Carvatech Karosserie- und Kabinenbau GmbH ist ein österreichischer Hersteller von Kabinen für Seilbahnen und von Karosserien in Oberweis (Gemeinde Laakirchen). Vormals hieß das Unternehmen Swoboda Kabinenbau, Karosserie- & Stahlbau Ges. m. b. H. Im Jahr 2003 setzte die Firma mit ca. 60 Mitarbeitern 6,5 Mio. Euro um. in der Internationalen Seilbahn-Rundschau

Vorgeschichte mini|alternativtext=|260x260px|Kabine (4. Generation) der Raxseilbahn; gefertigt 2002, generalüberholt 2015/16 mini|260x260px|Carvatech Kabine der Untersbergbahn in Grödig, Salzburg mini|alternativtext=|260x260px|Carvatech Garnitur der Salzburger Festungsbahn Das Unternehmen wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Oberweis von Josef Swoboda als „Traunsteinwerkstätten Josef Swoboda“ gegründet. Zunächst standen Karosseriespenglerarbeiten im Vordergrund. Dieser Geschäftsbereich wurde in den 1970er Jahren im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Rosenbauer International AG um den Bau von Karosserien für Feuerwehrlöschfahrzeuge erweitert.

Seit 1956 werden auch Seilbahnkabinen gebaut. Seitdem wurden mehr als 100 Gondelbahnen sowie weit über 250 Pendelbahn- und Standseilbahn-Anlagen mit Kabinen ausgerüstet, etwas früher wurden die ersten Aufstiegshilfen (beispielsweise der Zistlalmlift bei Salzburg) geplant und errichtet.

Ende der 1960er wurden die „Traunsteinwerkstätten Josef Swoboda“Österreichs Presse, Werbung, Graphik Handbuch, Verband Österreichischer Zeitungsherausgeber und Zeitungsverleger, S. 511, 1966. in (die) „Swoboda Traunsteinwerkstätten“ umbenannt. Dieser Name hielt sich über Jahre und ist auf allen gelb emaillierten Fabrikschildern angeschrieben. Ebenso finden sich der genaue Firmenname auf vielen Stützenschildern.

Von Swoboda Traunsteinwerkstätten zu SSG Nachdem sich von anderen Herstellern nach und nach kuppelbare Seilbahnsysteme durchsetzten, wurde auch bei den Swoboda Traunsteinwerkstätten an ein derartiges System gedacht. Hierfür holte man sich aus der Schweiz das Know-how – die Kuppeltechnik kam aus dem Hause Städeli, mit welchem die Swoboda Traunsteinwerkstätten ein spezielles Firmenkonstrukt einging. In der neuen Firma SSG (Swoboda Seilbahnbau Gesellschaft mit beschränkter Haftung) wurde das Wissen von Städeli (WSO) sowie die Anlagenkonstruktion und die Verkaufsabteilung von den Swoboda Traunsteinwerkstätten eingebracht – die Fabrikation und die Montage oblag weiterhin den Swoboda Traunsteinwerkstätten. Diese Unternehmensumgestaltung geschah 1984, und es wurden einige wenige Anlagen (Hössbahn, Grafenbergbahn, Jagerspitzbahn, Hösskogel etc.) von SSG geplant und verkauft, anschließend von Swoboda Traunsteinwerkstätten produziert und aufgestellt. Die Änderung der Verhältnisse schlug sich auch auf die Beschilderung der Anlagen wieder – zwar ist der Name Swoboda mit dem klassischen runden Schriftzug und dem Swoboda S vorhanden, allerdings wird zusätzlich „Seilbahnbau Gesellschaft M. B. H.“ angeschrieben; bei kuppelbaren Bahnen noch „System Städeli“.

Dieses Firmenkonstrukt ging bis in den Herbst 1986 gut, dann mussten die Swoboda Traunsteinwerkstätten Konkurs anmelden; nun wurden auch die restlichen Abteilungen in die Swoboda Seilbahnbau Gesellschaft m.b.H. übernommen und ein neuer Firmensitz in Regau bezogen. Am neuen Produktionsstandort wurde an einem neuen Seilbahntyp gearbeitet, der Gruppenumlaufbahn, man installierte die erste Anlage am Kasberg. Daneben lief der Bau anderer Anlagentypen weiter. Die Änderung der Besitzverhältnisse schlug sich wiederum in der Anlagenbeschilderung nieder – seitdem fand sich ein Schild mit der Aufschrift „SSG“ an jeder gebauten Anlage.

Von SSG zu Garaventa und weitere Geschichte Anfang der 1990er Jahre wurde Städeli von Garaventa übernommen. Der Standort in Regau wurde fortan von Garaventa benutzt. Garaventa Österreich fusionierte schließlich 1996 mit dem österreichischen Traditionsunternehmung Girak zu Girak-Garaventa; von nun an war das, was von Swoboda noch übrig war für den Bau von Sesseln für Girak-Garaventa verantwortlich, Seilbahnen wurden fortan in Korneuburg bei Wien im ehemaligen Girak Werk produziert. Garaventa fusionierte schließlich 2002 mit Doppelmayr zur Doppelmayr/Garaventa-Gruppe.

