht allen Arten stehen die Blätter und Blütenstände gehäuft an Kurztrieben.

Die wechselständig und spiralig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind zusammengesetzt und einfach oder doppelt gefiedert. An der Blattrhachis stehen die kleinen bis großen Fiederblättchen gegen- oder wechselständig. Die Blätter sind bei einigen Arten zu Schuppen reduziert.

mini|links|Blütenstand von Caesalpinia crista

Blütenstände und Blüten Es werden seiten- oder endständige, traubige oder ährige Blütenstände gebildet. Je nach Art sind die Blüten klein oder groß und mehr oder weniger zygomorph. Die Blüten sind zwittrig und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Von den fünf freien Kelchblättern ist das unterste das größte. Die fünf gelb über orangefarben bis rot gefärbten Kronblätter sind ausgebreitet und oft genagelt; meist vier von ihnen sind kreisförmig oder manchmal länglich, das oberste ist schmaler und besitzt eine andere Form oder Farbe und ist flaumig behaart. Es sind zwei Kreise mit je fünf freien Staubblättern vorhanden, von denen meist alle fertil sind; meistens ist die Hälfte deutlich kürzer als die andere. Die dicken Staubfäden sind an ihrer Basis behaart. Die Staubbeutel sind eiförmig oder elliptisch. Der einzelne, oberständige Fruchtknoten enthält eine bis sieben Samenanlagen. Der stabförmige Griffel endet in einer Narbe, die gestutzt oder hohl im Zentrum ist.

Früchte und Samen Es werden abgeflachte oder angeschwollene, eiförmige, längliche, lanzettlich oder manchmal sichelförmige Hülsenfrüchte gebildet, die ledrig oder holzig, selten fleischig, glatt oder bei manchen Arten stachelig sind. Je nach Art öffnen sie sich bei Reife oder bleiben geschlossen. Die Samen sind eiförmig oder kugelig.

Nutzung Caesalpinia spinosa (Tara) wird im heimischen Südamerika (Peru, Ecuador) wegen der Eignung ihrer Früchte als Verdickungsmittel angebaut (siehe Tarakernmehl).

Verbreitung Die Gattung Caesalpinia ist in tropischen bis subtropischen Zonen verbreitet.

mini|Caesalpinia bonduc mini|Caesalpinia cacalaco mini|Caesalpinia coriaria mini|Caesalpinia crista mini|Caesalpinia decapetala mini|Paradiesvogelbusch (Caesalpinia gilliesii) mini|Caesalpinia sappan mini|Caesalpinia spinosa mini|Caesalpinia vesicaria

Systematik Der französische Botaniker Charles Plumier (1646–1704) benannte die Gattung Caesalpinia zu Ehren des italienischen Botanikers Andrea Cesalpino (1524 oder 1525–1603).Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Paris 1703, S. 28. Carl von Linné übernahm später diesen Namen.Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 92 Synonyme für Caesalpinia sind Cantuffa , Denisophytum , Guilandina und Poinciana Die Gattung Caesalpinia gehört zur Tribus Caesalpinieae in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Die Abgrenzung der Gattung wird kontrovers gesehen; je nach Autor umfasst sie 70 bis 165 Arten. Hier eine Artenauswahl:[ Artenliste bei GRIN - Taxonomy for Plants.]Eintrag in der Flora of Madagascar. (englisch)

