mini|100-mm-SKODA-Gebirgskanone M 1916 mini|Feldartillerie auf dem Marsch Die Artillerie war Teil der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte.
Gliederung und Aufbau Die Artillerie der gemeinsamen Armee bestand in Friedenszeiten aus folgender Gliederung:
Feldartillerie Festungsartilleriein Deutschland Fußartillerie genannt Gebirgsartillerie Technische Artillerie (Artillerie Zeugswesen) Artillerie-Schießschule
Weitere Teileinheiten waren die k.k. Landwehr-Artillerie, ausschließlich bestehend aus Feldartillerie mit acht Feldkanonenregimentern und acht Feldhaubitzdivisionen, sowie die k.u. (Honvéd) Artillerie, ebenfalls nur Feldartillerie mit acht Feldkanonenregimentern und einer Reitenden Artilleriedivision.
Zur k.u.k. Artillerie gehörten in der Friedenspräsenz folgende Einheiten: 42 Feldkanonen-Regimenter (Nr. 1 bis 42 zu je fünf Batterien – die Regimenter 2, 4, 7, 23, 26, 28, 32 und 40 hatten die 5. Batterie an die k.k. Landwehrartillerie abgegeben und verfügten daher nur über vier Batterien) 14 Feldhaubitz-Regimenter (Nr. 1 bis 14 zu je vier Batterien) 9 Reitende Artillerie-Divisionen (Nr. 1, 2, 4, 5, 6, 7, 9, 10 und 11 zu jeweils drei Batterien mit je vier Geschützen) 14 schwere Haubitz-Divisionen (Nr. 1 bis 14 mit jeweils zwei Batterien zu je vier Geschützen) 10 Gebirgsartillerie-Regimenter (Nr. 3, 4, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 13 und 14 zu jeweils vier Gebirgskanonen- und zwei Gebirgshaubitzbatterien. Dazu eine selbstständige (Dalmatiner) Gebirgs-Kanonendivision zu zwei Batterien) 6 Festungsartillerie-Regimenter (Nr. 1 bis 6 – Nr. 4 bis 5 mit drei, die übrigen mit zwei Bataillonen) 10 selbstständige Festungsartillerie-Bataillone
Bei der Feldartillerie (wie auch beispielsweise beim Train) stand die Bezeichnung Division für einen Verband in Bataillonsstärke. Die Division als solche wurde Truppendivision genannt.
mini|8-cm-Feldkanone M 5 in Stellung an der Isonzofront (1917)
Feldartillerie Artillerie Personalfriedensstand gemäß den organischen Bestimmungen von 1893 (Beispiele):
Stab und Stabsverbände eines Divisionsfeldartillerie Regiments2 Stabsoffiziere1 Regimentsadjutant (Subalternoffizier)1 Proviantoffizier (Subalternoffizier)1 Rechnungsführer (Subalternoffizier)1 Regimentsarzt1 Regimentstrompeter1 Divisionstrompeter6 Offiziersdiener 1 RechnungshilfsarbeiterGesamt: 6 Offiziere, 9 MannschaftenDivisions Feldartillerie Regiment Munitionsparkkader1 Hauptmann1 Oberleutnant1 Rechnungsunteroffizier1 Zugsführer1 Korporal1 Oberkanonier1 Unterkanonier1 Oberfahrkanonier1 Unterfahrkanonier2 OffiziersdienerGesamt: 2 Offiziere 9 MannschaftenDivisions Feldartillerie Regiment Ersatzdepotkader1 Hauptmann1 Rechnungsunteroffizier1 Zugsführer1 Korporal2 Oberkanoniere2 Unterkanoniere1 Oberfahrkanonier1 Unterfahrkanonier1 OffiziersdienerGesamt: 1 Offizier, 10 Mannschaften
mini|30,5-cm-Mörser M 11
Stab und Stabsverbände eines Korps Feldartillerie Regiments2 Stabsoffiziere 1 Regimentsadjutant (Subalternoffizier)1 Regimentsarzt 1 Oberarzt1 Tierarzt1 Hauptmann / Olt. Rechnungsführer1 Ll. Rechnungsführer2 Rechnungshilfsarbeiter1 Stabsführer1 Regimentstrompeter 1 Divisionstrompeter8 OffiziersdienerGesamt: 9 Offiziere, 13 MannschaftenKorps Feldartillerie Regiment – Munitionsparkkader1 Hauptmann2 Oberleutnants1 Feuerwerker1 Rechnungsunteroffizier2 Zugsführer 2 Korporale2 Oberkanoniere 2 Unterkanoniere3 Oberfahrkanoniere1 Unterfahrkanonier3 OffiziersdienerGesamt: 3 Offiziere, 17 MannschaftenKorps Feldartillerie Regiment – Ersatzdepotkader1 Hauptmann2 Oberleutnants1 Feuerwerker1 Rechnungsunteroffizie2 Zugsführer2 Korporale2 Oberkanoniere2 Unterkanoniere2 Oberfahrkanoniere 2 Unterfahrkanoniere3 Offiziersdiener1 Regimentsschmied1 Kurschmied2 Unterkanonier – Schmiede 1 Regimentssattler 3 Unterkanonier – Sattler 1 Regimentsschlosser2 Unterkanonier – Schlosser 1 Regimentswagner 2 Unterkanonier – WagnerGesamt: 3 Offiziere, 33 Mannschaften
