mini|Clipper Super Touring Sedan (5642); Limousine 4 Türen (1956) in Corsican Black und Danube Blue. Der Packard Clipper war ein PKW-Modell, das die Packard Motor Car Company von 1941 bis 1954 und die Studebaker-Packard Corporation 1955 und 1957 herstellte. Die 1956 gebauten Clipper werden als eigene Automarke und nicht als Packard-Modelle betrachtet.

Modellreihen 1941 (19. Serie) mini|Packard Clipper 1941 Packard führte das Modell Clipper als Teil der 19. Automobil-Serie ein. Der Wagen hatte „Fade Away“-Styling, d. h. die vorderen Kotflügel liefen in die vorderen Türen aus und war mit dem Reihen-Achtzylindermotor des Packard One-Twenty bestückt, der durch eine geringfügig höhere Verdichtung von 120 bhp (89,5 kW) auf 125 bhp (93,2 kW) gebracht worden war; dieser Motor konnte auch für den One Twenty geordert werden. Das Fahrgestell war ebenfalls vom One-Twenty abgeleitet worden. Der Radstand von One-Twenty und Clipper war mit 127 Zoll (3226 mm) identisch,Packard Information: 1941 Packard Clipper. der Clipper war aber niedriger und breiter als die Modelle vor ihm; er war der erste Packard in Stromlinienform. In der Werbung wurde darauf hingewiesen, dass „ein normal großer Mann“ über das Dach sehen konnte. Technische Voraussetzung für die Karosserieform war ein ungewöhnliches Blechstanzteil dessen Größe und Komplexität an die Grenze des damals technisch Machbaren ging. Dieses eine Teil umfasst den oberen Teil der Motorspritzwand, die Öffnung für die zweiteilige Windschutzscheibe, das gesamte Dach und das Heckteil mit der Aussparung für den Kofferraum. Die einzige erhältliche Karosserieform (Modell 1951-1401) war ein viertüriger Touring Sedan. eine Bezeichnung, die Packard traditionell für Limousinen mit integriertem Kofferraum verwendete. Der Packard Clipper lag mit einem Listenpreis von US$ 1420 zwischen dem entsprechenden Touring Sedan der Baureihen One-Twenty und Super Eight One-Sixty.Kimes/Clark: Standard Catalogue of American Cars 1805–1942. 1996, S. 1139.

Der Entwicklung des Designs gingen drei Entwürfe voraus; zwei von auswärts und der dritte, der schließlich gewählt wurde, vom hauseigenen Team. Howard A. Darrin, einer der externen Bewerber, behauptete jahrzehntelang, er habe einen sehr kurzfristigen aber festen Auftrag von Packard für dieses Design gehabt. Ihm seien 10.000 USD versprochen worden, wenn er binnen Wochenfrist ein verwendungsfähiges Tonmodell abliefern würde. Das habe er getan, sei aber nie dafür bezahlt worden und Packard habe einfach sein Design etwas überarbeitet und dann übernommen. Beweisen konnte Darrin diese Aussage allerdings nicht. Der Clipper wurde indes sehr gut aufgenommen und mit 16.600 Einheiten das erfolgreichste Packard-Modell des Kalenderjahrs 1941.Kimes/Clark: Standard Catalogue of American Cars 1805–1942. 1996, S. 1103. sein Einfluss auf das US-Automobildesign wurde bald mit dem wegweisenden Cadillac Sixty Special verglichen. Tatsächlich finden sich Elemente wie „Fade Away“-Kotflügel noch Jahre später an Automobilen wie dem Rolls-Royce Silver Cloud, Daimler Conquest und Majestic oder dem Vanden Plas Princess. Der Werbespruch für den Clipper war „Skipper the Clipper!“.

1942 (20. Serie) mini|Packard Clipper Convertible Victoria von Darrin (1942) Für die 20. Automobil-Serie, die ab 25. August 1942 in den Verkauf gelangte, war das Clipper-Konzept des Vorjahres deutlich ausgeweitet worden und in jeder der vier Modellreihen Six (119), Eight (120), Super Eight (160) und Custom Super Eight (180) gab es Clipper-Versionen. Neu stand mit dem Club Sedan nun auch eine zweitürige Version mit gerundetem Fließheck zur Auswahl.

