Robert Aitken (* 28. August 1939 in Kentville/Nova Scotia) ist ein kanadischer Komponist, Flötist, Musikpädagoge und Dirigent.
Wirken Aitken studierte von 1955 bis 1959 Flöte bei Nicholas Fiore am Royal Conservatory of Music of Toronto. Daneben war er 1958 und 1959 Erster Flötist des Vancouver Symphony Orchestra und Kompositionsstudent von Barbara Pentland an der University of British Columbia. Nach 1959 studierte er elektronische Musik bei Myron Schaeffer und Komposition bei John Weinzweig an der University of Toronto. Während eines Europaaufenthaltes in den Jahren 1964 und 1965 war er schließlich Schüler von Jean-Pierre Rampal, Severino Gazzelloni, André Jaunet und Hubert Barwahser. Er selbst bezeichnet Marcel Moyse, bei dem er mit Unterbrechungen neun Jahre Unterricht hatte, als seinen wichtigsten Flötenlehrer.
Von 1960 bis 1964 war Aitken zweiter Flötist des CBC Symphony Orchestra, außerdem von 1962 bis 1964 erster Flötist des Stratford Festival Orchestra. 1964 gründete er mit seiner Frau, der Pianistin Marion Ross, und der Sängerin Mary Morrison das Lyric Arts Trio. In den Folgejahren trat er mit dem Trio, als Solist sowie im Duo mit der Cembalistin Greta Kraus auf.
1971 gewann er den dritten Preis beim Concours international de flûte de Paris, im Folgejahr den ersten Preis beim Concours international de flûte pour la musique contemporaine in Royan. Neben seiner internationalen Konzerttätigkeit gründete er 1971 mit Norma Beecroft die New Music Concerts in Toronto, die er seither leitet.
Schwerpunkt von Aitkens Repertoire ist die Musik des 20. Jahrhunderts. 1977 nahm er sämtliche Flötenwerke von Kazuo Fukushima auf. Die fünfteilige Kammermusik-Konzertserie Flute Through The Ages für die CBC war in einer Woche ausverkauft und erhielt 1982 den Canadian Association of Broadcasters Award als bestes klassisches Rundfunkprogramm.
Aitkens spielte die Uraufführungen von Flötenwerken zahlreicher kanadische Komponisten wie Louis Applebaum, Michael Conway Baker, Milton Barnes, Norma Beecroft, Walter Buczynski, John Burke, Ron Collier, Robert Fleming, Harry Freedman, John Hawkins, Otto Joachim, Walter Kemp, Tālivaldis Ķeniņš, Oskar Morawetz, François Morel, Jean Papineau-Couture, R. Murray Schafer, Norman Symonds, Gerhard Wuensch, John Wyre und León Zuckert. Auch internationale Musiker wie Larry Austin, John Beckwith, Warren Benson, Attila Bozay, John Cage, George Crumb, Elliott Carter, Lukas Foss, Hafliði Hallgrímsson, Hikaru Hayashi, Jo Kondo, Nikos Mamangakis, Bruce Mather, Páll Ragnar Pálsson, Þorkell Sigurbjörnsson, Atli Sveinsson, Tōru Takemitsu und Gilles Tremblay widmeten ihm Werke.
Zwischen 1957 und 1968 unterrichtete Aitkens am Royal Conservatory of Music in Toronto. Von 1988 bis 2002 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg. Außerdem gab er Sommerkurse und Meisterklassen in Kanada, Kuba, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Island, Mexiko, Norwegen, Polen, Schweden, Neuseeland und den USA. Zu seinen Schülern zählten Kathryn Cernauskas, Bill McBirnie, Ron Korb, Jan Junker, Suzanne Shulman, Douglas Stewart sowie seine Tochter Dianne Aitken.
Werke Suite für Violine und Klavier, 1960 Rhapsody für Orchester, 1961 Quartet für Flöte, Oboe, Viola und Kontrabass, 1961 Music for Flute and Electronic Tape, 1963 Noesis für Tonband, 1963 Music for Hamlet für Tonband, 1964 Concerto for Twelve Solo Instruments and Orchestra, 1965 Spectra for Four Chamber Groups, 1968 Shadows I: Nekuia für Orchester, 1971 Kebyar für Flöte, Klarinette, Posaune und Kontrabass, 1971 Shadows II: Lalitá für Flöte, drei Celli, zwei Schlagzeuge, zwei Harfen, 1973 Shadows III: Nira für Violine, Flöte, Oboe, Viola, Klavier, Cembalo, 1974–76 Spiral für Orchester, 1975 Icicle für Flöte solo, 1977 Plainsong für Flöte solo, 1977 Folia für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, 1981 Berceuse (For those who sleep before us) für Flöte und Orchester, 1992 Shadows IV: My Song für zwei Flöten und Ensemble, 1994 Concerto for Flute and String Orchestra (Shadows V), 1999 Wedding Song für zwei Flöten, 1999
Weblinks
Website von Robert Aitken (englisch) Biografie Canadian Music Centre (englisch)
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