Norma Marian Beecroft (* 11. April 1934 in Oshawa/Ontario; † 19. Oktober 2024) war eine kanadische Komponistin.
Leben Die Tochter von Julian Balfour Beecroft, einem Pionier der Tonbandmusik, und Eleanor Beecroft, einer in Musik und Tanz ausgebildeten Schauspielerin, hatte ersten Klavierunterricht bei Aladar Ecsedy, den sie von 1952 bis 1958 am Royal Conservatory of Music bei Gordon Hallett und Weldon Kilburn fortsetzte. Zugleich studierte sie Komposition bei John Weinzweig und nahm 1957 bis 1958 Flötenunterricht bei Keith Girard.
Ihren Kompositionsunterricht setzte sie mit Sommerkursen im Jahr 1958 am Berkshire Music Center in Tanglewood bei Aaron Copland und Lukas Foss und 1959 bis 1961 an der Accademia Santa Cecilia in Rom bei Goffredo Petrassi fort. Daneben nahm sie in Rom privaten Flötenunterricht bei Severino Gazzelloni und war bei den Darmstädter Ferienkursen 1960 und 1961 Schülerin von Bruno Maderna. 1962 bis 1963 besuchte sie die Klasse für elektronische Musik von Myron Schaeffer an der Universität Montreal. 1964 arbeitete sie mit Mario Davidovsky am Columbia-Princeton Electronic Music Center in New York.
Von 1954 bis 1959 arbeitete Beecroft als Assistentin für das Musikprogramm des CBC Fernsehens. Nach ihrer Rückkehr aus Europa kam sie erneut zur CBC, wo sie zuletzt als Produzentin von Rundfunkserien wie Music of Today, Organists in Recital und From the Age of Elegance wirkte. Nach ihrem Ausscheiden als Produzentin 1969 moderierte sie die Sendereihe Music of Today. Als freiberufliche Produzentin veröffentlichte sie 1976 die Dokumentation The Computer in Music, außerdem Porträts von John Weinzweig, Barbara Pentland, Harry Somers, Jean Coulthard, Bruce Mather, Harry Freedman, Gilles Tremblay, Murray Adaskin und Violet Archer.
1956 bis 1957 war Beecroft Präsidentin der Canadian Music Associates. 1971 war sie neben Robert Aitken Gründerin der New Music Concerts, deren Präsidentin und Managerin sie bis 1989 war. An der York University unterrichtete sie von 1984 bis 1987 elektronische Musik und Komposition. An der Universität Montreal und der York University gab sie Gastvorlesungen über Neue Musik.
Beecroft komponierte überwiegend kammermusikalische Werke, häufig unter Verwendung von Tonband oder elektroakustischen Instrumenten. An mehreren ihrer Werke war ihre Schwester, die Lyrikerin und Malerin Jane Beecroft, als Textautorin oder Übersetzerin beteiligt.
Schriften
Werke The Hollow Men, 1956 Fantasy for Strings, 1958 Two Movements, 1958 Improvvisazioni Concertanti No. 1 für Flöte und Orchester, 1961 From Dreams of Brass für Sopran, Erzähler, gemischten Chor, Orchester und Tonband, (Text: Jane Beecroft), 1963–1964 Pièce Concertante No. 1, 1966 Improvvisazioni Concertanti No. 2, 1971 Improvvisazioni Concertanti No. 3 für Flöte und Orchester, 1973 Jeu de Bach für Oboe, Piccoloflöte, Trompete, Streicher und Tonband, 1985 Esprit Eternel für Schlagzeug, Klavier, Harde, Streicher und Tonband, 1994 Tre Pezzi Brevi für Harde, Gitarre oder Klavier, 1960–1961 Contrasts for Six Performers für Oboe, Viola, Xylorimba, Vibraphon, Schlagzeug und Harfe, 1962 Elegy und Two Went to Sleep für Sopran, Schlagzeug und Tonband, 1967 Undersea Fantasy, Puppenspiel, für Tonband, 1967 Rasas I für Flöte, Harfe, Streichtrio, Schlagzeug und Klavier 1968 The Living Flame of Love für gemischten Chor, 1968 Rasas II und Rasas III für Solist, Kammerensemble und Tonband, 1973 Three Impressions, 1973 11 and 7 for 5+ für Bläserquintett und Tonband, 1975 Piece for Bob für Flöte und Tonband, 1975 Collage '76 für Flöte, Oboe, Horn, Cello, Kontrabass, drei Schlagzeuge, Harfe, Klavier und Tonband, 1976 Consequences for Five für Klavier, Synthesizer und Liveelektronik 1977 Collage '78 für Fagott, zwei Schlagzeuge und Tonband, 1978 Quaprice für Horn, Schlagzeug und Tonband, 1980 Cantorum Vitae für Flöte, Cello, zwei Klaviere, Schlagzeug und Tonband 1981 Troissonts für Viola und zwei Schlagzeuge, 1981 Hedda Ballett für Orchester und Tonband, 1982 Jeu II für Flöte, Viola und Tonband, 1985 Images für Bläserquintett, 1986 Jeu III für Viola und Tonband, 1987 The Dissipation of Purely Sound, Rundfunkoper für Tonband, 1988 Accordion Play für Akkordeon und zwei Schlagzeuge, 1989 Hemispherics für Trompete, Posaune, Klavier oder Synthesizer, Gitarre, zwei Schlagzeuge, Viola, Cello und Kontrabass, 1990 Jeu IV (Mozart) für Klavier, Flöte, Klarinette, Trompete, Posaune, Horn, Streichquintett und Tonband, 1991 Evocations: Images of Canada für elektroakustische Instrumente, 1991 Amplified String Quartet für Streichquartett und Tonband, 1992 Face à Face für zwei verstärkte Bassflöten und Schlagzeug, 1994
Weblinks
Literatur
Einzelnachweise
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