Die Nieuport-Delage NiD 29 war ein einsitziges Kampfflugzeug. Der Doppeldecker wurde im Wesentlichen während der 1920er Jahre eingesetzt.
Entwicklungsgeschichte Der Prototyp des einsitzigen Kampfflugzeugs (Kategorie C.1) Nieuport-Delage NiD 29, ein Doppeldecker mit gleicher Spannweite und Querrudern an den oberen und unteren Tragflächen, unternahm seinen ersten offiziellen Testflug am 21. August 1918. Das Modell erbrachte eine gute Leistung, bis auf die geplante Gipfelhöhe, die es nicht erreichte. Der zweite Prototyp hatte ebenfalls einen Hispano-Suiza-8Fb-Motor und den schlanken Rumpf mit dem runden Querschnitt seines Vorgängers; die Spannweite war etwas erweitert. Nachdem die vorgeschriebene Gipfelhöhe erreicht war, ging die NiD 29 Anfang 1920 in Serie.
Die Serienmaschinen waren in Einzelheiten verbessert; der auffälligste Unterschied war das Fehlen der Querruder an den oberen Tragflächen sowie die Vergrößerung der unteren Flügel. Erste Auslieferungen an die französische Aviation Militaire wurden 1922 durchgeführt; der Typ ging an die Escadrilles SPA 37, 81 und 91 (später in 101, 102 und 103 umbenannt), die in Deutschland stationiert waren. Die NiD 29 wurden populär, obwohl die Piloten die Neigung der Maschine zum Trudeln bemängelten. Etwa 250 Exemplare wurden von Nieuport und sieben anderen Firmen für das französische Militär gebaut. zwischen 1922 und 1924 gingen insgesamt 18 Aufträge ein.
Die NiD 29 war bald das bedeutendste Kampfflugzeug der 20er Jahre. Unter den französischen NiD 29, die gegen Rif-Aufständische in Marokko eingesetzt wurden, befanden sich auch einige Exemplare, die auf den Standard B.1 gebracht worden waren und kleine Bomben aufnehmen konnten. Die spanischen Nieuport nahmen ebenfalls im Kampf gegen die nordafrikanischen Aufständischen teil.
Varianten NiD 29 B.I Experimentelle Angriffsversion des Kampfflugzeugs mit sechs 10-kg-Bomben; der berühmte Pilot Sadi Lecointe verdiente sich mit einer NiD 29 B.1 drei ehrenvolle Erwähnungen und seine Beförderung; nur eine kleine Reihe von Maschinen wurde auf diese Konfiguration umgebaut.
NiD 29bis Die NiD 29bis wurde während der Pariser Luftfahrtschau des Jahres 1922 ausgestellt; sie wies eine reduzierte Flügelfläche und einen steuerbaren Hecksporn auf, es wurde nur ein Prototyp gebaut.
NiD 29G mini|NiD 29G Parallel zu den Prototypen mit Hispano-Motoren gebaute Version mit Gnome-9N-Umlaufmotor; das erste von zwei Exemplaren wurde später für den Hispano-Motor modifiziert und mit zwei Hauptschwimmern und einem Heckhilfsschwimmer ausgerüstet; die Maschine nahm daraufhin beim Seeflugzeugtreffen für den Grand Prix de Monaco von 1920 teil; das zweite Exemplar wurde mit dem Gnome-Motor als mögliches trägergestütztes Kampfflugzeug getestet und dann 1920 als NiD 32RH mit einem Le Rhône 9R mit 180 PS (134 kW) umgebaut.
NiD 29D Eine für einen Höhenrekord umgebaute Maschine; durch einen Rateau-Lader erreichte das Exemplar eine Höhe von 7.000 m.
NiD 29 E.I Für die Aviation Militaire gebaute Schulvariante mit einem Hispano-Suiza-Motor mit 180 PS (134 kW) und einem synchronisierten Vickers-Gewehr.
NiD 29 SHV mini|NiD 29 SHV Seeflugzeugvariante für das Rennen um die Schneider-Trophy von 1919; Spannweite auf 8,00 m reduziert und Flugwerk ohne militärische Einrichtung; von zwei gebauten Exemplaren wurde eines 1921 angemeldet; jedoch nahm keine NiD 29 am eigentlichen Wettbewerb teil.
NiD 29V 1929 von dem Konstrukteur Mary gemeinsam mit dem Firmeningenieur Gustave Delage entwickeltes leichtes Rennflugzeug mit einer Spannweite von nur 6,00 und einem auf 320 PS (239 kW) gebrachten Hispano-Suiza 8FB; die maximale Startmasse betrug nur noch 936 kg; die drei gebauten Rennflugzeuge wurden mehrfach modifiziert und waren bei verschiedenen Veranstaltungen erfolgreich. Sadi Lecointe gewann 1919 den Coupe Deutsch und 1920 die Gordon Bennett Trophäe mit NiD 29V.
NiD 29V bis Die NiD 29V bis war eine umgebaute Maschine, die durch Weglassen des offenen Cockpits mit seiner Windschutzscheibe und der Kopfstütze eine höhere Geschwindigkeit erreichen sollte; der Pilot hockte im Rumpf und konnte nur durch winzige Fenster nach außen sehen; die Zerstörung der Maschine bei einem Landeunfall im April 1921 war keine Überraschung.
Nutzer ca. 10 Maschinen 108 Maschinen (darunter 87 von SABCA in Lizenz hergestellt); 30 Maschinen, zehn davon in Lizenz in Spanien gebaut 250 Maschinen 6 Maschinen (zusätzlich 175 von Macchi & Caproni in Lizenz hergestellt) 1 Maschine (Nakajima baute zusätzlich nicht weniger als 608 Lizenzmaschinen KO-4) 9 Maschinen 12 Maschinen (weitere in Lizenz hergestellt)
Technische Daten mini|Dreiseitenansicht der NiD 29 C.1
Kenngröße Daten Besatzung 1 Länge 6,49 m Spannweite 9,70 m Höhe 2,56 m Flügelfläche 26,70 m² Leermasse 760 kg Startmasse 1150 kg Antrieb ein Achtzylinder-V-Motor Hispano-Suiza 8Fb mit Höchstgeschwindigkeit 235 km/h Reichweite 580 km Dienstgipfelhöhe 8500 m Bewaffnung zwei starre, vorwärtsfeuernde 7,7-mm-Vickers-MG
Siehe auch Liste von Flugzeugtypen
Weblinks
Aviafrance
Kategorie:Jagdflugzeug (bis 1919) Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1918