England ist der größte und am dichtesten besiedelte Landesteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland.

England umfasst den größten Teil des südlichen Abschnitts der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt das Land an die Nordsee, im Süden an den Ärmelkanal und im Südwesten an den Atlantik.

London ist die Hauptstadt Englands und des gesamten Vereinigten Königreichs. Sie ist, gemessen an der Zahl ihrer Einwohner, die drittgrößte Stadt in Europa (nach Moskau und Istanbul). Englands Bevölkerung von über 57 Millionen Einwohnern umfasst fast 85 % der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs.

Die Geographie des Landes ist geprägt durch niedrige Hügel und Ebenen, vor allem im zentralen und südlichen England. Allerdings gibt es auch Hochland im Norden und Südwesten.

In vielen europäischen Sprachen (z. B. im Deutschen, Niederländischen, Französischen etc.) wird der Name England synekdochisch auch für das gesamte Vereinigte Königreich gebraucht.

Während die anderen Landesteile des Vereinigten Königreichs (Nordirland, Schottland, Wales) aufgrund der Devolution eigene Parlamente besitzen, die in den entsprechenden Landesteilen Sonderrechte gegenüber der britischen Zentralregierung in London haben, ist dies für England nicht der Fall.

Etymologie Der Name England leitet sich vom altenglischen Wort Engaland ab, was so viel wie Land der Angeln bedeutet. Die Angeln waren ein germanischer Stamm, der das Land im Frühmittelalter besiedelte. Laut dem Oxford English Dictionary war der erste schriftliche Nachweis des Namens als Engla lande im Jahr 1014. Die moderne Schreibweise England (in mittelalterlichen Texten auch Engelland) wurde erstmals für das Jahr 1658 nachgewiesen.ons.gov.uk

Eine alternative Bezeichnung für England lautet Albion. Sie bezog sich ursprünglich auf die ganze Insel Großbritannien. Die Bezeichnung wird auch neuzeitlich vor allem dichterisch für England benutzt. Die nominell früheste Aufzeichnung dieses Namens war wohl im 4. Jahrhundert v. Chr. im Corpus Aristotelicum zu finden. Dort heißt es in etwa: „Jenseits der Säulen des Herakles gibt es zwei sehr große Inseln namens Britannia; diese sind Albion und Ierne“.Gerald Massey: A Book of the Beginnings. Band 1, 2007, S. 440. Das Wort Albion (Ἀλβίων) ist möglicherweise auf das lateinische Wort albus (weiß) zurückzuführen, ein Verweis auf die weißen Klippen von Dover (zwischen England und Frankreich). Eine weitere Bezeichnung für England ist Angleterre oder Engleterre.

Geographie England ist mit etwa 130.000 km² der flächenmäßig größte Teil von Großbritannien und bedeckt ca. zwei Drittel Großbritanniens.England Als ein typisches Merkmal von England können die Küsten genannt werden. Neben den Küsten finden sich in England noch weitere vielfältige Naturräume. England besteht zum größten Teil aus Tiefebenen, die von Gebirgsketten durchzogen werden. Der höchste Berg in England ist der Scafell Pike in den Cumbrian Mountains mit 978 Metern. Der längste Fluss des Landes ist der Severn. Neben ihr fließen durch England die Themse, der Humber, der Trent und der Great Ouse.

Klima mini|300px|Darstellung des Golfstroms, der westlich der Britischen Inseln als Nordatlantikstrom fortgesetzt wird England liegt in der gemäßigten Klimazone und weist, aufgrund des Golfstroms, ein eher feuchtes, aber auch warmes Klima auf. Woodlands Kent Insgesamt weist England ein wärmeres Klima als die Länder auf, die auf demselben Breitengrad liegen. In England herrscht abwechslungsreiches Wetter. Der Grund hierfür liegt darin, dass England abwechselnd von warmer Subtropikluft und kalter Polarluft beeinflusst wird. Die kältesten Monate sind Januar und Februar, während der August, teilweise im kontinentaleren Osten auch der Juli, normalerweise der wärmste Monat ist. Monate mit mildem bis warmem Wetter sind daneben Juni, September und Oktober. Die Niederschläge sind ziemlich gleich über das Jahr verteilt. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen betrug die höchste Temperatur 38,5 °C,Temperaturrekord wechselt, BBC News und die niedrigste −26 °C.MetOffice, Englisches Klima Bedingt durch den Klimawandel wird es in Zukunft zunehmend schwieriger, die Versorgung Englands mit Trinkwasser sicherzustellen.

Der berühmte zartfeine „englische Nieselregen“ an der Süd-West-Küste ist ein Steigungsregen an den Steilklippen, bei dem aus wasserdampfübersättigten warmen Luftmassen die Feuchte als kaum sichtbarer Sprühregen ohne Kondensationskeime (fehlen weitgehend im auflandigen Wind) ausfällt.

Flora und Fauna Etwa die Hälfte der Waldflächen des Vereinigten Königreichs entfallen auf England. Die häufigsten Bäume in England sind Eichen und Buchen, in Tiefebenen sind auch Kiefern und Birken verbreitet.Flora und Fauna, Abschnitt England und Wales Hinzu kommen Kirschbaum- und Apfelbaumkulturen, Stechginster und zahlreiche Arten von Wildblumen.

Weit verbreitet in England sind Hirsche, Kaninchen, Hasen, Dachse und Füchse. Die früher in England beheimateten Wölfe und Wildschweine sind komplett ausgestorben. Während es in England viele Vogelarten wie Krähe, Tauben, Star gibt, sind Reptilien äußerst selten. Insektenfresser und andere kleine Säugetiere sind in England des Öfteren anzutreffen. Der Igel bspw. ist ein regelmäßiger Besucher der städtischen Gärten. Englands Meere sind ein Paradies für viele Meeressäugetiere. Die Kegelrobbe, ein relativ seltenes Tier auf der Welt, befindet sich in großer Zahl entlang der englischen Küste.

Geschichte

Vor der Römerzeit Schon in der Altsteinzeit war das Gebiet der heutigen britischen Inseln zeitweise bevölkert, seit etwa ca. 11.000 v. Chr. dauerhaft. Die Geschichte des Landes beginnt mit der Abtrennung der Insel vom Kontinent. Um 8500 v. Chr. stieg der Meeresspiegel während der letzten Eisschmelze an und machte Britannien um ca. 7000 v. Chr. zur Insel. In der Jungsteinzeit, die auf der Insel erst um 4000 v. Chr. einsetzte, begannen Ackerbau und Viehzucht.

Römerzeit und Christianisierung mini|Die Besiedlung Englands um 600 Die Römer fielen unter der Führung Caesars 55 und 54 v. Chr. in zwei Feldzügen in England ein, zogen sich dann aber jeweils vor Ende des Jahres wieder zurück und blieben nicht als Eroberer. Erst ein knappes Jahrhundert später während der Regierungszeit des Kaisers Claudius begannen die Römer mit einer dauerhaften Eroberung Englands. In das nach dem Rückzug der Römer um 410 n. Chr. entstehende Machtvakuum drangen immer wieder schottische Völkergruppen ein. In der Folgezeit wanderten Gruppen von Angeln, Jüten und Sachsen ein. Damit begann in Britannien das Frühmittelalter. Die angelsächsischen Völker brachten ihre germanische Religion mit, und etwa zu Beginn des 9. Jahrhunderts war die Christianisierung Englands abgeschlossen, wenn auch heidnischer Glaube immer noch weit verbreitet war.

Wikingerzeit Die dänischen Wikinger segelten schließlich Ende des 8. Jahrhunderts nach England. Zunächst führten sie nur Raubzüge durch, aber später richteten sie sich ein, forderten auch Tributzahlungen und errichteten eigene Dörfer. 878 schlug Alfred ein großes dänisches Heer bei Edington. Daraufhin ließ sich der dänische König Guthrum, der bereits zuvor in Kontakt mit dem Christentum gekommen war, mit 30 seiner Männer taufen. Anschließend zogen sie sich in ihr Kerngebiet in East Anglia (Danelag) zurück. Dieser Erfolg führte zur Anerkennung Alfreds als Herrscher auch in Mercien.

Hochmittelalter Der Sieg Wilhelms führte zur Einführung des effektiven Lehnssystems der Normannen. Eine kleine normannische Oberschicht ersetzte den eingesessenen Adel fast vollständig. Wilhelm befahl die Erstellung des Domesday-Buches, welches Steuern der gesamten Bevölkerung, ihrer Ländereien und Besitztümer erfasste. So entstand ein völlig neues Regierungssystem. Das System war der Vorgänger des englischen Parlamentarismus, der bis heute existiert.

