mini|Wiener Apfelstrudel mini|Apfelstrudel bei der Vorbereitung in der Bäckerei mini|Apfelstrudel mit dünnen Apfelscheiben im Café Sperl mini|Apfelstrudel mit Vanilleeis Apfelstrudel ist eine weit verbreitete Strudelart. Zur Zubereitung werden vor allem sogenannter Strudelteig, aber auch Blätterteig, Quarkteig (österr. Topfenteig) und Hefeteig (österr. Germteig) verwendet. Ein aus Strudelteig zubereiteter Apfelstrudel wird, vor allem, wenn der Teig manuell zu einem Teigblatt ausgezogen wurde, „ausgezogener Apfelstrudel“ genannt. Diese Variante ist in Österreich und anderen Gebieten der ehemaligen k.u.k. Donaumonarchie eine traditionelle Mehlspeise und ein Nationalgericht.

Beschreibung Die Fülle von Apfelstrudel besteht üblicherweise aus (von Kerngehäuse und Schale befreiten) blättrig geschnittenen süß-sauren Äpfeln, dunklen Rosinen und in Butter gerösteten Semmelbröseln, abgeschmeckt mit gemahlenem Zimt und Kristallzucker.

Apfelstrudel wird frisch warm und knusprig, kalt oder nachträglich gewärmt serviert. Oft wird er teilweise mit Staubzucker überpudert aufgetragen. Gelegentlich wird der Apfelstrudel auch mit Vanillesauce oder mit Vanilleeis oder Schlagobers (Schlagsahne) serviert, was aber nicht der in Österreich traditionellen Anrichtung entspricht.

Varianten sind mit Zusätzen von gestiftelten Mandeln, gehackten Walnüssen, mit in Spirituosen gequollenen Rosinen, geriebener Zitronenschale, in Zitronensaft marinierten Äpfeln, Sauerrahm oder zusätzlich mit einer Milchrahm-Eier-Mischung verfeinert.Franz Maier-Bruck: Vom Essen auf dem Lande – Das große Buch der österreichischen Bauernküche und Hausmannkost. Orac, Wien 2006, ISBN 3-7015-0493-8. (auch: Kremayr u. Scheriau, Wien 1988, ISBN 3-218-00471-3)

Geschichte Zu Zeiten der Donaumonarchie kam der Apfelstrudel (ungarisch: Almásrétes) aus Ungarn nach Wien.Irene Krauß: Chronik bildschöner Backwerke. Matthaes, Stuttgart 1999, ISBN 3-87516-292-7, S. 239 f. Während der Türkenbelagerungen im 16. und 17. Jahrhundert erlernten die Ungarn die Zubereitung des hauchdünnen, von Hand gezogenen Teigs. Im Jahre 1696 wurde der Apfelstrudel erstmals schriftlich erwähnt.

Sonstiges Geeignete säuerliche Apfelsorten werden in Österreich auf Wochenmärkten als „Strudler“ bezeichnet.

Der damals längste Apfelstrudel der Welt wurde am 15. August 2015 in Kaprun/Österreich gebacken und hatte eine Länge von 752 m.Weltrekord geknackt: Der längste Apfelstrudel der Welt mit 752 Meter kommt aus Zell am See-Kaprun Homepage von Zell am See-Kaprun Tourismus, abgerufen am 21. Januar 2019

2025 wurden in Jaškovo in Kroatien 8940 einzelne Strudel zu einem insgesamt 3,136 Kilometer langen Strudel aneinandergereiht. Dafür wurden zwei Tonnen Mehl und drei Tonnen Äpfel verbacken.

Literatur Amalie Schneider-Schlöth: Basler Kochschule – eine leichtfassliche Anleitung zur bürgerlichen und feineren Kochkunst. 14. Auflage, vollständig neu bearbeitet von Andreas Morel. Basel 1983, ISBN 3724505299, S. 358 (Nr. 461).

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