Risch [] (meist Risch Rotkreuz genanntKanton Zug (Hrsg.): Kunstdenkmalführer des Kantons Zug. (Zugsammenfassungen aller Orte), ZugAlex Baumgartner: Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz. In: Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen. Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz. Prestel, Rotkreuz 1986, S. 54.) ist eine politische Gemeinde des Kantons Zug in der Schweiz.

Die Gemeinde wird aus der Kleinstadt Rotkreuz und den Dörfern Risch, Buonas und Holzhäusern gebildet. Sie liegt in der Region Ennetsee und ist Teil der Metropolregion Zürich. Hierdurch und aufgrund des Status als Energiestadt sowie eines niedrigen Steuerfusses ist Risch eine der attraktivsten Gemeinden der Eidgenossenschaft In: Weltwoche. und weist die schweizweit höchsten Standortqualitäten auf.Credit Suisse Economic Research: Swiss Issues Regionen – Die Region Zug-West auf einen Blick. Januar 2012, S. 1–2. Mit rund 1,7 Prozent jährlichem Bevölkerungswachstum ist Risch eine der am stärksten wachsenden Gemeinden der Schweiz, und mit 11'253 Einwohnern mit wirtschaftlichem Wohnsitz (2022) die viertgrösste Gemeinde des Kantons Zug.Kantonsverwaltung Zug: Der Kanton Zug in Zahlen. Ausgabe 2012.

In der Geschichte der Gemeinde Risch erfolgte nach dem militärischen Eingriff Frankreichs von 1798 der Zusammenschluss der Vogtei Gangolfswil und der Herrschaft Buonas zur heutigen politischen Gemeinde Risch.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz. Prestel, Rotkreuz 1986, S. 117–118. Durch den Bahnbau wurde Rotkreuz zum wirtschaftlichen ZentrumJosef Grünenfelder: Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug. Neue Ausgabe, Band II). 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 345–346. und durch den Bau des Rathauses zum Hauptort der Gemeinde Risch,Direktion für Bildung und Kultur des Kantons Zug (Hrsg.): ZG – Ein Heimatbuch. Balmer, Zug 1999, ISBN 3-85548-052-4. weswegen sie de facto Risch-Rotkreuz genannt wird. Im Jahr 2009 feierte der Ort Risch sein 850. Jubiläum.

Bekannt ist die Gemeinde durch Peter von Hertenstein, der hier die Päpstliche Schweizergarde gründete,Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 196–198. das Gut Aabach, die Schlösser Buonas und Freudenberg, den grössten Golfplatz der Schweiz,Alex Baumgartner: Gangolfswil. Spurensuche auf dem Golfplatz. In: Zug erkunden – Bildessays und historische Beiträge zu 16 Zuger Schauplätzen. Jubiläumsband 650 Jahre eidgenössisch. Staatsarchiv Zug (Hrsg.) im Auftrag von Regierungsrat und Gemeinden des Kantons Zug. Balmer Verlag, Zug 2002, ISBN 3-85548-055-9, S. 16. den wichtigen Bahnhof Rotkreuz sowie als regional wichtiger Pharmastandort durch Roche Diagnostics (Unternehmenshauptsitz und Fortbildungszentrum) und Novartis/Sandoz (Standortzentralisierung). Rotkreuz ist Hochschulstandort der Hochschule Luzern.

Geographie Lage Bevölkerungsverteilung 30. Juni 2015Gemeinde Risch (Hrsg.): Gemeindeporträt Risch. Risch 2022, abgerufen März 2024. Ortschaften Einwohnerzahl Rotkreuz 8518 Buonas 753 Holzhäusern 662 Risch 506 Gesamt 10.439

Die 22,9 Quadratkilometer (14,9 km² ohne Seeanteil) grosse Gemeinde Risch liegt auf einem Ausläufer des Rooterbergs, welcher bis zur Lorze in Cham reicht und den Zugersee im Osten von der Reuss im Westen trennt. Überregional betrachtet liegt Risch in der nördlichen Zentralschweiz zwischen Zürich und Luzern, an der Grenze zum Aargau und damit zum Schweizer Mittelland, regional betrachtet im äussersten Südwesten des Kantons Zug in der Region Ennetsee. Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf auf dem Kappelerberg im Süden, der tiefste auf an der Reuss im Nordwesten.