Caesalpinia angolensis Caesalpinia benthamiana : Sie kommt im tropischen westlichen Afrika vor. Caesalpinia bonduc : Sie kommt im tropischen Afrika, in Madagaskar und auf den Komoren, in Sri Lanka, China, Taiwan, Neuguinea, Hawaii, Florida, Mexiko, Nicaragua, Costa Rica, Kolumbien, Ecuador, Peru, Brasilien, Kuba. Jamaika und Puerto Rico vor. Caesalpinia brasiliensis : Sie kommt in Hispaniola vor. Caesalpinia cacalaco : Sie kommt im südlichen Mexiko vor. Caesalpinia cassioides : Sie kommt in Kolumbien und in Peru vor. Caesalpinia ciliata : Sie kommt in Hispaniola, Kuba und zahlreichen anderen Inseln der Karibik vor. Caesalpinia coriaria : Sie kommt von Mexiko bis Venezuela und auf Inseln in der Karibik vor. Caesalpinia crista : Sie kommt in Indien, Indochina, Malesien, China, Japan, Taiwan, Queensland, Neukaledonien, Hawaii und Französisch-Polynesien vor. Caesalpinia cucullata : Sie kommt in Indien, Bhutan, Nepal, Indonesien, Indochina, Malaysia, Yunnan und auf den Philippinen vor. Caesalpinia decapetala : Sie kommt ursprünglich auf dem indischen Subkontinent, in Indochina, Malesien, in China, Japan und Korea vor. Caesalpinia delphinensis Caesalpinia digyna : Sie kommt in Indien, Sri Lanka, Nepal, Indochina, Malaysia und in China vor. Caesalpinia eriostachys : Sie kommt von Mexiko bis Panama und in Kuba vor. Caesalpinia exostemma : Sie kommt in zwei Unterarten von Mexiko bis ins westliche Costa Rica vor. Caesalpinia ferrea : Sie kommt in zwei Varietäten in Brasilien vor. Caesalpinia gardneriana : Sie kommt in Brasilien vor. Paradiesvogelbusch (Caesalpinia gilliesii ): Er kommt ursprünglich in Argentinien, Chile, Uruguay und in Peru vor. Caesalpinia glabrata (Syn.: Caesalpinia corymbosa ): Sie kommt in Kolumbien Ecuador, Peru und Bolivien vor. Caesalpinia granadillo : Sie kommt in Venezuela vor. Caesalpinia hildebrandtii Caesalpinia jamesii : Sie kommt in Arizona, Texas und im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua vor. Caesalpinia kavaiensis : Sie kommt in Hawaii vor. Caesalpinia latisiliqua Caesalpinia madagascariensis Caesalpinia major : Sie kommt im tropischen Asien, in Madagaskar, Japan, Französisch-Polynesien, Florida, Guatemala, Belize, Guayana und Inseln in der Karibik vor. Caesalpinia mexicana : Sie kommt in Mexiko und in Texas vor. Caesalpinia microphylla : Sie kommt in Brasilien vor. Caesalpinia minax : Sie kommt in Indien, Indochina, China und Taiwan vor. Caesalpinia myabensis : Sie kommt in Kuba vor. Caesalpinia nipensis : Sie kommt in Kuba vor. Caesalpinia palmeri : Sie kommt in Mexiko vor. Caesalpinia paraguariensis : Sie kommt in Brasilien, Argentinien, Paraguay und Bolivien vor. Caesalpinia pauciflora : Sie kommt in Kuba, Hispaniola und in Florida vor. Caesalpinia platyloba : Sie kommt in Mexiko vor. Caesalpinia pluviosa : Sie kommt in mehreren Varietäten ursprünglich in Kolumbien, Brasilien, Argentinien, Paraguay und Bolivien vor. Caesalpinia pubescens : Sie kommt in Thailand, im südlichen Vietnam, in Indonesien und auf Luzon vor. Pfauenstrauch, auch Flamboyant, Stolz von Barbados oder Zwerg-Poinciane genannt, (Caesalpinia pulcherrima , Syn.: Poinciana pulcherrima ): Er kommt in den Tropen kultiviert und eingebürgert vor, seine ursprüngliche Heimat ist aber unbekannt. Caesalpinia pumila : Sie kommt nur im mexikanischen Bundesstaat Sonora vor. Caesalpinia punctata : Sie kommt in Kolumbien, Guayana, Venezuela und möglicherweise auch in Ecuador vor. Caesalpinia pyramidalis : Sie kommt in Brasilien vor. Caesalpinia sappan : Sie kommt in Indien, Sri Lanka, Indonesien, Malaysia, Indochina und in China vor. Caesalpinia scortechinii : Sie kommt in nordöstlichen New South Wales und im südöstlichen Queensland vor. Caesalpinia sessilifolia : Sie kommt in Mexiko vor. Caesalpinia spinosa („Tara“, „Guarango“): Sie kommt in Kolumbien, Ecuador, Venezuela, Peru, Bolivien, Argentinien und im nördlichen Chile vor. Caesalpinia velutina : Sie kommt in Mexiko und in Guatemala vor. Caesalpinia vernalis : Sie kommt in China in Guangdong, im südlichen Zhejiang und im südlichen Fujian vor. Caesalpinia vesicaria : Sie kommt in Mexiko, Guatemala und auf Inseln in der Karibik vor. Caesalpinia violacea : Sie kommt in Mexiko, Belize, Guatemala, Kuba und Jamaika vor. Caesalpinia yucatanensis : Sie kommt in drei Unterarten in Mexiko, Guatemala, Honduras und Belize vor.

Nicht mehr zu dieser Gattung wird gerechnet: Brasilholz (Paubrasilia echinata , Syn: Caesalpinia echinata ): Es kommt ursprünglich nur in Brasilien vor.

Quellen L. Watson & M. J. Dallwitz: Caesalpinia - Eintrag bei DELTA. (Abschnitt Beschreibung) Dezhao Chen, Prof. Dianxiang Zhang & Ding Hou: Caesalpinia in der Flora of China, Volume 10, 2010, S. 41: Online. (Abschnitt Beschreibung) Eintrag in der Flora of Pakistan. (englisch) Eintrag in der Flora of Australia Online. (englisch)

Einzelnachweise

Weblinks

Eintrag in der Flora of Zimbabwe. (englisch) Beschreibung in der Gehölzflora der Anden Ecuadors. (span.) Eintrag bei bgbm.org (deutsche Seite, dennoch auf Englisch)

Kategorie:Johannisbrotgewächse