Adensen ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Nordstemmen im Tal der Haller und liegt im Westen des Landkreises Hildesheim in Niedersachsen. Es hat rund 900 Einwohner und ist somit einer der kleineren Gemeindeteile der Gemeinde Nordstemmen.

Geografie Geografische Lage Adensen liegt westlich von Hildesheim am Rande der Region Hannover nahe der Bundesstraße 3 im Calenberger Land. Zu Adensen gehören die RosenmühleAchim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Höfe und Häuser und ihrer Besitzer. Deutsche Ortssippenbücher, Hannover 1990, S. 87–89. und die Wüstung Pussensen (Pustessen),Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Selbstverlag, Adensen 1985, S. 127–129. die ihren Namen von der Quelle Pusse (Puße) erhielt. Adensen bildet mit Hallerburg eine Dorfgemeinschaft mit gemeinsamer Kirchengemeinde und gemeinsamen Vereinen. Durch Adensen und Hallerburg führt der Calenberger Weg, ein Fernwanderweg, der von Bad Nenndorf bis Nordstemmen reicht.Unterlagen zu diesem Fernwanderweg finden sich hier: Calenberger Weg. Der Wanderweg führt über die folgenden Straßen zur Marienburg: Am Tiergarten, Hallerstraße, Hallerburger Straße, An der Sporthalle, Südstraße, In den Birken, Am Mühlenfeld, Bergwinkelsweg, Schrotacker. An den Wegkreuzungen befinden sich an Masten Markierungshinweise, die mit einem kopfstehenden T gekennzeichnet sind. Südlich von Adensen fließt die Haller.

Nachbarorte Bennigser Burg Bennigsen Pattensen Vardegötzen Jeinsen Springe Wisentgehege Springe Thiedenwiese Schulenburg Burg Calenberg Eldagsen Hallerburg Windrose Schloss Marienburg Rössing Burg Hallermund Alferde Wülfingen Nordstemmen Heyersum Kloster Wülfinghausen Wittenburg Elze Poppenburg Burgstemmen

Geschichte

Die Geschichte von Adensen setzt in den Jahren 500 bis 800 ein, als der Ort sowie Bodensen und Pussensen an der Alten HeerstraßeDie Alte Heerstraße führte bei Hallerburg über zwei Furten der Haller, da sich dort eine Hallerinsel befand. Die Alte Heerstraße wurde von 1768 bis 1770 auf die jetzige Trasse der Bundesstraße 3 verlegt und zur Chaussee ausgebaut. auf einer Anhöhe nördlich der Haller entstanden. Adensen bildete sich als Haufendorf. Bodensen und Pussensen fielen später wüst. In Adensen begann im 10. Jahrhundert die Herrschaft Adenoys. Sie wurde bis zum 9. März 1322 von der adeligen Familie von Adenoys ausgeübt. Der Herzog Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg, ein Welfe, ließ die Burg „Hallerburg“ auf der Hallerinsel bauen, damit der Pfandzoll und Wegzoll von den Durchreisenden erhoben werden konnte. Sie wurde im Jahr 1362 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Die Burg wurde im Jahr 1519 in der Hildesheimer Stiftsfehde zerstört. Bis 1970 sah man am Standort der Hallerburg ein von Gräben umzogenes Quadrat von fast fünfzig Meter Seitenlänge.

Während des Zweiten Weltkriegs warf ein Bomber am 18. November 1944 eine letzte Bombe über Adensen ab, die Häuser zerstörte und acht Bewohner tötete.

Ortsnamenforschung Gemäß der Ortsnamenforschung wurde AdensenEin wüst gewordener Ort bei Bordenau trägt ebenfalls den Ortsnamen Adensen. ebenso wie BodensenDas Dorf Bodensen darf nicht mit dem Dorf Bodensuethe verwechselt werden. und Pussensen (Passensen, Pustessen) wegen der Endung im Ortsnamen -sen (= Gruppensiedlung) während der Ausbauzeit (Altsächsischer Landesausbau in frühmittelalterlicher Rodungszeit) zwischen 500 und 800 n. Chr. gegründet.Gerhard Meier-Hilbert: Seite 33 (PDF Seite 27; 1,1 MB).

