Hans Hermenau (* 17. Juli 1894 in Preußisch Stargard; † 19. März 1981 in Wiesbaden) war ein deutscher Theologe und Mitglied der Deutschen Christen.
Leben Hermenau studierte Evangelische Theologie. Sein Interesse galt der Praktischen Theologie, für die er zum Lizentiaten promoviert wurde. Er wurde Mitglied der Deutschen Christen und trat zum 1. Mai 1933 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.279.886).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/15201557 Im Jahre 1933 wurde er Geschäftsführer der Frauenhilfe, die unter seiner Führung zu „Reichsfrauenhilfe“ umbenannt wurde. Später auftretende Spannungen aufgrund interner Machtkämpfe führten zur Entlassung Hermenaus. Im Jahre 1939 erklärte er seine Mitarbeit am Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben.Hans Prolingheuer: Wir sind in die Irre gegangen:die Schuld der Kirche unterm Hakenkreuz, nach dem Bekenntnis des „Darmstädter Wortes“ von 1947. Pahl-Rugenstein, Köln 1987, ISBN 3-7609-1144-7, S. 150. In zahlreichen Publikationen vertrat er seine Überzeugung von der Rolle der deutschen Frau im Reich Adolf Hitlers.
Der rheinische Frauenhilfspfarrer Wilhelm Kunze sagte über ihn, er habe „das Evangelium der Schrift verlassen und in der Umrahmung biblischer Worte und Gedanken die Botschaft der Deutschen Glaubensbewegung aufgerichtet“.Fritz Mybes: Der Evangelisch-Kirchliche Hilfsverein und seine Frauenhilfe (= Schriftenreihe des Vereins für Rheinische Kirchengeschichte; 92). Rheinland-Verlag / Habelt, Bonn, 1988, ISBN 3-7927-1021-8, S. 240.
1957 bekam Hermenau von der Ev. Kirche Hessen Nassau EKHN den Auftrag im Gebiet der Adolfshöhe in Wiesbaden-Biebrich aufgrund des Baus vieler Wohnungen in der Nachkriegszeit eine Kirchengemeinde zu gründen. Da die Heiligen-Geist-Kirche in Potsdam, an der er Pfarrer war, in der Kriegszeit zerstört wurde, war sein Wunsch die neue Gemeinde Heilig-Geist-Gemeinde zu benennen. Nach einem Entwurf des Architekten Herbert Rimpl mit der Parabel als bestimmendem Stil-Element wurde die Kirche nach 22 Monaten Bauzeit am 3. Advent 1961 von Kirchenpräsident Martin Niemöller eingeweiht. In den Folgejahren wurde das Ensemble bis 1965 um einen Kindergarten mit Wohnungen und ein Pfarrhaus ergänzt.
Am 1. September 1967 ging Hermenau nach 10-jähriger Amtszeit in der Heilig-Geist-Gemeinde und 51 Dienstjahren mit 73 Jahren in den Ruhestand. In diesen 10 Jahren gestaltete er ein vielfältiges und lebendiges Gemeindeleben.
Ehrungen 1972: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
Schriften Im Schein des Weltlichts. Kriegsgedichte; Danzig: Kafemann, 1916 Heiliges Feuer. Andachten und Lieder aus der Kriegszeit; Leipzig: Xenien-Verlag, 1918 Zum Muttertag. Liturgische und homiletische Handreichung und Programm für einen Gemeindeabend; Potsdam: Stiftungsverlag, 1929 Evangelische Frauenhilfe als Volksbewegung; Potsdam: Stiftungsverlag, 1929 Handreichung zum Winter-Arbeitsprogramm Winter 1931/32; Königsberg Pr.: Verlag Unter dem Kreuz, 1931 Hg.: Bausteine zum evangelischen Muttertag. Für die evangelische Frauenhilfe; Potsdam: Stiftungsverlag, 1933 Friedrich Lienhard. Ein Seher des Reiches; Potsdam: Krämersche Buchdruckerei H. Steffen, 1941 Brennende Kerzen; Wiesbaden-Biebrich: Hans Hermenau im Eigenverlag, 1960 40 Jahre Ev. Heilig-Geist Kirche auf der Adolfshöhe, 2001
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Evangelischer Theologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Person der Deutschen Christen Kategorie:Deutscher Kategorie:Korporierter im Wingolf Kategorie:Geboren 1894 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann