Die Droga ekspresowa S1 (poln. für ,Schnellstraße S1‘) ist eine bis auf eine kurze Lücke bei Lędziny weitgehend fertiggestellte Schnellstraße in Polen und verbindet den Autobahnknoten Pyrzowice, wo sie die Autobahn A1 kreuzt, mit der polnisch-slowakischen Grenze bei Zwardoń und der dort anschließenden slowakischen Autobahn D3.Zmiana przebiegu dróg ekspresowych S1 S52 i S69 na terenie woj. śląskiego (polnisch) Die S1 ist Teil der Europastraßen 75 und 462.

Ein Großteil der 130 km langen Schnellstraße wird als Ostumfahrung des Oberschlesischen Industriegebietes bezeichnet. Sie ist ein Teil des Paneuropäischen Verkehrskorridors VI, Danzig/Tallinn–Warschau–Bratislava.

Planungsgeschichte Eine erste Planung für eine Ostumfahrung des oberschlesischen Industriegebietes stammt aus dem Jahr 1976. (polnisch) Diese Planung wurde in den Plänen von 1985, 1993 und 1996 fortgeführt. (polnisch) Im Jahr 2001 wird die Strecke zum ersten Mal als S1 bezeichnet, dies wurde dann beibehalten.Netzpläne von 1939 bis 2004 Da der Abschnitt zwischen Bielsko-Biała und der Grenze zu Tschechien bei Cieszyn-Boguszowice entgegen der Nummerierung in Ost-West-Richtung verlief, existierten Überlegungen, dies durch Anpassung des Schnellstraßennetzes zu ändern. Diese Überlegungen mündeten in den Beschluss der Regierung vom 19. Mai 2016, durch diesen die Eingliederung des Abschnittes in die neu eingerichtete Schnellstraße S52 erfolgte. In den Verlauf der S1 wurde nun die Trasse der Schnellstraße S69 von Bielsko-Biała zur slowakischen Grenze integriert. Am 4. August 2016 wurde dieser Beschluss durch Änderung der Beschilderung seitens der GDDKiA umgesetzt.

Fertiggestellte Abschnitte AbschnittÜbersicht über alle Abschnitte der Schnellstraße S1 (polnisch/englisch) Länge Bauzeit Baukosten Verkehrsübergabe Ausbauzustand − 2,2 km2010–2012 73 Mio. Złoty(18 Mio. Euro)1. Juni 2012zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen − :nördliche Fahrbahn9,7 km2004–2006 193 Mio. Złoty(49 Mio. Euro)20. November 2006 südliche Fahrbahn2018–2021 122 Mio. Złoty(31 Mio. Euro)17. Mai 2021 2,0 km2002–2004 82 Mio. Złoty(22 Mio. Euro)25. September 2004 − 7,0 km2020–2024 282 Mio. Złoty(71 Mio. Euro)2. Juli 2024 − 24,3 km1973–1983 –30. September 1983 Knoten Bieruń − Knoten Oświęcim 2,9 km2021–2026 212 Mio. Złoty(45 Mio. Euro)23. März 2026(vorerst nur westliche Fahrbahnbrücke über die Gostynia) Knoten Oświęcim – Dankowice 15,2 km2020–2025 990 Mio. Złoty(248 Mio. Euro)25. August 2025 Dankowice – 12,0 km2020–2025 587 Mio. Złoty(147 Mio. Euro)19. Dezember 2025 – 7,3 km2008–2011 772 Mio. Złoty(194 Mio. Euro) 28. Oktober 2011 – 6,2 km 2010–2014850 Mio. Złoty(205 Mio. Euro) 6. November 2014zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen(Reserve für den dritten Fahrstreifen im Bankett) – 9,4 km 2010–2015 24. Juli 2015 – 2,5 km 2005–2006 74 Mio. Złoty(19 Mio. Euro) 19. November 2006eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;zweite Fahrbahn nicht geplant – 4,4 km 2005–2006 81 Mio. Złoty(20 Mio. Euro) 18. November 2006 Knoten Węgierska Górka – Knoten Milówka(Umgehung von Węgierska Górka) 8,5 km2020–2025 1,38 Mrd. Złoty(345 Mio. Euro)23. Oktober 2025 zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen – Szare 2,2 km 2004–2006 107 Mio. Złoty(28 Mio. Euro) 8. Januar 2007eine Fahrbahn mit teilweise je einem Fahrstreifen pro Richtung,teilweise im 2+1-System; zweite Fahrbahn nicht geplant Szare – 4,7 km 2007–2010 392 Mio. Złoty(101 Mio. Euro) 5. März 2010 1,3 km 1999–2000 21 Mio. Złoty(5 Mio. Euro) 2000eine Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen pro Richtung;zweite Fahrbahn nicht geplant – 1,8 km 2007–2008 54 Mio. Złoty(15 Mio. Euro) 11. Dezember 2008 – polnisch-slowakische Grenze 1,4 km 2002–2004 51 Mio. Złoty(13 Mio. Euro) 22. Dezember 2004 zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen pro RichtungSumme119,8 km

