miniatur|hochkant 1.5|Gedenktafel für die Familien Wendland, 1948 angebracht am Bibliothekspavillon vor dem Berggarten miniatur|hochkant 1.5|Passiflora alata gezeichnet von Wendland
Johann Christoph Wendland (* 17. Juli 1755 in LandauJohannes Christoph Wendland. Ein berühmter Botaniker und Gärtner aus Alt-Landau. - Pfälz. Heimat. 15, 1964, S. 134–36.Rheinpfalz, Landau. 20, Nr. 26 v. 31. Januar 1964 u. Nr. 31 v. 6. Februar 1964.Rudolf Fendler: Der berühmte Gärtner und Botaniker Johann Christoph Wendland. - Rheinpfalz, Landau. - 45 (1989), 8 vom 10.1.; 10 vom 12. Januar 1989; † 27. Juli 1828 in Herrenhausen, Königreich Hannover) war ein deutscher Botaniker und Garteninspektor der Herrenhäuser Gärten. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „“
Werdegang Wendland wurde als Sohn des für den Fürsten von Löwenstein-WertheimDas Fürstentum verfügte bis 1803 auch über Besitz im Elsass. tätigen Hofgärtners Wendland geboren. Derart vorbelastet lernte Wendland vier Jahre die Gärtnerei im Lustgarten von Schloss Karlsruhe bei dem dortigen Hofgärtner Johann Bernhard SaulJohann Christian Sachs: Einleitung in die Geschichte der Marggravschaft und des marggrävlichen Hauses Baden. Karlsruhe, 1773. Fünfter Teil, Seite 350 und ging anschließend an den hessischen Hof nach Kassel in den Bergpark Wilhelmshöhe. 1780 erhielt er eine erste feste Anstellung als Gärtner in den Herrenhäuser Gärten. Seine botanischen Kenntnisse vermittelte ihm der Schweizer Botaniker und Leiter der Herrenhäuser Gärten Jakob Friedrich Ehrhart.
Wendland, der zunächst die Aufsicht über die Treibhäuser und Orangerien hatte und für die (Hawaii-)Ananaskultur zuständig war, wurde 1817 zum Garteninspektor befördert. Seine Spezialität war später die Kultur von Weinstöcken und Pfirsichbäumen. Seine rege schriftstellerische Tätigkeit ging mit einer zeichnerischen Begabung einher. Alle Illustrationen seiner Werke wurden von ihm selbst gezeichnet oder radiert.
Familie 1787 ehelichte Wendland die aus Hannover stammende Bürgerstochter Marie Magdalene Nonne († 29. April 1792).Friedrich August Schmidt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen, 6. Jahrgang, Teil 2, Druck und Verlag von Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1830, S. 595ff.; Digitalisat über Google-Bücher Sie starb bei der Geburt ihres ersten Sohnes.
1796 heiratete Wendland in zweiter Ehe Marianne Wilhelmi, Tochter des Hofjuweliers Johann Conrad Wilhelmi, der einen aus 1200 Bäumen bestehenden, schon vor 1791 angelegten Obstgarten besaß. Wilhelmis Bruder unterhielt noch 1817 eine Baumschule mit rund 8000 BäumenD. Johann Georg Krünitz's ökonomisch-technologische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, wie auch der Erdbeschreibung, Kunst- und Naturgeschichte, in alphabetischer Ordnung. Fortgesetzt von Friedrich Jacob Floerken, nunmehr von Heinrich Gustav Flörke, 103. Teil, Brünn: Joseph Georg Traßler, 1817; S. 294; Digitalisat über Google-Bücher und war der erste, der Obstsorten in Wachs abformte, um Obstkabinette zu genauerer Systematisierung anzulegen.Geschichte des Gartenbaues in allen seinen Zweigen von den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart. Nach den Quellen bearbeitet von Carl Schöpfer, L. F. Dietrich, Leipzig: Ernst Schäfer, 1863, S. 134; Digitalisat über Google-Bücher Dabei konzentrierte sich Wilhelmi auf die weniger bekannten, zum Teil aus England stammenden Sorten, die in der Königlichen Plantage angepflanzt wurden.
Wendlands Sohn Heinrich Ludolph Wendland und sein Enkel Hermann Wendland wurden ebenfalls Gärtner in Herrenhausen. Die Familie war dort von 1780 bis 1903 tätig, überwiegend in leitenden Positionen.
Schriften Hortus Herrenhusanus, 1789–1801 Johann Christoph Wendland, Heinrich Adolf Schrader: Sertum Hannoveranum ..., 1795-1798Helmut Knocke: Wendland, (3) ... (siehe Literatur) Verzeichnis der Glas- und Treibhauspflanzen des Königlichen Berggartens zu Herrenhausen. 1797 Botanische Beobachtungen nebst einigen neuen Gattungen und Arten. 1798 Ericarum icones et descriptiones / Abbildung und Beschreibung der Heiden, 1798–1823 (26 Hefte) Collectio plantarum tam exoticarum quam indigenarum. 3 Bände bis 1819
Literatur Friedrich August Schmidt (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen, 6. Jahrgang, Teil 2, Druck und Verlag von Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1830, S. 595ff.; Digitalisat über Google-Bücher
Gerhard Wagenitz: Das Herrenhäuser Herbar (Auszug) Wilhelm Rothert, A. Rothert, M. Peters: Hannoversche Biographie, Bd. 3: Hannover unter dem Kurhut, Hannover 1916, S. 522 K. H. Meyer: Königliche Gärten. Dreihundert Jahre Herrenhausen, 1966, S. 236–257 Rainer Schomann (Hrsg.), Urs Boeck: Historische Gärten in Niedersachsen, Katalog zur Landesausstellung, Eröffnung am 9. Juni 2000 im Foyer des Niedersächsischen Landtages, anlässlich der Landesausstellung "Historische Gärten in Niedersachsen". Hannover, 2000. Helmut Knocke: WENDLAND, (3) Johann Christoph. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 383. Helmut Knocke: Wendland, (3) Johann Christoph. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 670.
Weblinks
Quellen und Anmerkungen
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