Südlich grenzt die Gemeinde nicht wie oft angenommen an den Bezirk Küssnacht im Kanton Schwyz, sondern nur an den Wahlkreis Luzern-Land (vormals Amt Luzern) im Kanton Luzern, im Westen an den Bezirk Muri im Kanton Aargau. Die angrenzenden Gemeinden sind, im Uhrzeigersinn, die Luzerner Gemeinden Meierskappel, Gisikon und Root, die aargauischen Gemeinden Dietwil und Oberrüti sowie die Zuger Gemeinde Hünenberg.Josef Grünenfelder: Die ehemaligen Vogteien der Stadt Zug (= Die Kunstdenkmäler des Kantons Zug. Neue Ausgabe, Band II). 108. Band des Gesamtwerkes. Bern 2006, S. 346–347. Durch die Seeverbindung grenzt Risch an die Zuger Gemeinden Cham und Zug. Ein Dreikantoneeck findet sich in der Reuss bei Rotkreuz .

Die südliche Gemeindegrenze verläuft durch den Kappelerberg-, Sonderi- und Honauerwald und liegt knapp an der Spitze der Erhebungen Rossberg und Michaelskreuz des Ausläufers Rooterberg. Nördlich bildet der Hintere Hölltobelbach, der Dersbach sowie dazwischen eine künstlich festgelegte Linie die Grenze nach Hünenberg ZG.

In der Raumplanung ist Risch nach Einstufung des Schweizerischen Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) eine Übrige Agglomerationskerngemeinde. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) zählt Risch als Stadt und ist eine Gemeinde in der Agglomeration Zug der Metropole Zürich.Bundesamt für Statistik BFS: Risch ist Mitglied im Verein Metropolitanraum Zürich. Bei einer Zweiteilung der Metropolitanregionen der Schweiz wird Risch der Metropolitanregion Nordschweiz zugeordnet, wie sie der europäische Dachverband METREX vorschlägt.Dümmler, Abegg, Kruse, Thierstein: Standorte der innovativen Schweiz. BFS, Neuenburg 2004, S. 76.

Gemeindegliederung mini|Siedlungen in Risch

Die Gemeinde Risch gliedert sich in die Kleinstadt Rotkreuz, in welcher über 80 % der Gesamtbevölkerung leben, sowie die Dörfer Buonas, Holzhäusern und Risch. Rotkreuz entstand seit Mitte des 20. Jahrhunderts aus dem Zusammenwachsen der Weiler Waldeten und Rotrüti, später Küntwil und mehrerer Einzelhöfe zur Streusiedlung.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 18–20. Das bis ins 20. Jahrhundert rein landwirtschaftlich genutzte Gebiet wurde geprägt durch verstreut liegende Bauernhöfe, in welchen die Kirchweiler Risch und Holzhäusern sowie Buonas grössere Weiler bildeten. Bis heute konnten diese drei Orte, trotz des enormen Wachstums und der Hauptortfunktion von Rotkreuz, ihre Eigenständigkeit beibehalten und wuchsen zu Haufendörfern. Neben diesen Ortschaften gibt es drei durch das ARE anerkannte Weiler in der Gemeinde Risch,Baudirektion des Kantons Zug: Kantonaler Richtplan vom 28. Januar 2004. einige weilerähnliche Streusiedlungen mit Bauernhöfen und Einzelsiedlungen.

Flächennutzung 427 Hektar in Risch sind Siedlungsflächen. Das grösste besiedelte Gebiet ist Rotkreuz, wo Wohn-, Gewerbe- und Industrienutzungen zu finden sind. Die Orte Buonas, Holzhäusern und Risch weisen fast ausschliesslich Wohnnutzungen auf. Ausserhalb der Ortschaften sind hauptsächlich folgende Nutzungen vorzufinden: Agrarflächen (Anbau von Mais, Kirschbäumen und Wein) und Wiesen (zur Tierhaltung), welche 808 Hektar ausmachen, sowie Deponieflächen (für Bauschutt, bei Alznach) und Sportflächen (Fussballfelder, Golfplatz Holzhäusern und weitere). Die grössten Wälder der Gemeinde sind der Kirchberg (auch Chilchberg) zwischen Buonas und Risch, der Sijentalwald bei Rotkreuz, das Zweiernholz im Norden sowie Bergwälder Kappelerberg-, Sonderi- und Honauerwald im Süden. Neben diesen gibt es kleinere Waldflächen um die Schlösser Buonas und Freudenberg, den Bannwald in Küntwil sowie das Eichholz in Oberrisch. Alle Wald- und Gehölzflächen erstrecken sich zusammen auf 218 Hektar.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 54.

