mini|Nordansicht 2025 Büren ist eine Mittelstadt in Ostwestfalen-Lippe im Süden des Kreises Paderborn. Die Stadt war bis 1974 die Kreisstadt des Kreises Büren. Sie hat auf ihrem Gebiet mit dem Paderborn/Lippstadt Airport einen internationalen Flughafen.
Geographie mini|Südansicht von Büren Lage Büren liegt im äußersten Südwesten der Region Ostwestfalen-Lippe nördlich des Sauerlands, am Südwestrand der Paderborner Hochfläche und westlich des Sintfelds im Herzen des Bürener Landes. In der Stadt mündet die Afte in die Alme. Das Stadtgebiet umfasst Höhenlagen von 190 bis 360 Meter über Normalnull.
Die Stadt gehört zum Erholungsgebiet Bad Wünnenberg/Büren. Große Bereiche des südlichen Stadtgebiets gehören seit 2023 zum Vogelschutzgebiet Diemel- und Hoppecketal mit angrenzenden Wäldern.
Geologie mini|Geothermische Karte von Büren Der Untergrund der Stadt baut sich aus Festgesteinen des Erdmittelalters und des Erdaltertums auf. Verbreitet finden sich Sandsteine, darunter zum Beispiel der Rüthener Sandstein aus der Unterkreide, sowie Kalk- (darunter der Anröchter Stein) und Mergelsteine aus der Oberkreide. Aus den Mergelsteinen der Oberkreide ist die Paderborner Hochfläche aufgebaut, sie zeichnet sich durch unterschiedliche Gesteinshärten und damit einhergehend das flache Einfallen der Schichten aus, wodurch sich eine Schichtstufenlandschaft gebildet hat. Die Landschaft ist gekennzeichnet von Erdfällen und Trockentälern. Ältere Gesteine, dunkle Ton-, Schluff- und Sandsteine aus der Zeit des Oberkarbons, finden sich an den Talhängen der Alme, Nette und Afte. Sie treten dort unter den kreidezeitlichen Schichten an die Oberfläche. Da diese Gesteine zum Ende des Erdaltertums einer Gebirgsbildung unterlagen, sind sie gefaltet. Findlinge und abgelagerter Löss als Ablagerungen des Eiszeitalters sind nur in kleinen Bereichen vorhanden. Besonders hervorzuheben sind die erdgeschichtlich jungen Kalksinterbildungen an den Quellen der Bäche.
Die Gesteine der Oberkreide sind verkarstungsfähig und gute Grundwasserleiter. Sie liegen auf dem nur gering durchlässigen Sockel aus Gesteinen des Oberkarbons. Das versickernde Oberflächenwasser fließt in Klüften und Karstgewässern und tritt in Salzkotten-Upsprunge und Geseke wieder zu Tage. Da im Almetal oberhalb von Weine und nahe der Afte die Grenzfläche zwischen den Karbon- und Kreide-Gesteinen unterschnitten wird, tritt an den Hängen eine Vielzahl von Quellen aus, die früher zur Trinkwasserversorgung genutzt wurden. Da, bedingt durch die Verkarstung, das Oberflächenwässer vom Erdreich aber nur geringfügig gefiltert wird, ergeben sich insbesondere Probleme mit der durch Landwirtschaft verursachten Nitratbelastung. Das Trinkwasser der Stadt wird daher seit 1983 zu rund zwei Dritteln der Aabach-Talsperre entnommen.
Die oben genannten Sandsteine Anröchte Stein und Rüthener Sandstein wie auch Kalk-, Mergelkalk- und Kalkmergelsteinvorkommen wurden früher als Baustein, Schüttmaterial und zur Kalk- oder Zementherstellung genutzt. Ein Abbau findet inzwischen jedoch nicht mehr statt.
Auf der Paderborner Hochfläche entwickelten sich Braunerden aus eiszeitlichem, zum Teil umgelagertem Löss. Als flachgründige Braunerden sind sie im Verbund mit sehr steinigen, oft noch kalkhaltigen, Rendzinen von 10–30 cm Durchmesser im nördlichen Stadtgebiet entlang der A 44 und im südlichen Stadtgebiet verbreitet.
Die Rendzinen bilden auf Kuppen und Sätteln östlich und westlich Büren eine Schichtstufe aus hartem Kalkstein. Sie sind stark austrocknungsgefährdet, steinig und nur schwer bearbeitbar. Gleye und Pseudogleye sind südlich von Steinhausen und östlich von Büren verbreitet. Die Ausläufer des Sauerlandes zwischen Siddinghausen und Ringelsteiner Wald sind von mittel- bis tiefgründigen, schluffigen Braunerden geprägt. Sie sind grusig bis stark steinig und bestehen aus Hang- und Hochflächenlehm, der auf Silikatgestein des Oberkarbons gründet. Die Flusstäler von Alme und Afte sind von Auenböden bedeckt. In kleinen Seitentälern haben sich zum Teil Niedermoore mit hohem Grundwasserstand entwickelt.
