miniatur|Röntgenübersichtsaufnahme bei toxischem Megakolon bei Colitis ulcerosa. Als toxisches Megakolon wird eine seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation vor allem bei der Colitis ulcerosa bezeichnet, die schnell voranschreitend (fulminant) zu einer akuten Erweiterung (Dilatation) des Dickdarms führt (→ Megakolon) und durch Entzündungen und eine septisch-toxische Zustandsform charakterisiert ist. Auch die Chagas-Krankheit, Morbus Crohn oder die pseudomembranöse Colitis können zum toxischen Megakolon führen.
Symptome Symptome sind neben einem schmerzhaft aufgetriebenen akuten Abdomen:
Ileus Schock hohes Fieber (septische Temperatur) stark erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit Tachykardie Anämie Störungen im Wasser-Elektrolyt-Haushalt
Diagnostik Die Diagnostik erfolgt durch Röntgen (→ Abdomenleeraufnahme).
Therapie mini|Präparat eines toxischen Megakolon Das toxische Megakolon ist konservativ nur schwer beherrschbar, so dass die Therapie in der Regel operativ erfolgt. Dabei wird eine Entlastung des Darms, vorrangig mittels Anlage eines Ileostomas, angestrebt. Alternativ kommt eine operative Fistelung des Querkolons mit dem Sigmoid in Frage. Besonders bei Colitis ulcerosa ist eine Radikaloperation (→ Proktokolektomie mit ileoanaler Pouch-Anastomose) Mittel der Wahl.
Histologie Bedingt durch die autoreaktive Antwort der eingewanderten Granulozyten weisen Mucosa und Submucosa multiple Ulcera auf. Dadurch entstehen vor allem bindegewebige Nekrosen, die zu Dilatation und Perforationen des Kolons führen können.
Siehe auch Morbus Hirschsprung
Literatur J. Rüdiger Siewert: Chirurgie. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-540-67409-8, S. 624.
Kategorie:Krankheitsbild in der Gastroenterologie Kategorie:Krankheitsbild in der Kinderchirurgie Kategorie:Krankheitsbild in der Viszeralchirurgie Kategorie:Dickdarm