mini|15-cm-Feldhaubitze M.14
Schießende Verbände eines Feldartillerie-Rgts (4 Batterien):4 Hauptleute12 Subalternoffiziere4 Fähnriche8 Feuerwerker 4 Rechnungsunteroffiziere12 Zugsführer20 Korporale4 Batterietrompeter16 Geschütz-Vormeister16 Vormeister48 Oberkanoniere136 Unterkanoniere48 Oberfahrkanoniere64 Unterfahrkanoniere1 Kurschmied2 Unterkanonier – Schmiede4 Unterkanonier – Sattler16 OffiziersdienerGesamt: 16 Offiziere, 404 Mannschaften mini|Feldartillerie mit 9-cm-Feldkanone M 75 im Manöver (um 1900)
Festungsartillerie Die Festungsartillerie war für den Artilleriedienst innerhalb der festen Plätze und für die Belagerungsgeschütze beim Angriff auf Festungen zuständig. Die Festungsartillerie gliederte sich in
+ Friedenspersonalbestand eines FestungsartillerieregimentsDer Regimentsstab:1 Oberst als Regimentskommandant1 Regimentsadjutant (Oberleutnant)1 Proviantoffizier (Oberleutnant)2 Regiments- bzw. Oberärzte1 Hauptmann / Oberleutnantrechnungsführer1 Leutnantrechnungsführer2 Rechnungshilfsarbeiter1 Büchsenmacher7 OffiziersdienerDie Bataillonsstäbe:3 Oberstleutnants / Majore als Bataillonskommandanten 3 Bataillonsadjutanten (Oberleutnants)3 Bataillonstrompeter6 OffiziersdienerBei den zwölf Kompanien und drei Ersatzkompaniekadern:15 Hauptleute39 Subalternoffiziere12 Fähnriche27 Feuerwerker15 Rechnungsunteroffiziere54 Zugsführer12 Kompanietrompeter54 Offiziersdiener66 Korporale 216 Vormeister336 Oberkanoniere459 Unterkanoniere Gesamt: 54 Offiziere, 1251 Unteroffiziere und Mannschaften Flugabwehrartillerie Kurz nach dem Kriegsbeginn wurden notwendigerweise die ersten Geschütze zur Flugabwehr modifiziert. Bevorzugt wurde die 8-cm-Feldkanone M5 verwendet. Die provisorischen, um 360° drehbaren Flugabwehrlafetten wurden dann durch festinstallierte Pivotlafetten ersetzt. Später kam das „8-cm-Luftfahrzeugabwehr-Kraftfahrgeschütz“ der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik aus Düsseldorf auf LKw-Pritsche montiert, die „7,5-cm-Ballonabwehrkanone L/35 System Krupp“ auf Kraftwagen, Feldlafette oder Mittelpivotlafette montiert und die 6,5-cm-Ballonabwehrkanone L/35 System Ehrhardt auf LKW-Pritsche oder Feldlafette hinzu. Vereinzelt wurde auch die 7,5-cm-Gebirgshaubitze M 15 zur Flugabwehr eingesetzt.
Organisation der Technischen Artillerie Die Technische Artillerie umfasste das Artilleriezeugswesen sowie die Artillerieingenieure. Die wichtigsten Aufgaben des Artilleriezeugswesens war die Erzeugung und Beschaffung des für die Aufgaben der Artillerie unverzichtbaren Geschützmaterials, der Handfeuerwaffen, der Blankwaffen und der benötigten Munition. Ferner galt es, alles Material, soweit es sich unter der Obhut des Artilleriezeugswesens befand, zu verwalten und zu warten.
Zu den Anstalten des Artilleriezeugswesens gehörten: Das Artilleriearsenal in Wien mit der Artilleriezeugsfabrik (Artillerieerzeugungsstätte), dem Artilleriezeugsdepot (Magazin für alle hier im Arsenal gelagerten Materialien), der Artilleriezeugsabteilung (Bereitstellung von Aufsichtspersonal für Werkstätten und Magazine) und der Übernahmskommission. Das k.u.k. Heeresmuseum gehörte verwaltungsmäßig ebenfalls zum Artilleriearsenal. (Es ist dies der Vorläufer des heutigen Heeresgeschichtlichen Museums, das sich noch an derselben Stelle befindet.) Die Munitionsfabrik und das Artilleriezeugsdepot bei Wiener Neustadt, sowie die Pulverfabriken in Blumenau und Stein bei Laibach Die Artilleriezeugsdepots Die Artilleriezeugsfilialdepots
Das bei den Anstalten eingeteilte Personal setzte sich aus den Artillerieingenieuren, den Artilleriezeugsbeamten und der Artilleriezeugsmannschaft zusammen.