Büren eignet sich gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mit Erdwärmesonden und Wärmegewinnung durch Wärmepumpenheizungen (vgl. dazu die nebenstehende Karte). (PDF; 369 kB)
Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets Die als „Kleinstadt“ klassifizierte Stadt bedeckt eine Fläche von 170,99 km². Den größten Flächenanteil nehmen Wald- und Landwirtschaftsfläche mit zusammen ca. 87,2 % ein, Siedlungs- und Verkehrsfläche bedecken weitere rund 12,8 %.
Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung ist ca. 18,8 km, in Ostwestrichtung ca. 17,1 km.
Flächenach Nutzungsart Landwirt-schaftsfläche Wald-fläche Gebäude-, Frei-und Betriebsfläche Verkehrs-fläche Fläche in km² 84,32 65,43 9,08 10,05 Anteil an Gesamtfläche 49,34 % 38,28 % 5,31 % 5,88 % Flächenach Nutzungsart Wasser-fläche Sport- undGrünfläche sonstigeNutzung Fläche in km² 0,68 1,30 0,05 Anteil an Gesamtfläche 0,40 % 0,76 % 0,03 %
Nachbarstädte Im Norden beginnend grenzen an Büren im Uhrzeigersinn die Städte Salzkotten und Bad Wünnenberg des Kreises Paderborn und dann im Regierungsbezirk Arnsberg die Städte Brilon im Hochsauerlandkreis sowie Rüthen und Geseke im Kreis Soest.Geographische Kommission für Westfalen (Hg.): Geographisch-Landeskundlicher Atlas von Westfalen, Themenbereich X Administration und Verwaltung, Doppelblatt staatliche und kommunale Verwaltungsgliederung, Münster 1990.
Stadtgliederung Nach § 3 Abs. 1 ihrer Hauptsatzung gliedert sich die Stadt Büren in zwölf Ortschaften: vom 8. September 2014. Die Altstadt Büren und elf bis 1975 eigenständige Gemeinden des Amtes Büren:
Ortschaft Einwohner Fläche Ortsvorsteher(in) 300px|rechts Ahden 998 9,78 km² Murat Turgut (CDU) Barkhausen 128 6,15 km² Johannes Wördehoff (CDU) Brenken 2239 27,41 km² Matthias Kaup (CDU) Büren 8609 26,43 km² Wigbert Löper (CDU) Eickhoff 90 4,09 km² Josef Püster (CDU) Harth 823 18,28 km² Matthias Schael (CDU) Hegensdorf 941 15,26 km² Dirk Herbst (CDU) Siddinghausen (mit Ringelstein) 946 10,36 km² Daniel Robbert (CDU) Steinhausen 3523 14,45 km² Franz-Josef Borghoff (SPD) Weiberg 655 5,30 km² Nils Trilling (CDU) Weine 567 6,88 km² Norbert Steven (CDU) Wewelsburg 2190 26,48 km² Pascal Genee (CDU)
Geschichte
Mittelalter mini|Wewelsburg Vor 1195, als die Stadt gegründet wurde, war Büren schon 300 Jahre eine Bauernsiedlung. Büren (Buranon) wurde 1095 erstmals erwähnt. Die Edelherren von Büren beantragten die Stadtgründung. Das Dorf lag auf dem linken Almeufer (heute: Menkenberg/Bühl) und war recht unbedeutend. Eine dem Heiligen Gangolf geweihte Kirche dürfte in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts entstanden sein. An die Kirche und das untergegangene Dorf erinnert ein Kreuz am Menkenberg.
Um 1150 wurde durch die Edelherren von Büren eine Burganlage am Zusammenfluss von Alme und Afte errichtet. Sie stammten aus dem Raum nördlich von Winterberg und Medebach (aus Deifeld) und kamen im Gefolge der neuen Hochvögte des Bistums Paderborn, der Grafen von Schwalenberg, als Lehnsherren der so genannten Grafschaft Wewelsburg.
Die Gründung der Stadt Büren wurde durch einen Vertrag zwischen dem Bischof von Paderborn und den Edelherren von Büren 1195 beschlossen.Hermann Gottfried Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1836, S. 439–442. Der Bischof gab seine Zustimmung zur Stadtanlage und beteiligte sich an den Befestigungskosten. Ferner erteilte er das Münz- und Zollrecht sowie verschiedene Zehnte. Er ließ sich dafür die Stadt als Lehen auftragen und das Öffnungsrecht verbriefen. Auf der Südseite der Burg entstanden ca. dreißig Hausplätze.