Pyrzowice – Pyrzowice Lotnisko Dieser etwa 2,2 Kilometer Abschnitt verbindet den Knoten Pyrzowice mit dem Knoten Pyrzowice Lotnisko, der im Rahmen des Baus dieses Abschnittes neu gebaut wurde. Zuvor begann bzw. endete die Schnellstraße direkt am Flughafen Katowice. Der Abschnitt ist mit zwei Fahrbahnen mit jeweils zwei Fahrstreifen ausgeführt.

Die Trasse wurde mit dem Beschluss über die Umweltverträglichkeit Anfang 2009 festgelegt. Die Baugenehmigung wurde im November 2009 erteilt, der Baubeginn erfolgte im November 2010. Die Bauarbeiten wurden von einem Konsortium bestehend aus den Unternehmen Strabag und Heilit Woerner ausgeführt. Die Baukosten betrugen 73 Mio. Złoty (entspricht etwa 18 Mio. Euro). Die Eröffnung erfolgte zusammen mit dem Abschnitt Pyrzowice – Piekary Śląskie der A1 und dem Knoten Pyrzowice am 1. Juni 2012.Otwarto odcinek autostrady A1 Pyrzowice-Wieszowa (polnisch)S1 Pyrzowice – Lotnisko (GDDKiA) (polnisch)

Pyrzowice Lotnisko – Podwarpie Dieser 11,7 km lange Abschnitt verläuft zwischen den Knoten Pyrzowice Lotnisko und Podwarpie und verbindet den Flughafen über den Knoten Podwarpie mit den Landesstraßen 1 und 86 Richtung Częstochowa/Sosnowiec sowie dem übrigen Straßennetz der Woiwodschaft Schlesien. Der Bau dieses Abschnittes wurde in insgesamt drei Etappen unterteilt, wobei die Realisierung der letzten Etappe noch aussteht.

