Carl Falck (* 1. Mai 1884 in Kaldenkirchen, Kreis Kempen; † 22. Januar 1947 in Berlin-Steglitz) war ein deutscher Jurist, Richter und preußischer Beamter. Er war von 1924 bis 1930 Präsident des Bundesamtes für das Heimatwesen und anschließend bis 1932 Oberpräsident der preußischen Provinz Sachsen. Falck gehörte der DDP an.
Leben Carl Falck war ein Sohn des Apothekers und Chemikers Ludwig Alexander Falck und dessen Frau Luise geb. Wahl.Eckhard Hansen, Florian Tennstedt u. a. (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 2: Sozialpolitiker in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1919 bis 1945. Kassel University Press, Kassel 2018, S. 49.
Nach Besuch des Gymnasiums in Hannover studierte Falck von 1902 bis 1905 Rechts- und Staatswissenschaften in Berlin. Er bestand das Staatsexamen, absolvierte von 1906 bis 1909 das Gerichtsreferendariat und wurde 1909 in Würzburg zum Dr. jur. promoviert. 1910 wurde er als Gerichtsassessor in den preußischen Justizdienst übernommen, schon zwei Jahre später wurde der damals 28-jährige Falck der damals jüngste Staatsanwalt in Preußen.Theo Rasehorn: Justizkritik in der Weimarer Republik. Das Beispiel der Zeitschrift »Die Justiz«. Campus, Frankfurt a. M./New York 1985, S. 71. In dieser Funktion war er bis 1915 am Landgericht Berlin tätig, anschließend arbeitete er bis 1918 als Referent im Kriegsernährungsamt. Zugleich war er von 1916 bis 1919 stellvertretender Leiter des preußischen Kriegswucheramtes und – nach seiner Ernennung zum Oberlandesgerichtsrat (1918) – ab 1920 Leiter des daraus hervorgegangenen Landespolizeiamts beim preußischen Staatskommissar für Volksernährung.
Von 1921 bis 1924 fungierte er als Ministerialdirektor und Leiter der Beamtenabteilung im Reichsinnenministerium. Von 1922 bis 1931 war er Mitglied des Reichsdisziplinarhofs in Leipzig, dem Berufungsgericht bei Disziplinarvergehen von Reichsbeamten. 1924 wurde er zum Präsidenten des Bundesamtes für das Heimatwesen berufen, einem Gericht, das in der Berufungsinstanz über Verwaltungsstreitigkeiten zwischen öffentlichen Armenverbänden entschied. Dieses Amt gab er auf, als er 1930 als Nachfolger von Heinrich Waentig zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Sachsen ernannt wurde.
Falck war ab 1922 Mitglied des Republikanischen Richterbunds und des Republikanischen Beamtenbunds. Er trat 1924 der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bei, innerhalb der er von 1925 bis 1929 dem Parteiausschuss angehörte.Konstanze Wegner [Bearb.]: Linksliberalismus in der Weimarer Republik. Die Führungsgremien der Deutschen Demokratischen Partei und der Deutschen Staatspartei 1918 – 1933. Droste, Düsseldorf 1980, S. 733. Von 1929 bis 1930 war er Vorstandsmitglied der Partei. Von 1925 bis 1932 gehörte er auch dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an. Die DDP-Nachfolgepartei Deutsche Staatspartei verließ er 1932.
Im Zuge der Absetzung der preußischen Staatsregierung Braun-Severing (Preußenschlag) wurde er im Juli 1932 durch die Reichsregierung Papen in den einstweiligen Ruhestand versetzt und zunächst kommissarisch durch den Regierungspräsidenten von Hannover, Friedrich von Velsen ersetzt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er 1933 aufgrund der Bestimmungen des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ in den endgültigen Ruhestand versetzt. Kurzzeitig war er in einem Konzentrationslager inhaftiert. Von 1933 bis 1947 arbeitete Falck als Rechtsanwalt in Berlin. Nach 1933 war er Mitglied in der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt, dem Reichsluftschutzbund und dem Nationalsozialistischen Rechtswahrerbund.
mini|hochkant|Grabstätte auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf Carl Falck war ab 1920 mit Sidonie Luise Hildegard geb. Bergell verheiratet, das Paar bekam drei Kinder. Eine seiner Töchter war die Medizinerprofessorin Ingeborg Falck. Die Grabstätte der Familie befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.
Einzelnachweise
Literatur Eckhard Hansen, Florian Tennstedt (Hrsg.) u. a.: Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945. Band 2: Sozialpolitiker in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus 1919 bis 1945. Kassel University Press, Kassel 2018, ISBN 978-3-7376-0474-1, S. 49 f. (Online, PDF; 3,9 MB). Bärbel Holtz (Bearb./Hrsg.): Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums 1925-1938/38. Bd. 12/II. (1925-1938). Olms-Weidmann, Hildesheim 2004, ISBN 3-487-12704-0 (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften [Hrsg.]: Acta Borussica. Neue Folge.)
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