Zwischen 1195 und 1220 fand eine erste Erweiterung der Stadt Büren statt. Der aufsteigende Rücken zwischen Alme und Afte wurde durch drei in Nord-Süd-Richtung ziehende Parallelstraßen erschlossen (heute Rosen-, Burg- und Königsstraße), die durch Querstraßen verbunden werden. Zwei der dadurch entstandenen großen Gevierte reservierte man für die Kirche St. Nikolaus mit Kirchhof und den Markt mit dem Rathaus. Aus topographischen Gründen erweiterte man westlich und östlich der drei Straßen das Stadtareal bis an die Geländekante der Flusstäler von Alme und Afte und umgab die Anlage nach und nach mit einer Mauer, die durch neun Türme verstärkt war. Die Stadt Büren erhielt 1238 eine Verfassung auf der Grundlage des Lippstädter Stadtrechtes. Ein städtischer Richter war ebenfalls vor Ort.
1243 stifteten die Edelherren von Büren das Zisterzienserinnenkloster Holthausen, in welchem heute die Familie von Fürstenberg wohnt und in dem die Edelherren von Büren begraben sind.
Eine Urkunde des Paderborner Bischofs sprach 1252 von zwei Bürener Neustädten. Diese zweite Stadterweiterung könnte sich über die Fläche südlich der oberen Pforte beiderseits des Weges nach Siddinghausen (heute: zwischen Bruchstraße und Schanze) erstreckt haben. Auch eine Stadtmauer wurde zu dieser Zeit errichtet. Ein überliefertes Schuldbuch von 1286 der livländischen Hansestadt Riga lässt darauf schließen, dass sich Büren bis zirka 1336 rege am hansischen Handel beteiligte. Nach Aussöhnung der Bürener Bürgerschaft mit Bischof Simon III. zu Lippe durch Vermittlung Berndts von Büren wurde 1490 die St.-Sebastian-Bruderschaft gegründet.
Neuzeit mini|Büren im 17. Jahrhundert Im Jahre 1588 wurde die erste Bürener Wasserleitung in Betrieb genommen. 1661 starb der letzte Bürener Edelherr Moritz von Büren und setzte den Jesuitenorden als Erben über die Herrschaft Büren ein. Die Bürener Burgen an der niederen Pforte (Burgstraße) wurden von 1717 bis 1728 abgerissen. Während der Franzosenzeit war die Stadt Sitz des Kantons Büren im Departement der Fulda des Königreichs Westphalen.
Am 18. Oktober 1816 wurde der Kreis Büren durch Verordnung der Königlichen Regierung in Minden gebildet. Ein zweiter Schützenverein, der Bürgerschützenverein, wurde 1828 in Büren gegründet. Die beiden Gemeinden Oberntudorf und Niederntudorf kamen 1832 vom Kreis Paderborn zum Kreis Büren. Seitdem gehören sie zum Bürener Land. Die Stadt Büren erhielt am 17. September 1895 die Westfälische Städteordnung und schied damit aus dem Amt Büren aus. Im selben Jahr wurde die Eisenbahnstrecke von Paderborn durch das Almetal nach Büren fertiggestellt, 1900 die Almetalbahn bis Brilon verlängert. 1898 entstand die Bahnstrecke Geseke–Büren über Steinhausen. Büren bekam 1908 ein eigenes Stromnetz.
Im Zuge der Novemberpogrome 1938 wurde die Bürener Synagoge zerstört,Aus der Geschichte jüdischer Gemeinden im deutschen Sprachraum an dieser Stelle ist heute ein Parkplatz. Seit 1988 erinnert dort ein Mahnmal an die ehemalige jüdische Gemeinde.Stadtrundgang, bis Synagogendenkmal scrollen Der Ortsteil Wewelsburg war Standort des KZ Niederhagen, als Heinrich Himmler ab 1940 die Wewelsburg zum nationalsozialistischen Kultzentrum umbauen ließ. Adolf von Oeynhausen, der Himmler 1933 auf die Burg aufmerksam gemacht hatte, wurde zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Diese Ehrenbürgerschaft endete mit dem Tod von Adolf von Oeynhausen. 1945 wurden vor Kriegsende große Teile der Anlage gesprengt. Die Amerikaner befreiten Stadt und Kreis Büren 1945 vom Nationalsozialismus. Zuvor waren von den Bewohnern der Stadt ca. 80 SS-Angehörige ausgewiesen worden, um Büren vor der Zerstörung zu bewahren.
1946 gründeten die Schwestern Unserer Lieben Frau das Liebfrauengymnasium als zweites Bürener Gymnasium. Der Flughafen Paderborn/Lippstadt wurde 1971 in Ahden Betrieb genommen. Durch die kommunale Neugliederung wurde der Kreis Büren 1975 aufgelöst und den Nachbarkreisen zugeschlagen. 1980 wurde auf der Almetalbahn Paderborn–Büren–Brilon der Personenverkehr eingestellt und 1984 die Strecke endgültig stillgelegt. Die JVA Büren nahm 1994 den Betrieb auf.
Religion