Zur Firmengruppe von Swoboda gehörte bis 2001 auch das Autohaus „Automobile Swoboda“ mit Filialen am selben Ort und in Timelkam.

Im Nachgang der Brandkatastrophe der Gletscherbahn Kaprun 2 im Jahr 2000 wurde auch gegen Angehörige von Swoboda ermittelt, welche die beiden Züge für die Standseilbahn gebaut hatte.netzeitung.de Das Verfahren endete mit Freisprüchen. Die Verantwortung von Swoboda blieb in Folge jedoch umstritten.

Carvatech Am 1. September 2005 wurde die Swoboda Seilbahnbau GmbH in Carvatech umbenannt. Das Unternehmen wurde im April 2001 von neuen Eigentümern übernommen. Der Name CARVATECH verweist auf die aktuellen geschäftsführenden Gesellschafter hin (CARosserie Vockenhuber Aschauer). In heutigen Firmeninformationen (Internet, Prospekte etc.) wird zwar auf die lange Tradition des Unternehmens hingewiesen, dabei jedoch gänzlich auf den Gebrauch des Namens „Swoboda“ verzichtet. Mit der Neustrukturierung der Eigentumsverhältnisse, zog die Verwaltung von Carvatech vom Schloss Oberweis in neu errichtete Büroräumlichkeiten um.

Bauwerke Folgende Tabelle beinhaltet eine unvollständige, beispielhafte Aufstellung der Seilbahnen, die von Swoboda gebaut wurden. Die drittletzte Spalte gibt die Anzahl der Personen wieder, die pro Gehänge befördert werden können.

Ort/Skigebiet Liftname Bauart Personen Baujahr Anmerkung Grödig Untersbergbahn Zweiseilbahn 2 × 50 1961 Carvatech Gondeln seit Dezember 2018 Salzburg Zistlalmlift Schlepplift 2 1951 1987 stillgelegt und abgetragen Bad Leonfelden Sternstein Kombibahn 8 (Kabine) bzw. 6 (Sessel) 2009 Kombibahn mit Sesseln und Kabinen Brandnertal Dorfbahn Einseilumlaufbahn 8 2007 nur Kabinen Type ULTRA, Seilbahn von Doppelmayr Brandnertal Panoramabahn Pendelbahn 60 2007 nur Kabinen, Seilbahn von Steurer Seilbahnen Dachstein Dachstein-Südwandbahn Pendelbahn 50 (+10) 2013 nur Kabinen, eine mit Aussichtsterrasse Haag am Hausruck Luisenhöhe Sesselbahn 1 1964 Hochfilzen Hochfilzen 1 und 2 Schlepplifte 2 ? Hinterstoder Hössbahn Einseilumlaufbahn 6 1985 geplant von SSG, ausgeführt von Swoboda, Kabinen von Carvatech 2010 modernisiert Hinterstoder Hösskogel Sesselbahn 2 1985 geplant von SSG, ausgeführt von Swoboda Kaprun Gletscherbahn Kaprun 2 Standseilbahn 180 1974 nur Fahrbetriebsmittel, Seilbahn von Waagner-Biro Kufstein Kaiserlift I und II Sesselbahn in zwei Sektionen 1 1970 2015 von Doppelmayr renoviert Grän Gondelbahn Füssener Jöchle Einseilumlaufbahn 8 1998 nur Kabinen Type ULTRA, Seilbahn Doppelmayr Meran 2000 Ifinger Seilbahn Pendelbahn 48 1968 nur Kabinen, Seilbahn von Trojer Monte Baldo Malcesine-San Michele-Monte Baldo Pendelbahn 45 bzw. 80 2002 nur Kabinen (Typ Rotair), Seilbahn Doppelmayr Naturns Naturns-Unterstell Pendelbahn 25 2004 nur Kabinen, Seilbahn von Doppelmayr Ravascletto/Monte Zoncolan Valcalda-Monte Zoncolan Funifor 100 2007 nur Kabinen, Seilbahn von Doppelmayr Schenna Taser Pendelbahn 25 2004 nur Kabinen, Seilbahn von Doppelmayr Stubaier Gletscher Gamsgarten Sesselbahn 2 1981 Westendorf Fleidingbahn Sesselbahn 3 1983 2019 abgetragenEmbachHörndlliftSchlepplift2198?Gehänge von DoppelmayrHinterglemmBergfriedlift, Seekarlift, MittereggliftSchlepplifte21999Gehänge von DoppelmayrSöllSilleralmbahnSesselbahn319852008 abgetragenScheffauBrandstadlbahn I und IISesselbahnenje 219722002 abgetragenBrixen im ThaleSonnbergliftSesselbahn219701986 abgetragenKasbergGruppenumlaufbahn (GUB)Gondelbahn12 je Gondel (16)1988

Weblinks mini|Swoboda-Kabine mit Typenschild, 1998 www.carvatech.com – Offizieller Firmenauftritt Swoboda Automobile – Ehemaliger Betriebssektor www.lift-world.info – Datenbank u. a. mit Swoboda-Seilbahnen

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmen (Bezirk Gmunden) Kategorie:Verkehrstechnikhersteller Kategorie:Laakirchen Kategorie:Unternehmensgründung 2005