Roush Fenway Keselowski Racing, in der Regel abgekürzt als RFK Racing bekannt, ehemals Roush Racing und Roush Fenway Racing, ist ein Motorsportteam, das in der NASCAR Cup Series und der Xfinity Series antritt. Bis zur Saison 2009 nahm das Team auch an Rennen der NASCAR Craftsman Truck Series teil. Das Team wurde 1988 als kleiner eigenständiger Unternehmenszweig des in Livonia, Michigan ansässigen, erfolgreichen Automobiltechnikunternehmens und Zubehörherstellers für Straßenrennequipment von Jack Roush gegründet. Die NASCAR-Operationen, die von Concord, North Carolina aus gesteuert werden, sind seitdem zu einem wichtigen Eckpfeiler und Kern des Unternehmens geworden. Es gewann in den beiden aufeinanderfolgenden Saisons 2003 und 2004 die Meisterschaft in der Cup-Serie mit Matt Kenseth und Kurt Busch als Fahrern. Carl Edwards’ Sieg im Dodge Dealers 400 auf dem Dover International Speedway in der Saison 2007 war der 100. Sieg des Teams in der Cup-Serie von NASCAR. Seit der Gründung setzt Roush Fenway Racing ausschließlich Ford-Modelle ein.
NASCAR Sprint Cup Überblick Roush Fenway Racing ist einer der größten Rennställe im Sprint Cup und geht mit vier Vollzeitteams an den Start. Das Engagement ist vollständig auf den Einsatz von vier Wagen ausgelegt. Dieser Aspekt erlaubt den Austausch von Informationen und Ressourcen innerhalb der gesamten Unternehmen und soll dadurch die Leistungen aller einzelnen Teams verbessern. Seit der Saison 2004 stammen die Motoren von Roush-Yates Engines, einer Partnerschaft zwischen Roush Fenway Racing und Yates Racing. mini|Hauptquartier von Roush Fenway Racing
Wagen #06 Die Startnummer 06 versuchte sich in der Saison 2006 für elf Rennen zu qualifizieren, um die im Fahrerentwicklungsprogramm befindlichen Fahrer auf ihre Zukunft in der Cup-Serie vorzubereiten. Todd Kluever war ursprünglich alleiniger Fahrer, wurde aber für fünf der elf Rennen durch David Ragan ersetzt. Das Debüt des Wagens fand am 9. Juli 2006 auf dem Chicagoland Speedway mit Kluever als Fahrer und 3M als Sponsor statt. Kluever fuhr auch die Rennen auf dem Michigan International Speedway, Kansas Speedway und Lowe’s Motor Speedway, konnte sich auf dem California Speedway, Phoenix International Raceway und Homestead-Miami Speedway nicht qualifizieren. David Ragan fuhr den Wagen auf dem Dover International Speedway im September 2006 und dem Martinsville Speedway, verpasste aber das zweite Saisonrennen auf dem Texas Motor Speedway.
Wagen #6 Der Wagen mit der Startnummer 6 war der ursprüngliche Wagen, mit dem Roush Racing in der NASCAR debütierte. Das Debüt fand beim Daytona 500 der Saison 1988 statt mit Stroh’s Light als Sponsor und Mark Martin als Fahrer. Wegen eines Motorschadens in Runde 19 beendete er das Rennen auf Platz 41. Im Verlauf der Saison verbesserte sich die Leistung und Martin holte eine Pole-Position sowie zehn Top-10-Ergebnisse. Mit den Erfahrungen des ersten Jahres errang das Team mit Martin am Steuer in der Saison 1989 sechs Pole-Positionen, 18 Top-10-Ergebnisse und den ersten Sieg im AC Delco 500 auf dem North Carolina Speedway. Dank dieser Leistungen beendete das Team die Saison auf Platz drei in der Meisterschaft.
Mit Folgers als neuem Sponsor in der Saison 1990 gewann Martin jeweils drei Rennen sowie Pole-Positionen und beendete mit Ausnahme von sechs Rennen alle in den Top 10. Martin führte die Meisterschaft über weite Teile der Saison an, konnte die Gunst der Stunde aber nicht nutzen und verlor am Ende der Saison mit 26 Punkten gegenüber Dale Earnhardt. Nachträglich stellte sich die Strafe in Form von 46 Punkten Abzug aufgrund einer Regelverletzung im zweiten Saisonrennen als entscheidend für den Ausgang der Saison heraus. In der Saison 1991 konnte das Team nicht an die guten Leistungen des Vorjahres anknüpfen und Martin wurde nur Sechster in der Meisterschaft. Seinen einzigen Sieg der Saison erzielte er im Saisonfinale auf dem Atlanta Motor Speedway.