Clipper Six und Clipper Eight teilten das Fahrgestell vom Vorjahr. Beide waren als Special und als luxuriöserer Custom erhältlich. Es gab je einen Touring Sedan und ein Club Coupe; der Special Six war außerdem als zweisitziges Business Coupe erhältlich; d. h. ein Club Coupe ohne Rückbank und mit Durchgang zum Kofferraum. Das so entstandene, geräumige Abteil war mit widerstandsfähigem Material ausgelegt. Ab Werk gab es nie eine offene Version des Clipper. Drei Exemplare entstanden in Handarbeit bei Darrin, eines davon für den Hollywood-Schauspieler Clark Gable. Die offenen Versionen von Six (110) und Eight (129) entsprachen bis auf einige Details dem jeweiligen Convertible des Vorjahres. Alle Modelle Nr. 2001, 2002 und 2003 (Six); 2033, 2023, 2004, 2005 und 2055 (Eight); 2006, 2007 und 2008 (Super-Eight), wurden an den Clipper angepasst und hatten die Stylingelemente des 1941 eingeführten Clipper.

1946–1947 (21. Serie) mini|Packard Clipper Custom Super Touring Sedan Modell 2106-1622 (1947) mini|Packard Clipper Custom Super 21. Serie; Sedan oder Limousine auf langem Radstand für 9 Personen (1946–1947)

1946 und 1947 hatten alle Packard Karosserien im Stile des Clipper und wurden auch als Clipper bezeichnet. Sie bilden die 21. Serie welche am 19. Oktober 1945 mit dem Clipper Eight anlief. alle weiteren Modelle folgten erst am 18. April 1946. Die 21. Serie lief bis zum 7. September 1947, also über zwei Modelljahre. 1946er unterscheiden sich von 1947er Modellen nur durch die Fahrgestellnummern.

Neu gab es zwei Taxi-Versionen, eine davon mit langem Radstand.

Clipper als Junior-Modell 1953 (26. Serie) mini|Packard Clipper Deluxe Touring Sedan Modell 2662 in Polaris Blue und Dach in Meridian Blue Metallic (1953). Die Reifen mit schmalen Weißwandringen sind nicht korrekt für dieses Modelljahr.

Der Name Clipper wurde mit Erscheinen von Packards 22. Automobil-Serie gestrichen, obwohl die von der Firma als neu entwickelte Autos angekündigten Fahrzeuge letztendlich nur umgestylte Clipper waren. In einer Zeit, in der die Firma praktisch jedes hergestellte Automodell verkaufen konnte, bestand ihr Präsident George Christopher auf eine Konzentration auf die niedrigpreisigen Autos, während der alte Konkurrent Cadillac sich eher dem Markt großer Fahrzeuge zuwandte.

Die 22. und 23. Automobil-Serie (ab Mitte 1949) hatte des „umgekehrte Badewanne“n-Styling, das in den späten 1940er-Jahren kurzzeitig beliebt war. Zum Nachteil der Firmen Packard, Nash, Hudson, Kaiser und Frazer führte zur selben Zeit General Motors Modelle ein, die flacher, kompakter und nicht so schwülstig waren. Das neue GM-Styling gewann bald die Gunst der Kunden, während die „Badewannen“ bald aus der Mode kamen.

Nach bitteren internen Querelen entschied sich das Management von Packard schließlich, die „Badewannen“ abzuschaffen und eine ganz neue 24. Automobil-Serie für das Modelljahr 1951 aufzulegen. Das „High Pocket“-Design (wegen der hohen Gürtellinie so genannt) war viel moderner und eindrucksvoller. Dennoch kämpfte Packard mit seinen Modellen 200 und 250 hart um den Mittelklassemarkt, der in diesen Jahren von Marken wie Oldsmobile, DeSoto und anderen dominiert wurde. James J. Nance wurde 1952 Präsident der Gesellschaft und bemühte sich sofort darum, die niedrigpreisigen Modelle von den teureren Packards abzusetzen. So beschloss er, die Modelle 200 und 250 in eine neue Modellreihe „Clipper“ münden zu lassen, die 1953 herauskam.

Nance wollte den neuen „Clipper“ ursprünglich als eigene Marke einführen, um die Mittelklasse abzudecken, die seiner Meinung nach das Image von Packard nach unten zog. Als das Gerücht bei den Packard-Händlern ankam, dass sie ihren Bestseller an eine neue Marke verlieren sollten, streikten sie. Zur Beruhigung der Situation ließ Nance den Clipper als Packard erscheinen, arbeitete aber weiter an der Abspaltung einer eigenen Marke. So wurde der Name Packard Clipper wieder eingeführt, bezeichnete aber jetzt die kleinen Modelle, die zuvor als Packard 200 angeboten worden waren. Das Management unterschied fortan sehr genau zwischen „Packard“ und „Packard Clipper“.

