LUX ist der Filmpreis des Europaparlaments, der seit 2007 vergeben wird. Er „soll zur Diskussion und Reflexion über und zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der europäischen Einigung“ anregen. Mit dem LUX werden Filme ausgezeichnet, die sich des Themas Integration annehmen und den Reichtum der sprachlichen Vielfalt in Europa widerspiegeln.
Allgemeines Die Schaffung des Preises geht unter anderem auf Bemühungen Gérard Onestas zurück. „Lux“ ist das lateinische Wort für „Licht“ und als Anspielung auf die Gebrüder Lumière gedacht. Die Trophäe stellt eine Filmrolle in Form eines Turms dar, die den Turm zu Babel symbolisieren soll. Im ersten Jahr bewarben sich 800 Beiträge um die Auszeichnung. 2011 betrug die Preissumme der EU 90.000 Euro.
Zweck Im Rahmen dieses Preises übernimmt das Parlament die Kosten, um die drei Filme der Endrunde anlässlich der „LUX-Filmtage“ mit Untertiteln in alle 24 Amtssprachen der EU zu versehen. Es finanziert auch die Anpassung der Originalversion des Preisgewinners an die Bedürfnisse schwerhöriger oder sehbehinderter Bürger, sowie eine maßgeschneiderte Promotion des Films, damit dieser in jedem der 28 EU-Länder gezeigt werden kann.LUX-Filmpreis 2014: Slowenischer, französischer und polnischer Film im Finale. Abgerufen am 21. Dezember 2015 So soll der Preis die Fragmentierung des europäischen Films abbauen helfen.
Wahlverfahren Eine Fachjury trifft zunächst eine Vorauswahl von zehn Filmen („Official Selection“), die später auf drei Filme eingeschränkt wird („Competition“), aus denen die Parlamentarier den Preisträger wählen.LUX Film Prize: Selection process, abgerufen am 15. Juli 2016.
Preisträger und Finalisten 2007: Auf der anderen Seite – Regie: Fatih Akın 2008: Lornas Schweigen – Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne 2009: Welcome – Regie: Philippe Lioret 2010: Die Fremde – Regie: Feo Aladağ 2011: Der Schnee am Kilimandscharo (Les Neiges du Kilimandjaro) – Regie: Robert Guédiguian 2012: Venezianische Freundschaft (Io sono Li) – Regie: Andrea Segre 2013: The Broken Circle – Regie Felix Van Groeningen 2014: Ida – Regie: Paweł Pawlikowski 2015: Mustang – Regie: Deniz Gamze Ergüven 2016: Toni Erdmann – Regie: Maren Ade 2017: Das Mädchen aus dem Norden (Sameblod) – Regie: Amanda Kernell 2018: Gegen den Strom (Kona fer í stríð), – Regie: Benedikt ErlingssonLUX Prize 2018. Artikel vom 13. November 2018, abgerufen am 14. November 2018. weitere Finalisten: The Other Side of Everything (Druga strana svega) von Mila Turajlić Styx von Wolfgang FischerLUX-Filmpreis 2018: Österreichisch-deutsche Co-Produktion „Styx“ unter den drei Finalisten. OTS-Meldung vom 26. Juli 2018, abgerufen am 27. Juli 2018. 2019: Gott existiert, ihr Name ist Petrunya (Gospod postoi, imeto i’ e Petrunija) – Regie: Teona Strugar Mitevska, deutschlandfunkkultur.de Kulturnachrichten vom 28. November 2019, abgerufen selbigen Datums weitere Finalisten: Cold Case Hammarskjöld – Regie: Mads Brügger The Realm – Regie: Rodrigo Sorogoyen 2020/21: Kollektiv – Korruption tötet (Colectiv) – Regie: Alexander Nanau (erstmals als Publikumspreis) weitere Finalisten Der Rausch (Druk) – Regie: Thomas Vinterberg Corpus Christi – Regie: Jan Komasa
2022: Quo Vadis, Aida? – Regie: Jasmila Žbanić weitere Nominierungen: Flee – Regie: Jonas Poher Rasmussen Große Freiheit – Regie: Sebastian Meise
2023: Close – Regie: Lukas Dhont weitere Finalisten: Alcarràs – Die letzte Ernte – Regie: Carla Simón Triangle of Sadness – Regie: Ruben Östlund Irrlicht – Regie: João Pedro Rodrigues Burning Days – Regie: Emin Alper
2024: Das Lehrerzimmer – Regie: İlker Çatak weitere Finalisten: 20.000 Arten von Bienen – Regie: Estibaliz Urresola Solaguren Fallende Blätter – Regie: Aki Kaurismäki Auf der Adamant – Regie: Nicolas Philibert Smoke Sauna Sisterhood – Regie: Anna Hints
2025: Flow – Regie: Gints Zilbalodis nominiert: Animal – Regie: Sofia Exarchou Dahomey – Regie: Mati Diop Abgehört (Intercepted) – Regie: Oksana Karpovych Julie bleibt still (Julie zwijgt) – Regie: Leonardo van Dijl
2026: Sorda – Der Klang der Welt – Regie: Eva Libertad nominiert: Christy – Regie: Brendan Canty Ein einfacher Unfall – Regie: Jafar Panahi Love Me Tender – Regie: Anna Cazenave Cambet Sentimental Value – Regie: Joachim Trier
Weblinks
LUX-Publikumspreis auf europarl.europa.eu
Einzelnachweise
Kategorie:Europäischer Filmpreis Kategorie:Asyl-, Einwanderungs- und Visumpolitik der Europäischen Union Kategorie:Erstverleihung 2007