Eine frühere Schreibweise von Adensen war Adenessen (um 1120) in der Zusammensetzung des Personennamens und des Heimatortes Theodoricus von Adenessen.In einer Urkunde des Bischofs Siwart von Minden wird um 1120 Theodoricus von Adenessen genannt (Grupen, Orig. Hann. Seite 39f; Würdtwein II Seite 339). Adenhusen (um 1195):J. Ch. Harenberg: Historia ecclesiae Gandersheimensis. Hannover 1734. Seite 1350. Zitiert nach: Förstemann: Altdt. Namenbuch, Bd. 2, Nachdruck der 3. Aufl. von 1913, Sp. 1492 unter Ergänzung zu Adonhusen n. 5. Adensen Kr. Springe. dies ist eine Kürzung von Adenhausen oder Adonhausen. Weitere Kürzungen des Ortsnamens sind Ahnsen und Ansen (1638, 1645).

Der Name der Herrschaft von Adensen Adenoys und der Namen ihres Herrschaftsbezirkes Adenoyshusen oder Adenoys leiten sich nach Achim GerckeAchim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Von den Bauernlehen und der Entstehung der Meierhöfe bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Adensen 1985. Seite 15f: A. Die Ortsnamen. von St. Dionys, dem Schutzheiligen der Kirche, ab.

Eingemeindungen Adensen wurde am 1. März 1974 in die Gemeinde Nordstemmen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Einwohnerentwicklung von Adensen 1885 bis 2014 (Quelle1885 bis 1935: 1961 und 1970: ) Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner Jahr Einwohner 1885 578 1925 539 1933 547 1939 569 1961 826 1970 866 2011 988 2014 927

Religion Urpfarre Jeinsen Nördlich von Adensen liegt das Flurstück „Teufelsküche“. Dieser Name weist darauf hin, dass sich dort in vorchristlicher Zeit in der Nähe der alten Heerstraße eine heilige Stätte der Germanen befand, die später von den Christen verteufelt wurde. Nach der Christianisierung gehörten Adensen, Bodensen und Pussensen im 9. Jahrhundert zur Urpfarre Jeinsen.

Die adlige Familie von Adenoys begründete am Ende des 10. Jahrhunderts in Adensen die St. Dionysiuskirche, zu der die Ortschaften Adensen, Bodensen und Pussensen (Pustessen) gehörten. Nach dem Wüstwerden von Bodensen und Pussensen (Pustessen) und der Entstehung der Ortschaft Hallerburg umfasst die Kirchengemeinde vom 14. Jahrhundert an die Ortschaften Adensen und Hallerburg.

Patronat der St. Dionysius-Kirche Das Patronat der Kirche blieb bis 1322 bei der Familie von Adenoys, ging anschließend an die Grafen von Hallermund und wurde von diesen am 14. April 1385 auf das damalige Augustinerinnenkloster und spätere Frauenstift im Kloster Wülfinghausen übertragen. Das Patronatsverhältnis blieb bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestehen. Solange war die Kirchengemeinde Adensen verpflichtet, Kollekten zur Unterhaltung des Klosters Wülfinghausen zu sammeln und dorthin abzuführen.

Römisch-katholische Kirchengemeinde Bis zur Reformation war die Kirchengemeinde in Adensen und Hallerburg römisch-katholisch. Im Jahr 1361 wird erstmals ein Geistlicher aus Adensen mit Namen Johann urkundlich erwähnt.Orig. Wülfinghausen Nr. 193. C. U. VIII Nr. 125. Weitere 8 katholische Geistliche aus vorreformatorischer Zeit sind namentlich bekannt.

In Adensen bestand bis zur Reformationszeit eine Laienbruderschaft mit dem Namen Unseren lieben Frauen. Sie verfügte über eigenes Grundvermögen und nahm Aufgaben der Kirchengemeinde wahr.

Katholiken, die in Adensen und Hallerburg wohnen, sind Kirchengemeindemitglieder der römisch-katholischen Kirche St. Michael Nordstemmen. (Stand 2016)

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Nachdem sich die Reformation in Adensen und Hallerburg 1543 durchgesetzt hatte und die Kirchengemeinde Adensen evangelisch-lutherisch geworden war, wurde 1544 Henricus Sanderus (Sander) erster evangelisch-lutherischer Geistlicher in Adensen.Achim Gercke: Die Sankt-Dionysius-Kirche in Adensen. Selbstverlag, Adensen 1950, S. 38 (dominus henricus ist dort zu streichen).

