Gildeskål ist eine Kommune im norwegischen Fylke Nordland. Die Kommune hat Einwohner (Stand: ). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Inndyr.

Geografie Die Kommune Gildeskål liegt an der Westküste von Nordland in der Region Salten. Gildeskål grenzt im Norden an die Kommune Bodø, im Osten an Beiarn und im Süden an Meløy.

Zu Gildeskål gehören neben dem Gebiet auf dem Festland mehrere vorgelagerte Inseln, wie etwa die Sandhornøya, die Fugløya oder die Sør-Arnøya. Die Sandhornøya, mit 102,9 km² die 43.-größte Insel des norwegischen Hauptlandes, liegt in einem sich von Norden in das Festland einscherenden Fjord. Der Fjordbereich im Westen trägt den Namen Morsdalsfjorden, der im Osten Nordfjorden. Weiter westlich schert sich der Sørfjorden in das Festland ein, so dass sich dazwischen eine Halbinsel bildete. Auf dieser liegt die Ortschaft Inndyr, das Verwaltungszentrum der Kommune. Vor allem im Südosten der Kommune befinden sich mehrere größere Seen, so unter anderem das Storvatnet, das Langvatnet und das Sokumvatnet.

Die höchsten Erhebungen befinden sich im Osten und Süden der Kommune. Auf einigen Inseln der Kommune besteht ein breiterer Küstenstreifen. Abseits der Küstenstreifen sind sowohl die Inseln als auch das Festland alpin geprägt. Die höchste Erhebung ist die Memaurtinden mit einer Höhe von an der Grenze zu Beiarn.

Im Südosten von Gildeskål liegt ein Teil des Láhko-Nationalparks (Láhko nasjonalpark). Er hat insgesamt eine Fläche von 188 km² und erstreckt sich über Teile der Kommunen Gildeskål, Beiarn und Meløy.

Einwohner Nachdem die Zahl der Einwohner bis in das Jahr 1946 noch anstieg, begann sie über die Jahre hinweg stark zu sinken. Im Jahr 2021 lag die Einwohnerzahl bei nur noch 39 % des Wertes von 1946. Ursächlich für den Rückgang ist unter anderem die schlecht ausgebaute Infrastruktur und die lokale Wirtschaft, die lange vor allem auf die Fischerei und Landwirtschaft ausgelegt war. Durch den Bau des Fylkesvei 17 und den Bau der Sandhornøybrua, mit der die Sandhornøya an das Festland angebunden wurde, besserte sich die Situation etwas.

Der Großteil der Einwohner lebt in den Küstengebieten. Am dichtesten besiedelt ist das Gebiet rund um den Ort Inndyr. Inndyr ist der einzige sogenannte Tettsted, also die einzige Ansiedlung, die für statistische Zwecke als eine städtische Siedlung gewertet wird. Zum lebten dort Einwohner.

Die Einwohner der Gemeinde werden Gildeskålfjerding oder auch Gildeskålværing genannt. Gildeskål hat wie viele andere Kommunen der Provinz Nordland weder Nynorsk noch Bokmål als offizielle Sprachform, sondern ist in dieser Frage neutral.

+ Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Veränderung Anzahl Prozent 1960 4308 — — 1970 3510 −798 −18,5 % 1980 2887 −623 −17,7 % 1990 2594 −293 −10,1 % 2000 2351 −243 −9,4 % 2010 1996 −355 −15,1 % 2020 1950 −46 −2,3 %

Geschichte mini|Die Kirche von 1130 Die Gemeinde wurde nach der Einführung der lokalen Selbstverwaltung im Jahr 1837 gegründet. Im Jahr 1853 spaltete man die Kommune Beiarn ab, die zum Zeitpunkt ihrer Gründung 1164 Einwohner hatte. Gildeskål verblieb mit 2375 Einwohnern. Auf der Sandhornøya liegen mehrere Grabhügel aus der Eisenzeit. Auf der Insel gibt es auch eine Steinkiste aus der Wikingerzeit. Zudem wurde für den als Theologen, Politiker und Dichter tätigen Elias Blix, der auf der Insel aufwuchs, ein Bautastein errichtet.

In der Kommune Gildeskål liegen mehrere Kirchen. Die älteste davon ist die mittelalterliche Steinkirche Gildeskål gamle kirke, die 1130 errichtet wurde. Im Jahr 1710 kam es dort zu einem Brand und sie wurde bei der Wiedererrichtung vergrößert. Als 1881 die Holzkirche Gildeskål hovedkirke fertig stand, wurde sie längere Zeit nicht mehr genutzt, bevor sie in den 1930er-Jahren restauriert wurde. Die Ausstattung der Kirche ist eine der best erhaltenen aus dem 18. Jahrhundert in ganz Norwegen. Sowohl die neue als auch die alte Kirche befinden sich nördlich von Inndyr. Die Saura kirke ist ebenfalls eine Holzkirche und wurde im Jahr 1884 errichtet. Sie liegt auf dem Festland im Osten der Insel Sandhornøya.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Von Süden kommend führt der auch als „Küstenstraße“ bekannte Fylkesvei 17 entlang der Westküste des Festlandes durch die Gemeinde. Im Südwesten verläuft die Straße durch den Straßentunnel Storvikskartunnel, bevor er weiter an der Küste weiterführt. Der Fylkesvei 17 führt nicht auf die Halbinsel, auf der die Ortschaft Inndyr liegt, sondern er verläuft weiter östlich entlang der Küste des Nordfjords. Nach Inndyr führt der vom Fylkesvei 17 abzweigende Fylkesvei 838. An der Nordspitze der Halbinsel führt eine Fähre auf die Sandhornøya. Auf der Insel besteht zudem an der Ostküste eine Brückenverbindung mit dem Fylkesvei 17.

Wirtschaft Die Landwirtschaft und Fischerei sind weiterhin von größerer Bedeutung für die Bewohner der Gemeinde. Der Großteil der an Land gebrachten Fische wird jedoch außerhalb der Kommune gefangen, wobei der Fang von Kabeljau am weitesten verbreitet ist. Des Weiteren werden Fischzuchtstationen betrieben. In der Landwirtschaft ist vor allem die Tierhaltung und hier besonders die Haltung von Rindern und Schafen verbreitet. Von eher geringer Bedeutung ist die Industrie, wobei vor allem die Fischveredelung eine Rolle spielt. In Gildeskål liegen mehrere Wasserkraftwerke, das größte davon ist das Kraftwerk Sundsfjord mit einer jährlichen Durchschnittsproduktion von etwa 562 GWh. Im Jahr 2019 arbeiteten von 929 Arbeitstätigen 682 in Gildeskål selbst, der Rest verteilte sich vor allem auf die beiden Gemeinden Bodø und Meløy.

Name und Wappen Das seit 1988 offizielle Wappen der Kommune zeigt einen silbernen Kelch auf blauem Hintergrund. Das Gebiet wurde im Jahr 1430 als Gildaskala sokn erwähnt. Der Name leitet sich vom altnordischen gildaskáli ab, was übersetzt „Treffpunkt für eine Gilde“ bedeutet.

Persönlichkeiten Elias Blix (1836–1902), Dichter von Kirchenliedern und Politiker

Weblinks

Gildeskål im Store norske leksikon (norwegisch) Fakten über Gildeskål beim Statistisk sentralbyrå (norwegisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1837