mini|10. bayer. Inft.-Regt. Ingolstadt Der Verband wurde 1682 unter dem Namen Regiment „Berlo zu Fuß“ durch Kurfürst Max Emanuel für die kurbayerische Armee errichtet. 1745/78 führte es den Namen Leibregiment Infanterie. Aus diesem entwickelte sich im 19. Jahrhundert ein Regiment der Bayerischen Armee unter dem Namen 10. Infanterie-Regiment „König Ludwig“.Es war neben dem 13. Infanterie-Regiment der zweite Verband der 11. Infanterie-Brigade der Bayerischen Armee. Zur Unterscheidung zum 1. königlich bayerischen Infanterieregiment „König“ ist oben das Regiment „König Ludwig“ genannt, gebräuchlich war allerdings die Bezeichnung „10. Infanterie-Regiment König“. Während der kurpfalzbayerischen Zeit ab 1778 wurde das Regiment als 10. Linieninfanterie-Regiment Juncker in die neu geschaffene Stammliste aufgenommen. Zur Systematik wurden nachträglich auch folgende Nummerierungen eingeführt: 1682/5 (nach Tessin)Tessin 1986 Bd. 1: 78, Infanterieregiment No. 1 (nach Bleckwenn)Bleckwenn.

Im 17. und 18. Jahrhundert führten die Regimenter nur den Namen des Regimentsinhabers.

Geschichte mini|Johann Graf von Berlo, Porträt aus dem 17. Jahrhundert Aufstellung und Entwicklung Das Regiment wurde auf allerhöchsten Befehl des Kurfürsten Max Emanuel am 29. Juni 1682 aufgestellt. Es wurde aus der Statthalter-Kompagnie Ingolstadt des Generalfeldzeugmeisters Johann Adolf Graf Berlo de Coquier, der auch bis zu seinem Tode am 6. März 1683 der erste Inhaber des Regiments war, der Kompagnie des Oberwachtmeisters Ferdinand Franz de St. Jure Chevalier de Mercy et Marange, der bis 14. Juli 1683 der erste Oberstkommandant (die Bezeichnung Kommandeur wurde erst 1872 gebräuchlich) des Regiments war, der Kompagnie von Hauptmann Johann Albrecht Freiherr von Notthaft auf Weißenstein, der als Oberstkommandant Nachfolger von de Mercy wurde und das Kommando bis 1688 innehatte, sowie drei neu aufgestellten Kompagnien gebildet. Es wurde als Regiment zu Fuß „Graf Berlo“ bezeichnet und seine Stärke betrug 1200 Mann und 22 Pferde.

Seit 1685 führte die Einheit stets den Namen „Leibregiment“. Regimentsinhaber waren immer die jeweiligen Kurfürsten/Kaiser: Max Emanuel (Leibregiment zu Fuß, 1684–1726), Karl Albrecht (Leibregiment Infanterie, 1726–1742, Kaiserliches Leibregiment Infanterie, 1742–1745), Max III. (Leibregiment Infanterie, 1745–1778).Tessin 1989 Bd. 1: 85

Feldzüge gegen die Türken 1683/88 Im Feldzug gegen die Türken trat am 12. September 1683 das Regiment nunmehr auf acht Kompagnien zu je 200 Mann aufgerüstet bei Wien an. Binnen drei Wochen verlor es durch Kampf, aber vor allem durch Krankheiten die Hälfte der Männer. Im Dezember 1683 verstarb auch Oberst de Mercy an einem Fieber. Danach war Max Emanuel bis zu seinem Tode am 26. Februar 1726 Inhaber des Regiments. Am 5. Juli 1684 wurde es in Kurfürstliches Leib-Regiment zu Fuß umbenannt. Das Regiment nahm an den Belagerungen von Ofen teil. Zur ersten Belagerung vom 11. September bis 1. November 1684 ist lediglich seine Gefechtsstärke (1200 Mann und 57 Pferde) bekannt; während der zweiten (17. Juni bis 12. September 1686) musste es 101 Gefallene, 110 Verwundete und 100 Mann im Krankenstand, von denen 50 Mann ihren Krankheiten erlagen, hinnehmen. Nach der Belagerung und verlustreichen Erstürmung von Belgrad vom 10. August bis 6. September 1688 war das Regiment noch 674 Mann stark.

Reichskrieg gegen Frankreich 1689/97 Zu Beginn des Erbfolgekrieges war das Regiment in zwei Grenadier- und zwölf Füsilier-Kompagnien mit einer Gesamtstärke von 2100 Mann gegliedert. Während des Krieges hatte das Regiment an der Beschießung und Belagerung von Mainz (26. Juli bis 11. September 1689) wesentlich Anteil. Nach dem Feldzug in Oberitalien (1691 bis 1693) wurde ein III. Bataillon; nach dem Feldzug in den Niederlanden und am Oberrhein (1694 bis 1696) wurde eine dritte Grenadier-Kompagnie aufgestellt. Am 1. April 1699 hatte das Regiment mit der Einverleibung der Grenadier-Kompagnien der Regimenter Lützelburg, Maffei und Haxthausen 532 Grenadiere und 1045 Füsiliere.

