Der Internationale Hermann-Hesse-Preis (bis 2012 Calwer Hermann-Hesse-Preis) ist ein seit 1990 vergebener deutscher Literaturpreis, der von der vom Südwestfunk Baden-Baden (heute SWR) und der Sparkasse Pforzheim Calw im Jahr 1989 gegründeten Calwer Hermann-Hesse-Stiftung verliehen wird.
Der Preis ist nicht zu verwechseln mit dem Karlsruher Hermann-Hesse-Literaturpreis und dem seit 2017 von der Internationalen Hermann-Hesse-Gesellschaft in Calw verliehenen Preis der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft.
Internationaler Hermann-Hesse-Preis Der Internationale Hermann-Hesse-Preis wird alle zwei Jahre an Hermann Hesses Geburtstag (2. Juli) verliehen. Von 1990 bis 2012 wurde er als Calwer Hermann-Hesse-Preis abwechselnd an eine deutschsprachige Literaturzeitschrift und an einen Übersetzer der Werke Hesses verliehen. Seit 2014 wird er an ein literarisches Werk im Geiste Hermann Hesses von internationalem Rang vergeben. „Dies kann eine schriftstellerische Leistung in Verbindung mit ihrer Übersetzung sein, eine originär schriftstellerische Leistung oder eine übersetzerische Leistung“, wie es im Statut heißt.
Vergabekriterium ist laut Satzung der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung „die Pflege literarischer Kultur im Dienste und zur Förderung der internationalen Verständigung im Sinne des Geistes und des Werkes von Hermann Hesse.“ Der früher vergebene Zeitschriftenpreis wurde vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstützt.
Die Dotierung des Preises betrug ursprünglich 20.000 DM, 2002 wurde sie auf 15.000 Euro erhöht. Seit mindestens 2016 beläuft sie sich auf 20.000 Euro, die je zur Hälfte an den Autor und seinen Übersetzer gehen.
Preisträger Calwer Hermann-Hesse-Preis 1990: Literaturzeitschrift verwendung (Hrsg. Egmont Hesse, Ulrich Zieger, Andreas Koziol, Berlin) 1992: Übersetzerpreis: Solomon Konstantinowitsch Apt (Russland) 1994: Literaturzeitschrift Schreibheft (Hrsg. Norbert Wehr) 1996: Übersetzerpreis: Trond Winje (Norwegen) 1998: Literaturzeitschrift Am Erker (Hrsg. Fiktiver Alltag e. V.) 2000: Übersetzerpreis: Jean Malaplate (Frankreich) 2002: Literaturzeitschrift EDIT 2004: Übersetzerpreis: Juan José del Solar Bardelli (Peru) 2006: Literaturzeitschrift Sprache im technischen Zeitalter (LCB) 2008: Übersetzerpreis: Małgorzata Łukasiewicz (Polen) 2010: Literaturzeitschrift poet 2012: Übersetzerpreis: Susan Bernofsky (USA)
Preisträger Internationaler Hermann-Hesse-Preis 2014: Nicholson Baker (USA) und sein Übersetzer Eike Schönfeld, Ehrenpreis: Volker Michels 2016: Luiz Ruffato (Brasilien) und sein Übersetzer Michael Kegler 2018: Joanna Bator (Polen) und ihre Übersetzerin Esther Kinsky 2020: Chimamanda Ngozi Adichie (Nigeria) und ihre Übersetzerin Judith Schwaab 2022: Hakan Günday (Türkei) und seine Übersetzerin Sabine Adatepe 2024: Sofija Andruchowytsch (Ukraine) und ihre Übersetzer Alexander Kratochvil und Maria Weissenböck 2026: Laurent Mauvignier (Frankreich) und seiner Übersetzerin Claudia Kalscheuer
Calwer Hermann-Hesse-Stipendium
Das Calwer Hermann-Hesse-Stipendium wird seit 1995 jährlich bis zu dreimal verliehen. Es wird vergeben an deutschsprachige Schriftsteller sowie fremdsprachige Schriftsteller, die Sprachkunstwerke aus dem Deutschen in ihre Sprache übersetzen. Mit dem Stipendium soll die Durchführung oder der Abschluss einer größeren Arbeit ermöglicht werden. Die Stipendiaten leben in dieser Zeit in Calw und nehmen am Leben der Stadt teil. Das Stipendium besteht in der Wohnung in Calw für drei Monate und monatlichen 2.000 Euro während dieser Zeit. Eigenbewerbungen sind nicht möglich.
Calwer Hermann-Hesse-Stipendiaten 1995: Volker Braun, Ragni Maria Gschwend 1996: Roswitha Matwin-Buschmann, Wulf Kirsten, Klaus Günzel 1997: Walter Kappacher, Ngô Quang Phúc, Kito Lorenc 1998: Franz Hodjak, Márton Kalász 1999: Jens Sparschuh, Ard Posthuma 2000: Wolfgang Schlüter, Christa Schuenke, Petra Morsbach 2001: Eveline Hasler, Josiane Alfonsi 2002: Róža Domašcyna, Thomas Rosenlöcher, Detlef Opitz 2003: Helga Schütz, Sigrid Damm, Christoph Hein 2004: Jutta Richter, Géza Horváth, Hans-Michael Speier 2005: Bodo Hell, Hartmut Lange 2006: Gert Loschütz, Ursula Krechel, Angela Krauß 2007: Maik Hamburger, Joseph Zoderer, Peter Kurzeck 2008: Utz Rachowski, Judith Kuckart 2009: Katja Lange-Müller 2010: Hans Joachim Schädlich, Michael Wüstefeld 2011: Thomas Hürlimann, Uwe Kolbe, Elke Erb 2012: Rosemarie Tietze, Andreas Maier, Ulrich Schacht 2013: Otto A. Böhmer, Catalin Dorian Florescu, Jochen Schimmang 2014: Gabriele Stötzer, Thomas Böhme 2015: Angelika Klüssendorf, Olga Martynova, Slavo Šerc 2016: Esther Kinsky, Zsuzsa Bánk 2017: Jan Peter Bremer, Hans-Christian Oeser 2018: Antje Rávic Strubel, Susanne Lange 2019: Margherita Carbonaro, Marion Poschmann 2020: Katrin Seddig, Arne Rautenberg 2021: Nico Bleutge 2022: Norbert Gstrein, Mirko Bonné 2023: Emine Sevgi Özdamar, Alois Hotschnig 2024: Jaroslav Rudiš, Christoph Peters 2025: Marica Bodrožić, Sabine Gruber 2026: Miriam Mandelkow, Maren Kames
Weblinks Statut der Stiftung Calwer Hermann-Hesse-Preis Calwer Hermann-Hesse-Stiftung mit Informationen zu Preisträgern und Stipendiaten
Einzelnachweise
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