mini|hochkant=0.70|Karoline (Lotte) Medelsky, 1900 mini|hochkant=0.70|Grabstätte von Lotte Medelsky Lotte Medelsky (* 20. Mai 1880 als Karolina Leopoldina Medelsky in WienTaufbuch Wien St. Josef zu Margareten, tom. 58, fol. 108 (Faksimile). Abweichend zum Teil auch 18. Mai 1880.; † 4. Dezember 1960 in Nußdorf am Attersee, OberösterreichSterbeort laut aeiou. IMDb und rororo Theaterlexikon 2, (2007) nennen dagegen Wien als Sterbeort, IMDb zudem den 5. Dezember als Sterbedatum.; verh. Frank/Krauspe) war eine österreichische Schauspielerin.
Leben Ihr Vater Karl Medelsky (Wien, 6. September 1851–1912) war Gaskassierer der I.C.G.A. Die Mutter Leopoldine, geb. Egner (11. Oktober 1853–1934), war eine Weißnäherin. Sie erhielt ab 1894 eine Ausbildung am Wiener Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde. Auf Empfehlung ihres Lehrers, des Hofschauspielers Alexander Strakosch, wurde sie im Alter von 17 Jahren am Burgtheater engagiert, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 1946 blieb. Sie gab ihr Debüt am 23. November 1896 in dem Lustspiel Krieg im Frieden, anschließend verkörperte sie Hedwig Ekdal in Ibsens Die Wildente. Weitere wichtige Rollen waren Gretchen in Faust (1897) und Christine in Liebelei (1898), die sie auch in späteren Jahren immer wieder darstellte.
Zu ihrem über 200 Rollen umfassenden Repertoire gehörten das Dienstmädchen Rosl in der Uraufführung von Anton Wildgans Dies Irae (1919), Julia in Romeo und Julia oder Amalie in Die Räuber. Sie übernahm die Titelrolle der Jungfrau von Orleans und die Rolle der Cordelia in König Lear. In Stücken von Ludwig Anzengruber war sie als Horlacher-Lies in Der G’wissenswurm und Vroni in Der Meineidbauer zu sehen. Häufig wirkte sie auch in Aufführungen von Werken Gerhart Hauptmanns und Arthur Schnitzlers mit.
Sie gab zahlreiche Gastspiele und war bei den Salzburger Festspielen von 1933 bis 1947 Marthe Schwerdtlein in den Faust-Inszenierungen sowie 1947 und 1949 bis 1952 Jedermanns Mutter in Jedermann und 1948 Heros Mutter in Des Meeres und der Liebe Wellen von Franz Grillparzer. Filmauftritte blieben eine Ausnahme.
Lotte Medelsky war seit 1901 mit dem Schauspieler Eugen Frank (eigentlich Krauspe) verheiratet und lebte abwechselnd in der Villa Bergauer in Hietzing und in Nußdorf am Attersee. Sie hatte eine Schwester, Hermine, die am 29. August 1901 im Volkstheater debütierte. Ihre Kinder Liselotte Medelsky (1907–1981) und Hans Frank (1902–1961) wurden ebenfalls Schauspieler. Ihre letzte Rolle war das Holzweiberl in Der Verschwender.
Ihr ehrenhalber gewidmetes Grab befindet sich auf dem Hietzinger Friedhof (Gruppe 34, Nummer 24I).
Auszeichnungen
1899: Ernennung zur Hofschauspielerin 1924: Ehrenmitglied des Burgtheaters 1926: Ritterkreuz I. Klasse des Österreichischen Verdienstordens 1936: Österreichisches Verdienstkreuz für Kunst und Wissenschaft anlässlich ihrer 40-jährigen Bühnentätigkeit 1937: Ehrenring der Stadt Wien 1939: Aus Anlass des 50. Geburtstages von Adolf Hitler Verleihung des Titels „Staatsschauspielerin“.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger vom 21. April 1939, S. 1. 1947: Professorin am Max-Reinhardt-Seminar
Filmografie 1915: Das Kriegspatenkind 1916: Bogdan Stimoff 1933: Der Musikant von Eisenstadt 1935: 4½ Musketiere 1955: Dunja 1957: Der Verschwender (Fernsehfilm)
Literatur
Wolfgang Beck: Medelsky, Lotte. In: Manfred Brauneck, Wolfgang Beck (Hrsg.): Theaterlexikon 2. Schauspieler und Regisseure, Bühnenleiter, Dramaturgen und Bühnenbildner. Unter Mitarbeit von Werner Schulze-Reimpell. rowohlts enzyklopädie im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-55650-0, S. 480 f.
Weblinks
Biografie
Einzelnachweise
Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Wien Kategorie:Träger des Ritterkreuzes I. Klasse des österreichischen Verdienstordens (1934) Kategorie:Träger des Österreichischen Verdienstkreuzes für Kunst und Wissenschaft Kategorie:Ehrenmitglied des Burgtheaters Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1880 Kategorie:Gestorben 1960 Kategorie:Frau