miniatur|Abt Gregor um 1940 Gregor Pöck OCist (* 24. Februar 1862 in Wiener Neustadt als Karl Johann Pöck; † 18. April 1945 in Heiligenkreuz) war der 63. Abt des Stiftes Heiligenkreuz bei Wien.
Leben Karl Pöck wurde am 24. Februar 1862 als Sohn des Kleinbauern und Fuhrwerkers Johann Pöck und dessen Ehefrau Theresia (geborene Reisenbauer) in Wiener Neustadt geboren und am 26. Februar 1862 auf den Namen Karl Johann getauft.Taufbuch Wiener Neustadt-Hauptpfarre, tom. XVI, fol. 219 (Faksimile), abgerufen am 13. April 2026 Im Taufbuch ist der Familienname als Böck vermerkt.
Im Zuge seiner Schulausbildung besuchte er das Gymnasium in Wiener Neustadt, wurde am 24. August 1881 in Heiligenkreuz als Novize eingekleidet und nahm den Ordensnamen Gregor an. Am 15. August 1886 feierte er seine Primiz und wurde am 3. Dezember 1890 zum Dr. theol. promoviert. Seine Aufgaben im Stift waren zunächst wissenschaftlicher Natur. 1892 wurde er Bibliothekar und Professor für thomistische Philosophie an der theologischen Hauslehranstalt des Stiftes. Er diente auch als Klerikerpräfekt, bis er am 24. Juli 1902 zum Abt erwählt wurde. Die Benediktion empfing er am 20. August 1902 durch Weihbischof Schneider.
1915 wurde Abt Gregor Pöck Generalvikar der österreich-ungarischen Zisterzienserkongregation. Er starb, nach der längsten Regierungszeit aller Heiligenkreuzer Äbte, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, weil er sich im Alter von 83 Jahren in die kalte Stiftskirche gelegt hatte, um Frauen aus der Gemeinde Heiligenkreuz vor sowjetischen Truppen zu schützen. Die darauf erfolgende Erkältung brachte ihm den Tod. Er wurde in der Stiftskirche bestattet, da wegen der Besatzung ein Begräbnis in der Äbtegruft des Ortsfriedhofes nicht möglich war.
Ehrungen 1912 wurde er Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindungen KÖStV Aargau Wien, KÖStV Nibelungia Wien und KÖHV Franco-Bavaria Wien, damals im CV, ab 1933 im ÖCV. In Heiligenkreuz ist eine Straße nach ihm benannt. mini|Abt Gregor Pöcks Wappen, dargestellt auf seinem Grabstein in der Heiligenkreuzer Stiftskirche
Schriften Die Totenkapelle im Stifte Heiligenkreuz. Sonderabdruck aus den Mitteilungen der k.k. Zentral-Kommission für Denkmalpflege 12 (1913), S. 1–9. Erinnerungen an die Tragödie von Mayerling. In: Reichspost (Wien, 30. Jan. 1929). Das „Untere Dormitorium“ im Stifte Heiligenkreuz. In: Deutsche Kunst und Denkmalpflege (1935), S. 186–188. Ein neuentdecktes romanisches Portal der Stiftskirche in Heiligenkreuz. In: Die Denkmalpflege (1932), S. 175–177.
Literatur
Nachrufe: Cistercienser Chronik 54 (1947), S. 181–182. Sancta Crux 12 (1949), S. 2–3.
Weblinks
Einzelnachweise
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