Die erste Etappe wurde zwischen 2002 und 2004 von Budimex-Dromex realisiert und umfasste den Bau des Knotens Podwarpie sowie eines kurzen Abschnittes der S1 mit zwei Fahrbahnen und je zwei Fahrstreifen pro Richtung im Bereich des Knotens. Die Baukosten betrugen 21,5 Mio. Euro, wobei 15,2 Mio. auf EU-Fördermittel entfielen. Die Etappe wurde am 25. September 2004 dem Verkehr übergeben.S1 Pyrzowice – Podwarpie (GDDKiA) (polnisch) Die zweite Etappe umfasste den Bau einer 9,7 km langen Fahrbahn vom Knoten Podwarpie bis zum Flughafen bzw. zum jetzigen Knoten Pyrzowice Lotnisko. Dazu musste die komplette öffentliche Infrastruktur und Telekommunikation umgebaut und Leitungen umfangreich verlegt werden. Im August 2004 wurde der Bau genehmigt, im Oktober 2005 erfolgte der Baubeginn. Die Bauarbeiten wurden von Strabag ausgeführt und endeten offiziell im Januar 2007. Bereits am 20. November 2006 wurde der Abschnitt feierlich dem Verkehr übergeben. Die Baukosten beliefen sich auf 193 Mio. Złoty (ca. 49 Mio. Euro).Otwarcie drogi ekspresowej S-1 na odcinku Pyrzowice – Podwarpie – II etap (GDDKiA) (polnisch) Die dritte Etappe umfasst den Bau der zweiten Fahrbahn südlich der bestehenden auf dem 9,7 km langen Abschnitt zwischen den Knoten Podwarpie und Pyrzowice-Lotnisko. Zudem soll der Knoten Mierzęcice umgebaut werden. Die Ausschreibung startete im Oktober 2015 und musste nach dem Rückzug aller interessierten Bauunternehmen Ende 2017 abgebrochen und wiederholt werden. Die zweite Ausschreibung startete im Februar 2018 und endete im November des gleichen Jahres mit der Vertragsunterzeichnung zwischen der GDDKiA und der spanischen Baufirma Rubau. Die Bauarbeiten dauerten 21 Monate, sodass die zweite Fahrbahn am 17. Mai 2021 freigegeben werden konnte. Die Baukosten belaufen sich auf 122 Mio. Złoty (ca. 31 Mio. Euro).

Podwarpie – Tychy (Ostumgehung des Oberschlesischen Industriegebietes) Dieser 41,3 km lange Abschnitt führt vom Knoten Podwarpie über Dąbrowa Górnicza, Sosnowiec, Jaworzno, Mysłowice, Imielin und Lędziny nach Tychy und wurde als sog. „Ostumgehung des Oberschlesischen Industriegebietes“ (poln.: Wschodnia obwodnica GOP) zwischen 1973 und 1983 erbaut. Die Verkehrsübergabe erfolgte in zwei Teilstücken: Das Teilstück zwischen den Knoten Podwarpie und Dąbrowa Górnicza Sulno im Jahr 1977 und das weitere Teilstück bis Tychy im September 1983. Auf dem größten Teil ist die Strecke als Schnellstraße S1 ausgeschildert. Sie kann in unterschiedliche Teilstücke unterteilt werden:

Knoten Podwarpie – Knoten Dąbrowa Górnicza Pogoria (7 km) Das Teilstück ist mit zwei Fahrbahnen und je zwei Fahrstreifen und Standstreifen pro Richtung ausgebaut, die Kreuzungspunkte sind jedoch nicht höhenfrei ausgeführt. Somit wird der Abschnitt nicht als Teil der S1, sondern Teil der Landesstraße 1 beschildert. 2010 wurden Planungen aufgenommen, um den Abschnitt komplett zu modernisieren und auszubauen, sodass die Lücke der Schnellstraße geschlossen werden kann. Die Fahrbahnen sollen komplett erneuert und für den Schwerlastverkehr verstärkt werden. Zudem sollen alle nicht höhenfreien Kreuzungspunkte beseitigt, ein Knoten namens Ząbkowice neu gebaut und der bestehende Knoten Pogoria umgebaut werden. Zwei Fußgängerüberwege sowie Parallelstraßen sollen zur Querung und Erreichbarkeit aller angrenzenden Grundstücke dienen. Auch soll der Abschnitt mit Lärmschutzwänden und Grünbrücken ausgestattet werden. Mitte 2012 wurde der Beschluss zur Umweltverträglichkeit erlangt, der im August 2014 nach Abweisung aller Klagen rechtskräftig wurde.S1 Podwarpie – Dąbrowa Górnicza (GDDKiA) (polnisch) Ende November 2018 wurde die Baugenehmigung beantragt, die Ende April 2020 erteilt wurde. Zwischenzeitlich wurde Mitte Dezember 2019 die Ausschreibung gestartet. Mitte März 2020 wurden die eingereichten Angebote veröffentlicht. Das günstigste Angebot reichte ein aus fünf lokalen Unternehmen bestehendes Konsortium unter der Führung von BITUM Sp. z o.o. aus Lubliniec mit einem Preis in der Höhe von 275 Mio. Złoty (ca.  Mio. Euro) bei dem von der GDDKiA beabsichtigten Kostenrahmen von 240 Mio. Złoty (ca.  Mio. Euro) ein. Ende Juli wurde bei der Bewertung dieses Angebot als fehlerhaft verworfen und das zweitgünstigste Angebot von Budimex (282 Mio. Złoty/ca.  Mio. Euro) als bestes Angebot ausgewählt. Am 11. September 2020 wurde der Vertrag zum Abschluss der Planung und zum Bau mit Budimex unterzeichnet. Die Fertigstellung ist nach 30 Monaten Bauzeit für Ende 2023 geplant. Knoten Dąbrowa Górnicza Pogoria – Knoten Mysłowice Kosztowy (24,3 km) Das Teilstück ist mit zwei Fahrbahnen und je zwei Fahrstreifen samt Standstreifen pro Richtung ausgebaut, die Kreuzungspunkte sind höhenfrei ausgeführt. Somit wird der Abschnitt als Teil der Schnellstraße beschildert.S1 Dąbrowa Górnicza – Tychy (GDDKiA) (polnisch) Vom November 2015 bis zum November 2017 wurde ein 330 m langes Brückenbauwerk in Sosnowiec für rund 22 Mio. Złoty (ca. 5 Mio. Euro) vom Unternehmen Mosty Łódź S.A. modernisiert.Drogi, śląskie – dwuletni remont estakady na trasie S1 w Sosnowcu (polnisch) Seit 2019 befindet sich die Modernisierung zweier Teilstücke im Planungsprozess. Dies ist zum einen ein 2,7 km langes Teilstück zwischen den Knoten Dąbrowa Górnicza Pogoria und Dąbrowa Górnicza Podlesie, zum anderen ein 5,5 km langes Teilstück vom Knoten Mysłowice Brzęczkowice und bis zum geplanten Knoten Mysłowice Kosztowy. Knoten Mysłowice Kosztowy – Knoten Tychy Wartogłowiec (10 km) Das Teilstück ist mit zwei Fahrbahnen und je zwei Fahrstreifen samt Standstreifen pro Richtung ausgebaut, die Kreuzungspunkte sind höhenfrei ausgeführt. Somit wird der Abschnitt zurzeit als Teil der Schnellstraße beschildert. Nach der Fertigstellung des Lückenschlusses zwischen Mysłowice und Bielsko-Biała wird dieses Teilstück nicht mehr ein Teil der S1 sein.

Nordostumgehung Bielsko-Biała mini|Brücke über die Biała in Bielsko-Biała (11/2008). mini|Bau einer Brücke der S1 zwischen den Stadtteilen Leszczyny und Straconka.

Die insgesamt 11,9 km lange Nordostumgehung von Bielsko-Biała verläuft vom Westen kommend nach Osten und umkurvt die Stadt vom Norden her. Anschließend biegt die Umgehung am (bisher noch geplanten) Knoten Bielsko-Biała Krzemionki in Richtung Süden und umkurvt die Stadt vom Osten her. Sie ist mit zwei Fahrbahnen mit je zwei Fahrstreifen und einen Standstreifen ausgebaut. Anstelle des Knotens Bielsko-Biała Krzemionki wird der Verkehr über eine Verbindungsrampe des zukünftigen Knotens provisorisch geführt, dort ist eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h festgelegt.