Im Jahre 1992 kam Valvoline als neuer Sponsor hinzu, aber in der Meisterschaft gab es keine Verbesserung. Erst mit fünf Siegen in der Saison 1993 erreichte Martin verbesserte sich die Situation und er beendete die Saison als Dritter. In der Saison 1994 musste sich Martin in der Meisterschaft erneut Dale Earnhardt geschlagen geben und wurde wiederum Meisterschaftszweiter. 1995 schlug Martin seinen ehemaligen Teamkollegen Wally Dallenbach jr. in Watkins Glen und gewann sein bis dato höchstes Preisgeld seiner Karriere mit 1.893.519 US-Dollar. Ein Rückschlag folgte in der darauffolgenden Saison, als Martin kein einziges Rennen gewann. Besser verlief die Saison 1997, als Martin viermal siegte und Dritter in der Meisterschaft wurde. Die bis dato beste Saison lieferte Martin im Jahre 1998 ab. Martin gewann sieben Rennen, doch auch diese Leistung reichte nicht zur Meisterschaft, als er sich Jeff Gordon geschlagen geben musste. Trotz nur zwei Siegen in der Saison 1999 beendete Martin 26 der 34 Rennen in den Top 10.
mini|#6 Viagra Ford Taurus 2005 mini|David Ragan im August 2007 auf dem Bristol Motor Speedway. Nach nur einem Sieg im Jahre 2000 verließ Hauptsponsor Valvoline das Team und wechselte zu MB2 Motorsports. Neuer Hauptsponsor wurde Pfizer/Viagra. Zusätzlich diente Martin während der Saison als Mentor und Mitbesitzer des Wagens von Rookie Matt Kenseth. Er selbst gewann kein Rennen und wurde nur Zwölfter in der Meisterschaft, was das schlechteste Ergebnis seit 1988 war. Erst in der Saison 2002 gewann Martin wieder ein Rennen und wurde in der Meisterschaft knapp von Tony Stewart geschlagen. In der darauffolgenden Saison ließ die Leistung wieder nach. Martin gewann erneut kein einziges Rennen und belegte in der Meisterschaft den 17. Platz. Dank besserer Ergebnisse mit einem Sieg auf dem Dover International Speedway verbesserte sich Martin auf den vierten Platz am Ende der Saison. Vor dem Start der Saison 2005 verkündete Martin, dass diese Saison seine letzte volle Saison werden würde. Auf seiner „Salute to You“-Abschiedstour holte Martin noch einen Sieg, 19 Top-10-Ergebnisse sowie einen vierten Platz in der Meisterschaft. Nachdem Roush aufgrund von Vertragsangelegenheiten auf einmal für die Saison 2006 ein Fahrer fehlte, stieg Martin für eine weitere volle Saison in die Startnummer 6 mit AAA als neuem Sponsor. Nach Martins Weggang sollte Todd Kluever eigentlich den Wagen in der Saison 2007 übernehmen. Aufgrund seiner schlechten Ergebnisse in der Busch Series entschied sich Roush Fenway Racing dazu, David Ragan als neuen Fahrer ans Steuer der Startnummer 6 zu setzen. Seine erste Saison als Vollzeitfahrer blieb ohne große Höhepunkte, in seinem zweiten Vollzeitjahr verpasste Ragan nur knapp den Einzug in den Chase for the Sprint Cup. In der Saison 2009 konnte er nicht an die Erfolge des Vorjahres anknüpfen.
Wagen #16 mini|#16 National Guard Ford Taurus 2005 Der Wagen mit der Startnummer 16 war der zweite Wagen, der von Roush Fenway Racing in der Cup-Serie eingesetzt wurde. Er debütierte beim Daytona 500 der Saison 1992 mit Keystone als Sponsor. Wally Dallenbach jr. belegte im ersten Rennen den 15. Platz. Im Verlauf der Saison erzielte er aber nur ein Top-10-Ergebnis und wurde 24. in der Meisterschaft. Die Saison 1993 verlief etwas besser für Dallenbach jr. und er erzielte vier Top-10-Ergebnisse. Ab der Saison 1994 wurde Ted Musgrave neuer Fahrer des Wagens und The Family Channel neuer Sponsor. Die Ergebnisse verbesserten sich schlagartig. Musgrave erzielte drei Pole-Positionen und beendete die Saison als 13. in der Meisterschaft. Am Ende der Saison 1995 verbesserte er sich um sechs Plätze auf Platz sieben. Dennoch gelang es Musgrave nicht, ein Rennen zu gewinnen. Gegen Halbzeit der Saison 1998 wurde Musgrave entlassen und durch Kevin Lepage ersetzt, der hinter Kenny Irwin jr. zweiter in der Wertung des Rookie of the Year wurde.