Den Clipper gab es in der Basisausstattung als viertürigen Touring Sedan (Modell 2692), zweitürigen Club Sedan (Modell 2695) und als „Sportster“ genanntes zweitüriges Hardtop. Die etwas gehobenere DeLuxe-Version war nur als Touring Sedan (Modell 2662) und Club Sedan (Modell 2665) erhältlich. Ein DeLuxe-Hardtop wurde nicht angeboten weil es praktisch baugleich mit dem Packard Mayfair (vormals 250) gewesen wäre. Das lag daran, dass in der Basisversion des Clipper zwar der kleine Reihenachtzylindermotor mit 288 ci (4719 cm³) mit 150 PS eingebaut wurde, der DeLuxe jedoch den größeren Reihenachtzylinder mit 327 ci (5359 cm³) besaß, der unter anderem auch im „Senior“-Modell Mayfair Hardtop Verwendung fand. Allerdings leistete er infolge niedrigerer Verdichtung im Clipper DeLuxe nur 160 PS statt der 180 in den „Senior“-Modellen.

Äußerlich unterschieden sich alle Clipper von den teureren Modellen durch einen glatten Chromstab im Kühlergrill, während dieser bei den teuren Modellen eingekerbt war. Alle Clipper saßen zudem auf dem Fahrgestell mit 3099 mm, das sie allerdings mit den Modellen Mayfair, Convertible und Caribbean teilten. Einzig die großen Limousinen Cavalier (vormals 300) und Patrician hatten ein längeres Chassis mit 3226 mm Radstand.

Die Sedan der Clipper-Basisreihe besaßen keine durchgehende Zierlinie an der Flanke, die Clipper DeLuxe hingegen hatten einen leicht geschwungenen Speer über die ganze Länge, wobei ungefähr in der Fahrzeugmitte ein Wappen auf diesem Chromschmuck prangte. Etwas aus der Reihe tanzte der Sportster, der zwar ein Standard-Modell war, dennoch aber den Trim des DeLuxe erhielt.

1954 (54. Serie) mini|Packard Clipper Super Panama Modell 5467 (1954) in Bellevue Green mit Dach in Orchard Green poly. Ein Hardtop für den Clipper war neu für dieses Modelljahr

Für 1954 war eigentlich die Einführung innovativer neuer Technik geplant. Diese musste aber um ein Jahr zurückgestellt werden, weil sie sich nicht finanzieren ließ. Packard hatte nämlich seinen langjährigen Karosserielieferanten verloren und musste dringend eine Lösung suchen, weil man sonst ab 1955 ohne Karosserien dagestanden hätte. Diese Lösung lag in einem allerdings sehr knapp bemessenen neuen Werk an Detroits Conner Avenue, doch kostete der Erwerb und Totalumbau viel Geld. Die zweite schlechte Neuigkeit war, dass der Packard naheliegenderweise noch ein weiteres Jahr mit dem inzwischen veralteten Design auskommen musste, da ein neues logischerweise im neuen Werk implementiert werden sollte.

Entsprechend katastrophal verliefen die Verkäufe. Die eigentlich nur an kleinen „Hörnern“ über den Scheinwerfern und neuen Rücklichter von ihren Vorgängern unterscheidbaren Packard und Clipper hatten einen schweren Stand zumal die enorme Nachfrage nach neuen Autos nach Kriegsende sich jetzt endgültig normalisiert hatte und der Wettbewerb voll zurückgekehrt war.

Immerhin machte Packard jetzt mehr aus dem Vorhandenen, weil der zuvor allein dem Patrician vorbehaltene leistungsstärkste Motor mit 5835 cm³ (356 cubic inches) und 212 PS jetzt unter anderem auch dem Mayfair-Nachfolger Pacific zur Verfügung stand.

Die Clipper-Reihe umfasste jetzt drei statt zwei Ausstattungsstufen. Das Basis-Modell erhielt die Bezeichnung Special, der DeLuxe wurde die mittlere Reihe und die teuerste wurde der neue Super. Der Special behielt die Vorjahres-Motorisierung, war aber nur noch als Touring Sedan (Modell 5482) und Club Sedan (Modell 5485) erhältlich. Wiederum besaß dieses Modell keinen durchgehenden Flanken-Chromschmuck.

DeLuxe und Super teilten sich Technik und weitgehend auch Optik. Verwendet wurde der 327-cubic-inch-Achtzylinder, der jetzt auf 165 PS kam. Diesen Motor verwendete sonst nur noch der Cavalier Touring Sedan mit 185 PS. Der Seitenchrom war durchgehend. DeLuxe waren lieferbar als Touring Sedan (Modell 5492) und Club Sedan (Modell 5455) sowie neu auch als Sportster. Dies war aber kein Hardtop mehr, sondern eine spezielle Version des Club Sedan (Modell 5497). Käufer eines Clipper Super konnten – keine Überraschung – wählen unter dem Touring Sedan (Modell 5462), dem Club Sedan (Modell 5465) und endlich dem Panama Hardtop (Modell 5467).