Rangbezeichnungen der Ingenieure und Beamten Rang EntsprechungArtilleriegeneralingenieurGeneralmajorArtillerieoberingenieur 1. Klasse OberstArtillerieoberingenieur 2. Klasse OberstleutnantArtillerieoberingenieur 3. Klasse MajorArtillerieingenieurHauptmannArtillerieingenieurassistentOberleutnant Rang EntsprechungArtillerieoberzeugsverwalter 1. Klasse OberstArtillerieoberzeugsverwalter 2. Klasse OberstleutnantArtilleriezeugsverwalter MajorArtilleriezeugsoffizial 1. KlasseHauptmannArtilleriezeugsoffizial 2. KlasseHauptmannArtilleriezeugsoffizial 3. Klasse OberleutnantArtilleriezeugsakzessist Leutnant
Artillerieoffiziere und Artilleriezeugsbeamte, die den höheren Artilleriekurs an der Technischen Militärakademie absolviert hatten, konnten zu Artillerieingenieuren aufsteigen. Diese wurden ausschließlich in den Fabriken und bei der Übernahmekommission eingesetzt. Die Gruppe der Artilleriezeugsbeamten bestand zu großen Teilen aus ehemaligen Unteroffizieren der Artillerie, welche eine Vorbereitungsschulung im Artilleriearsenal absolviert hatten. Sie wurden als Leiter der Artilleriezeugsdepots sowie als Feuerwerksmeister in den Laboratorien verwendet.
Die Mannschaft des Artilleriezeugswesens setzte sich zusammen aus: Unteroffizieren als Feuerwerker Zugsführer und Korporale – aus Meistern 1. und 2. Klasse im Feuerwerker- bzw. Zugsführerrang, sowie aus Ober- und Unterzeugskanonieren. Die Unteroffiziere bildeten das Aufsichtspersonal in den Magazinen und Laboratorien, die Meister leiteten und überwachten die Werkstätten.
Persönliche Bewaffnung der Artillerieangehörigen mini|7-cm-Gebirgskanone M 99 im Einsatz im Hochgebirge Feld- und Gebirgsartillerie
Kavallerieoffizierssäbel für Offiziere und Fähnriche
Pioniersäbel M.1862 für Geschütz-Vormeister, Ober- und Unterkanoniere, Ober- und Unterfahrkanoniere (ausgenommen diejenigen, die bei Reitenden Batterien oder Kavalleriemunitionskolonnen eingesetzt waren), Regimentsschmiede, Regimentschlosser, Regimentssattler, Regimentswagner, Zugsführer, Korporale und Trompeter der Gebirgsbatterien und den Rechnungshilfsarbeiter der Gebirgsbatteriedivision.
Kavalleriesäbel für Feuerwerker, Rechnungsunteroffiziere und Kurschmiede (mit Ausnahme der bei den Reitenden Batterien und Kavalleriemunitionskolonnen eingeteilten), Zugsführer, Stabsführer, Korporale, Rechnungshilfsarbeiter und Trompeter (mit Ausnahme der bei den Reitenden Batteriedivisionen, Kavalleriemunitionskolonnen und Gebirgsbatterien eingeteilten).
Kavalleriesäbel M.1877 für Mannschaften der Reitenden Batteriedivisionen und der Kavalleriemunitionskolonnen.
Revolver für Offiziere, Fähnriche, Feuerwerker, Zugsführer, Korporale und Trompeter. Des Weiteren auch für die Bedienungsmannschaft bei den Reitenden Batterien und den Kavalleriemunitionskolonnen – Geschütz-Vormeister, Vormeister, Ober- und Unterkanoniere.
Gewehre (ohne Bajonett) für die Ober- und Unterkanoniere und für die als Fahrer eingeteilten Ober- und Unterfahrkanoniere des Truppentrains der Divisions- und Korpsartillerieregimenter sowie der Reitenden Batteriedivisionen; ferner für die Geschütz-Vormeister, Vormeister, Ober- und Unterkanoniere der Divisions- und Korpsmunitionsparks, einschließlich der Kavalleriemunitionskolonnen.
Festungsartillerie Kavallerieoffizierssäbel für Offiziere und Fähnriche
Pioniersäbel für Büchsenmacher, Rechnungshilfsarbeiter, Trompeter, Fahrkanoniere und Bandagenträger
Kavalleriesäbel für Feuerwerker und Rechnungsunteroffiziere, des Weiteren die bei der mobilen Belagerungstruppe und bei den Bespannungszügen eingesetzten Unteroffizieren.
Gewehr (mit Bajonett) für Zugsführer, Korporale, Vormeister, Ober- und Unterkanoniere. Hiervon ausgenommen sind die mit einem Säbel ausgerüsteten Unteroffiziere.
Technische Artillerie Kavalleriesäbel Feuerwerker
Pioniersäbel für alle übrigen Unteroffiziere (Meister) und die Zeugskanoniere. Gewehre mit Bajonett wurden nur im Kriegsfalle ausgegeben.
Degen M.1890 Technische Beamte des Artilleriezeugswesens
Adjustierung der schießenden Truppe mini|Artillerie-Tschako gem. k.u.k.-Montierungsvorschrift