Die Kirchengemeinden Adensen und Wülfingen wurden im Jahr 1924 als selbständige Kirchengemeinden unter einem gemeinsamen Pfarramt zusammengeschlossen. Der Sitz des Pfarramtes war seit 1924 Wülfingen. Der Wohnsitz des Pastors befand sich zunächst in Wülfingen und seit 1947 in Adensen. Mit Wirkung vom 1. Juli 2010 wurde die pfarramtliche Verbindung der Kirchengemeinden Adensen und Wülfingen von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers aufgehoben.Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, Nr. 4/2010 vom 2. August 2010, Nr. 45, S. 80f. Die Pfarrstelle Adensen bestand als dauervakante Pfarrstelle weiter, bis sie ebenso wie alle dauervakanten Pfarrstellen in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers zum 31. Dezember 2012 aufgelöst wurde.Christoph Bauch: Wohin geht der Weg unserer Kirchengemeinde? In: ...aufeinander zu, Gemeindebrief der St.-Dionysius-Kirche Adensen, Ausgabe 3/2012 vom September 2012.

Die Kirchengemeinde Adensen gehört in dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld zusammen mit den Kirchengemeinden Burgstemmen, Mahlerten und Heyersum zu dem Pfarramt Burgstemmen-Mahlerten-Heyersum-Adensen. Dieses und das Pfarramt Nordstemmen bilden die Region Nordstemmen im Amtsbereich Elze des Kirchenkreises Hildesheimer Land-Alfeld, das zum Kirchenkreis Hildesheimer Land-Alfeld gehört. Die Kirchengemeinde Adensen wird weiterhin von einem eigenen Kirchenvorstand geleitet, der auch die Trägerschaft der Friedhofsverwaltung von Adensen wahrnimmt.

Politik Ortsrat Der Ortsrat von Adensen setzt sich aus 7 Ratsmitgliedern zusammen. Im Ortsrat befinden sich zusätzlich zwei beratende Mitglieder (SPD + Bündnis 90/Die Grünen).Ortsrat Adensen. In: Website Gemeinde Nordstemmen. Abgerufen am 15. Februar 2022. Unabhängige: 7 Sitze (Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister von Adensen ist Oliver Riechelmann (Unabhängige). Seine Stellvertreter sind Helmut Hinrichs (Unabhängige) und Heike Niederhut-Bollmann (Unabhängige).

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Der Versammlungsplatz Thie mini|hochkant=1.5|Der frühere Versammlungsplatz Thie heute

Der Thie als Versammlungsplatz erstreckte sich in der Form eines Rechtecks zwischen den Hofgrundstücken von Bollmann-Niederhut (Dorfstraße 2) und Brückner/Röhnsch (Dorfstraße 1, 3, 5). Er endete im Westen in der Mitte der jetzigen Adenoyser Straße und im Osten am Rande der Hofeinfahrten der Wohnhäuser Röhnsch und Bollmann-Niederhut.

Bei der Ortsgründung lag das Niveau der Erde am Ende der Dorfstraße und am Grundstück des Thie erheblich höher als jetzt, und zwar in der gleichen Höhe wie der Boden am Sockel des Kirchturms. Bei dem späteren Ausbau der Dorfstraße und dem Bau der Adenoyser Straße wurde das Bodenniveau stark abgesenkt.

Der Thie überragte die Dorfstraße durch eine Aufschüttung von Erde beträchtlich. Er war von Steinmauern umgeben und von der Dorfstraße und von dem nahen Friedhof über Steintreppen zugänglich. Schon durch sein Aussehen war er ein abgehobener und umfriedeter Versammlungsplatz und stellte einen eigenen Rechtsbereich dar. Oben auf dem Thie wuchs Gras, und im Schatten von Linden stand ein steinerner Tisch, der vom Protokollanten als Schreibtisch und vom Versammlungsleiter als Podest benutzt wurde. mini|Gedenkstein am Thie

1467 fand eine Gerichtsverhandlung auf dem Thie von Adensen statt, da 1462 die Gebrüder von Reden und auch das Kloster Wittenburg als angebliche Verpächter von dem Bauern Henning Bennighusen für dieselben vier Morgen Land jeweils den Zehnten für sich verlangten. Nach den Zeugenaussagen aller Bauern von Adensen wurde entschieden, dass die beiden angeblichen Verpächter jeweils nur den Zins für zwei Morgen Land beanspruchen durften.„Der Zehntstreit“ ist dokumentiert bei Achim Gercke: Adensen und Hallerburg. Die Geschichte der Herrschaft Adenoys im Calenberger Lande. Von den Bauernlehen und der Entstehung der Meierhöfe bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Adensen 1985, S. 105 ff.

Als die Kompetenzen der Dorfgemeinschaft immer mehr beschnitten wurden, erlebte der Thie einen Bedeutungsverlust. Er diente schließlich der Dorfbevölkerung nur noch als Treffpunkt zum Klönen und als Veranstaltungsort für Dorffeste.