Gewässer mini|Der Zugersee bei Risch

Den grössten Wasseranteil hat der Zugersee im Kanton Zug, dessen westlicher Teil zur Gemeinde Risch gehört. Daneben existieren kleinere stehende Gewässer wie der Binzmühleweiher und der Küntwilerweiher in Rotkreuz. Wichtigstes Fliessgewässer ist die Reuss, die von Luzern nach Baden AG fliesst und die natürliche Grenze zum Kanton Aargau bildet. Durch die Lage am Berg wird vor allem Rotkreuz von vielen, kleinen Bächen durchflossen. Die westlichen dieser Bäche fliessen durch den Binzmühleweiher in die Reuss (unter anderem der Steintobelbach, Küntwilerbach, Scharelenbach und Mühlebach), die östlichen in den Zugersee. Neben dem Zugersee und der Reuss bilden der Aabach im Süden sowie der Hintere Hölltobelbach und der Dersbach im Norden eine natürliche Grenze der Gemeinde. Ein grosser Teil des natürlich fliessenden Wassersystems ist, hauptsächlich in Rotkreuz, kanalisiert. Am Zugersee in Dersbach gibt es einige Flachmoore.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 27–29.

Geologie mini|200px|Die Gemeinde liegt exakt am Grenzgebiet zweier Grosslandschaften.

Die Gemeinde liegt geologisch gesehen an der Grenze zweier Schweizer Grosslandschaften. Der nördliche Teil der Gemeinde kann zum Mittelland, der südliche Teil bereits zu den Schweizer Alpen gezählt werden, genauer gesagt den (Schwyzer) Voralpen.

Der Nordteil ist eine leicht hügelige, offene Landschaft, welche vom Zugersee im Osten langsam nach Westen ansteigt, um zur Reussebene hin abzufallen. Rotkreuz ist auf einer ursprünglichen Moräne entstanden. Im Süden der Gemeinde steigt das Gelände zum Rooterberg stärker an, bildet am Nordhang in Ibikon eine aussichtsreiche Terrasse, welche sich bis Böschenrot im Südwesten ausweitet. Risch und Buonas liegen am Ufer des Zugersees. Einen Mittelpunkt setzt die bewaldete Halbinsel Buonas, welche Risch und Buonas voneinander trennt. Das Gebiet der Gemeinde Risch liegt, wie fast der ganze Kanton Zug, auf subalpiner Molasse.

Während der Eiszeit lag die Gemeinde unter dem Reussgletscher.Schweizer Weltatlas 2006. Orell Füssli Kartographie, Zürich 2006, ISBN 3-906744-37-X, S. 8–13. Nach der Eiszeit zog sich der Zugersee bis auf das Gebiet des heutigen Ortszentrums von Rotkreuz.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 27. Heute noch sind entlang der Reuss Postglaziale Reussschotter über Seebodenablagerungen zu finden, welche teilweise mit Auenlehmen überdeckt sind. Die grösste Fläche macht die Obere Süsswassermolasse aus, welche Bunte Mergel und Mergelsandsteine enthält. In der Hanglage des Rooterbergs bis zur Halbinsel Buonas ist die Obere Meeresmolasse mit Sandsteinen mit Mergelzwischenlagen vorherrschend. Der südöstliche Teil Rischs besteht aus der Unteren Süsswassermolasse mit Wechselfolge von Konglomeraten (Nagelfluh), Sandsteinen, Mergel und Brekzien. Entlang des Zugersees in Dersbach sind, unter den Flachmooren, eiszeitliche Seeablagerungen zu finden aus einer Wechselablagerung aus Ton, Sand und Schluff.R. Hantke: Geologische Karte des Kt. Zürich und seiner Nachbargebiete, 1:50'000, 1967; in: Bodenkarte des Kantons Zug. Leitfaden. Zug, 1998.Richard Hediger: Risch – Geschichte der Gemeinde. Prestel, Rotkreuz 1986, Herausgegeben vom Gemeinderat Risch-Rotkreuz, S. 24–26.

Klima Der Frühling beginnt in der Gemeinde Risch durch die höhere Lage einige Tage später als in den anderen Teilen des Kantons Zug. Die mittleren Januar-Temperaturen liegen zwischen −2 °C und 0 °C, die mittleren Juli-Temperaturen zwischen +18 °C und +21 °C. Die mittleren Jahresniederschläge liegen zwischen 120 und 160 cm. Durch ein vorwiegend vom Atlantik, aber auch von kontinentalen Strömungen bestimmtes Klima, herrschen in Risch verhältnismäßig starke Temperaturschwankungen.

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