Mit TV Guide erzielte Lepage zu Beginn der Saison 1999 einen fünften Platz auf dem Darlington Raceway sowie die Pole-Position beim Saisonfinale in Atlanta Motor Speedway. TV Guide verlängerte den Sponsorenvertrag nicht, so dass die Startnummer 16 zu Beginn der Saison 2000 ohne Sponsor fuhr, bevor ein mehrjähriger Vertrag mit FamilyClick unterzeichnet wurde. Im Verlauf der Saison verpasste Lepage zwei Rennen und fiel auf Platz 38 in der Meisterschaft zurück. Da FamilyClick mit der Leistung des Teams nicht zufrieden war, zog es sich als Sponsor zurück und das Team trat in der Saison 2001 nicht an. In der Saison 2002 kehrte es in die Cup-Serie zurück und diente dazu, den Champion der Craftsman Truck Series Greg Biffle auf seinen Einsatz vorzubereiten. Biffle absolvierte in dieser Saison insgesamt sieben Rennen. 2003 absolvierte Biffle sein Rookie-Jahr im Cup mit W. W. Grainger als Sponsor. Er ging in 35 von 36 Rennen an den Start, gewann das Pepsi 400 und wurde Zweiter in der Rookie-Wertung hinter Jamie McMurray. In der darauffolgenden Saison wurde die National Guard neuer Hauptsponsor und Biffle gewann zwei Rennen. 2005 stieg 3M und seine Marke Post-It als Zweitsponsor ein und ersetzten Subway. Die Saison wurde die bis dato erfolgreichste des Teams mit sechs Saisonsiegen und Platz zwei in der Meisterschaft. In der Saison 2006 rutschte es aber auf Platz 13 ab. Nachdem die National Guard zur Saison 2007 als Sponsor zur Startnummer 25 von Hendrick Motorsports wechselte, stieg Ameriquest als neuer Hauptsponsor ein zusammen mit 3M und Aflac. In den Jahren 2008 und 2009 gelang Biffle die Qualifikation zum Chase for the Sprint Cup.
Wagen #17 mini|#17 DeWalt Tools Ford Taurus 2004 Der Wagen mit der Startnummer 17 debütierte für ausgewählte Rennen in der Saison 1999 mit Matt Kenseth als Fahrer sowie DeWalt als Hauptsponsor. Das erste Rennen, bei dem er eingesetzt wurde, war das Pepsi 400 auf dem Michigan International Speedway, bei dem Kenseth auf Platz 14 landete. Einen Monat später ersetzte er Bill Elliott und wurde Vierter.
mini|links|Kenseths USG Sheetrock-Rennwagen Im Jahre 2000 trat das Team erstmals eine komplette Saison an. Kenseth gewann das Coca-Cola 600 und schlug den favorisierten Dale Earnhardt junior im Rennen um den Titel des Rookie of the Year. 2001 blieb Kenseth sieglos und wurde mit neun Top-10-Ergebnissen 13. in der Meisterschaft. Sichtbare Verbesserungen brachte die Saison 2002 mit fünf Siegen und einem achten Platz am Ende der Saison.
Mit nur einem Sieg auf dem Las Vegas Motor Speedway gewann Kenseth die Meisterschaft der Saison 2003 mit einem Vorsprung von 90 Punkten. Es war der erste Titel für Roush Fenway Racing. In der Saison 2004 gewann er zweimal und schaffte den Einzug in den Chase for the Nextel Cup, wo er den achten Platz belegte. Nach einem schlechten Start in die Saison 2005 schaffte Kenseth mit einem Sieg auf dem Bristol Motor Speedway erneut den Einzug in den Chase. Mit vier Siegen 2006 wurde er Zweiter in der Meisterschaft hinter Jimmie Johnson. Auch in den folgenden Jahren pilotierte Kenseth die Startnummer 17 und schaffte 2007 und 2008 den Einzug in den Chase for the Sprint Cup. In der Saison 2009 belegte Kenseth Platz 14 der Gesamtwertung. Am Ende des Jahres verließ der langjährige Sponsor DeWalt das Team. Seit Beginn der Saison 2010 ist Crown Royal Hauptsponsor der Startnummer 17.
Wagen #26 mini|Der Ford Fusion #26, gefahren von Jamie McMurray in Bristol 2006 Der Wagen mit der Startnummer 26 debütierte beim Herbstrennen auf dem Charlotte Motor Speedway in der Saison 1993 als Startnummer 97. Fahrer des von Kleenex gesponserten Wagens war Chad Little, Eigentümer Greg Pollex. Bis zum Ende der Saison 1996 traten Little und Pollex mit diversen Sponsoren bei ausgewählten Rennen an, bevor 1997 mit John Deere als Sponsor die erste volle Saison folgte. Nach finanziellen Problem und schlechten Leistungen kaufte Roush das Team zu drei Vierteln im Verlauf der Saison. Little qualifizierte den Wagen für 27 der insgesamt 32 Saisonrennen. In der Saison 1998 kehrte das Team mit Ford als neuem Hersteller zurück.