Gesellschaft im Hochmittelalter:

In der Zeit von der Mitte des 10. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts kam es mit der Einführung der Dreifelderwirtschaft und der Urbarmachung weiterer Flächen zu einer Verdreifachung der englischen Bevölkerung, vermutlich auf bis zu sechs Millionen Menschen (geschätzt). Die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln gelang jedoch nur in klimatisch günstigen und politisch stabilen Zeiten.

Spätmittelalter Kennzeichnend für das spätmittelalterliche England sind der Hundertjährige Krieg, sozioökonomische Probleme im 14. Jahrhundert und blutige Auseinandersetzungen um die Thronfolge im späten 15. Jahrhundert. Die Absetzung Richards II. durch den späteren Heinrich IV. und die Misserfolge im Hundertjährigen Krieg waren die Gründe für den Ausbruch der anschließenden Rosenkriege.

Gesellschaft im Spätmittelalter:

Nach der Wachstumsphase des Früh- und Hochmittelalters prägte im Spätmittelalter die Pest die Entwicklung in England. Nach zwei schweren Pestschüben 1348 und 1361/62 kam es zu mehreren kleinen Ausbrüchen der Seuche, die die Bevölkerung in etwa halbierten. Nachdem die großen Pestzüge vorbei waren, beschleunigte sich die Entwicklung der Städte, allen voran London.

Das Elisabethanische Zeitalter

Der Thronfolgeregelung Heinrichs VIII. zufolge und auch nach den Zusicherungen, die Maria I. bei ihrer Heirat den Magnaten gemacht hatte, bestieg Elisabeth I. 1558 den Thron. Die neue, protestantische Königin wurde vom Volk begeistert aufgenommen. Vom Beginn ihrer Herrschaft an war eine mögliche Heirat der Königin das bestimmende Thema. Mehrfach forderten Parlamente sie dazu auf, mit dem Ziel, einen männlichen Thronfolger zu erhalten. Sie war verantwortlich für die Durchsetzung der Reformation, aber auch für die schlechteren Beziehungen mit Spanien.

Gesellschaft im 16. Jahrhundert: Um 1550 war die englische Bevölkerung nach der Pest wieder auf rund drei Millionen angewachsen. Die Landbevölkerung stellte bei weitem die Mehrheit. Allerdings verfügte London um 1500 bereits über 60.000 Einwohner und wuchs bis zum Ende des Jahrhunderts auf rund 215.000 Menschen an. Die um 1500 nächstgrößten Städte waren deutlich kleiner: Norwich mit 12.000 und Bristol mit 10.000 Einwohnern.

Bevölkerung Mit über 55 Millionen Einwohnern ist England das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Vereinigten Königreichs. Fast 85 % der Bevölkerung des Vereinigten Königreiches entfällt auf England. Die Dichte von 417 Personen pro Quadratkilometer ist ebenfalls sehr hoch. Hierbei ist aber zu berücksichtigen, dass 8,3 Mio. der 55,3 Mio. Einwohner in Greater London auf nur 1,3 Prozent der Gesamtfläche leben. Im Rest des Landes liegt die Bevölkerungsdichte bei lediglich 357 Personen pro Quadratkilometer.

Sprache In England wird überwiegend Englisch gesprochen. Es gibt zwar kein Gesetz, das besagt, dass Englisch die Amtssprache ist, aber Englisch ist die einzige Sprache, die für amtliche Zwecke verwendet wird. Sie ist auch von internationaler Bedeutung, etwa 1,5 Milliarden Menschen auf der Welt sprechen Englisch, davon 375 Millionen als Erstsprache.Die zehn meistgesprochenen Sprachen der Welt Englisch wird meistens als „Weltverkehrssprache“ angesehen.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde Englisch in England populär. In der englischen Renaissance wurden viele Wörter aus dem Französischen und Lateinischen übernommen.

Schätzungen zufolge sprechen 133.000 Einwohner Englands Walisisch.Estimation of the number of Welsh speakers in England, Welsh Language Board, Januar 2007.

Aufgrund von Einwanderung sprachen 2007 etwa 800.000 Schüler eine Fremdsprache zu Hause.Graeme Paton: Ein Fünftel der Kinder aus ethnischen Minderheiten. The Daily Telegraph, London, 1. Oktober 2007. Eine Volkszählung von 2011 zeigt, dass in England nach Englisch am meisten Polnisch gesprochen wird.The Guardian: Polnisch wird Englands zweite Sprache

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