mini|Henry Winterfeld Henry Winterfeld (* 9. April 1901 in Hamburg; † 27. Januar 1990 in Machias, Maine, USA), Pseudonyme Manfred Michael und Henry Gilbert,[Wilfrid Eymer: Eymers Pseudonymen Lexikon, 1997. S. 387] war ein deutsch-amerikanischer Schriftsteller und Künstler, der internationalen Erfolg mit seinen Kinder- und Jugendbüchern hatte. Er emigrierte 1940 in die USA und lebte bis zu seinem Tod 1990 als Filmautor in Roque Bluffs, Washington County in Maine.
Leben Henry Winterfelds Vater war Jean Gilbert (eigentlich Max Winterfeld), ein deutscher Komponist und Dirigent. Sein Bruder Robert Gilbert (eigentlich Robert David Winterfeld) war ebenfalls Komponist und Autor.
Henry Winterfeld studierte nach dem Besuch einer Privatschule Musik in Berlin am Stern’schen KonservatoriumMusikstudium zusammen mit Claudio Arrau. Er wirkte als Pianist und schrieb Filmszenen und Theaterstücke. In der Liste der aufgeführten Stücke des Musikers, Pianisten, Komponisten und Theaterdirektors Rudolf Nelson (1878–1960) wird Henry Winterfeld neben Friedrich Hollaender, Hans H. Zerlett, Fritz Rotter und Franz Molnar (d. i. Ferenc Molnár) als Mitverfasser der Revue „Tombola“ (1929) genannt,Revue „Tombola“ in der auch Hans Albers im „Nelson Theater Berlin“ auftrat.Hans Albers und die Revue „Tombola“
Im Jahr 1933 erfand Henry Winterfeld für seinen scharlachkranken Sohn Thomas Henry Winterfeld (1923–2008, Ozeanograph)Mitteilung International Oceanographic Data and Information Exchange (IODE): „Tom Winterfeld passes away“ Geschichten mit einer täglichen Episode. So entstand sein erstes Buch Timpetill – Die Stadt ohne Eltern, das er erstmals 1937 unter dem Pseudonym Manfred Michael (mit eigenen Scherenschnitten illustriert) in Zürich bei Corrodi veröffentlichte.
Der nationalsozialistischen Herrschaft wegen war Henry Winterfeld, der Jude war, 1933 nach Österreich und von dort 1938 nach Frankreich emigriert. Im Oktober 1939 wurde er verhaftet und bis Mai 1940 in Nevers interniert.Marianne Gilbert Finnegan „Memories of a Mischling“ und „Das gab’s nur einmal. Verloren zwischen Berlin und New York“ S. 79 Nach seiner Entlassung konnte die Familie noch vor dem Einmarsch der deutschen Truppen im Mai 1940 in die USA ausreisen. 1946 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an.US-Einbürgerung Winterfelds Nichte Marianne Gilbert Finnegan hat in ihrer Autobiografie Memories of a Mischling das Leben der emigrierten Winterfelds in den USA beschrieben.Marianne Gilbert Finnegan „Memories of a Mischling“ und „Das gab’s nur einmal. Verloren zwischen Berlin und New York“
1953 erschien Winterfelds zweites Buch Caius ist ein Dummkopf (englisch Detectives in Togas) über mehrere römische Schuljungen und ihre Abenteuer. Es folgten noch zwei Bände der bis heute erfolgreichen Reihe Caius, der Lausbub aus dem alten Rom (Caius geht ein Licht auf und Caius in der Klemme) sowie weitere Kinder- und Jugendbücher.
Seine Werke schrieb er hauptsächlich auf Deutsch; sie wurden in die französische, englische, norwegische, schwedische und weitere Sprachen übersetzt. Die italienische Version von Timpetill. La città senza genitori wurde noch 1997 unter dem Pseudonym „Manfred Michael“ veröffentlicht.
Das Buch Timpetill gehört zur Pflichtlektüre an französischen Schulen. Unter dem Titel Les Enfants de Timpelbach wurde das Buch Timpetill im zweiten Halbjahr 2007 von einer französisch-belgisch-luxemburgischen Filmproduktion mit den Schauspielern Gérard Depardieu und Carole Bouquet verfilmt. Drehort war unter anderem die Burg Eyneburg in Hergenrath bei Kelmis.Bericht über die Filmarbeiten auf der Eyneburg
Henry Winterfeld war verheiratet mit Elsie Winterfeld. Sie arbeitete als Spielzeugdesignerin und erschuf eine Puppe mit drehbarem Kopf, die sie im Jahre 1945 zum Patent anmeldete.
Bekannte Werke Kinder- und Jugendbücher Timpetill – Die Stadt ohne Eltern (Roman, 1937), ISBN 3-7645-7862-9 (englischer Titel: Trouble at Timpetill, 1963). Caius ist ein Dummkopf (Roman, 1953), ISBN 3-570-20520-7 (erster Teil der Reihe Caius, der Lausbub aus dem alten Rom; englischer Titel: Detectives in Togas, 1956). Kommt ein Mädchen geflogen (Roman, 1956) (englischer Titel: Star Girl, 1957). Telegramm aus Liliput (Roman, 1958) (englischer Titel: Castaways in Lilliput, 1960). Pimmi Pferdeschwanz (Roman, 1967). Caius geht ein Licht auf (Roman, 1969), ISBN 3-7645-7866-1 (zweiter Teil der Reihe Caius, der Lausbub aus dem alten Rom; englischer Titel: Mystery of the Roman Ransom, 1971). Der Letzte der Sekundaner (Roman, 1971), ISBN 3-7645-7867-X. Caius in der Klemme (Roman, 1976), ISBN 3-570-20349-2 (dritter Teil der Reihe Caius, der Lausbub aus dem alten Rom).
Filme nach Werken von Henry Winterfeld 2007 – Les Enfants de Timpelbach – Regie: Nicolas Bary (mit Gérard Depardieu und Carole Bouquet)
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Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Schriftsteller (Hamburg) Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus
Kategorie:Robert Gilbert Kategorie:Deutscher Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1990 Kategorie:Mann Kategorie:Bühnenautor