Spanischer Erbfolgekrieg 1702/14 In der Schlacht von Höchstädt am 20. September 1703 waren die Grenadier-Kompanien des Regiments beteiligt. Bei 500 Mann eigenen Verlusten wurden 4000 Gefangene und als Beute 37 Kanonen, vier Fahnen, neun Standarten und die gesamte kaiserliche Bagage eingebracht. Nach den Schlachten bei Schellenberg (2. Juli 1704) und Höchstädt (13. August 1704) war das Regiment dezimiert. Mit dem Kurfürsten verlegte es in die spanischen Niederlanden, wo es 8 Grenadier- und 16 Füsilierkompagnien mit einer Gesamtstärke von ca. 1500 Mann zählte. In der Schlacht bei Ramillies am 23. Mai 1706 erlitt das Regiment eine schwere Niederlage und verlor alle Fahnen mit Ausnahme von einer. Es wurden danach die Grenadier-Bataillone und -Kompagnien aufgelöst oder abgerüstet. Am 1. September 1710 erfolgte wieder die Errichtung von zwei Bataillonen zu je einer Grenadier- und fünf Füsilierkompagnie. In der verlustreichen Schlacht bei Malplaquet war das Regiment am Rande beteiligt und erlitt deshalb nur geringe Verluste. Nach dem Rastatter Frieden kehrte das Regiment wieder nach München zurück.

Feldzüge gegen die Türken 1717/18, 1737, 1739 Das Regiment wurde am 10. Juli 1717 wieder auf drei Bataillone mit zwei Grenadier- und 14 Füsilierkompanien (insgesamt 1441 Mann) aufgestockt. Es war während der zweiten Eroberung Belgrads (3. Juli bis 16. August 1717) unter Prinz Eugen von Savoyen beteiligt und hatte ca. 300 Mann Verluste, die jedoch im Mai 1718 durch 643 Mann Ersatz reichlich ergänzt wurden. Zwischenzeitlich in vier Bataillone zu je 5 Kompagnien (September 1734) gegliedert konnte sich das Regiment im Russisch-Österreichischen Türkenkrieg bei Grocka und anschließend an der Pancsowa im Juli 1739 mit wenig Verlusten aus der Affaire ziehen.

Österreichischer Erbfolgekrieg 1741/48 Das Regiment trat am 31. Juli 1741 in einer Stärke von 1669 Mann zur Einnahme von Passau an, das ohne Verluste besetzt wurde. Die Besetzung von Prag am 26. November 1741 konnte mit zwei Bataillone ebenfalls ohne Verluste erfolgen. Zu Jahresende 1741 wurde für das Regiment noch die Aufstellung eines V. und ein VI. Bataillons befohlen, was aus unbekannten Gründen nicht zur Ausführung kam. Am 31. Januar 1742 in Römisch Kaiserlicher Majestät löbliches Leib-Regiment umbenannt war das Regiment als Besatzung von Prag vom 13. Juni bis 30. September 1742 ständigen Angriffen österreichischer Truppen ausgesetzt. Im Dezember 1742 musste es die Stadt räumen. Am 9. Mai 1743 waren an der Schlacht bei Simbach am Inn nur Abkommandierte des Regiments beteiligt, die in der Masse in österreichische Gefangenschaft gerieten. Das Regiment selbst kämpfte im Jahr 1743 wenig erfolgreich in Bayern, das nahezu vollständig durch habsburgische Truppen besetzt wurde, und zog sich in die Winterquartiere westlich des Rheins zurück. Im Jahre 1744 war es als Teil der französisch-bayerischen Armee an der Rückeroberung Bayerns wesentlich beteiligt. Am 20. Januar 1745 wurde Kurfürst Maximilian III. Joseph von Bayern Inhaber des Regiments, das er bis zu seinem Tod am 30. Dezember 1777 behielt. Nach einem Gefecht bei Vilshofen am 26. März 1745 geriet ein fast vollständiges Bataillon (456 Mann) in Gefangenschaft. Das Regiment wurde danach (1. Juni 1745) auf zwei Grenadier- und zehn Füsilier-Kompagnien reduziert. Es verlor auch seine Benennung, erst 1778 bekam es wieder eine Bezeichnung.

Ein Bataillon des Regiments war in Stärke von 18 Offizieren, 72 Unteroffizieren und 693 Mann dem Subsidienkorps in Holland zugeteilt. In der Schlacht bei Roucoux am 11. Oktober 1746 musste das Kontingent 300 Mann Verluste hinnehmen. Im Folgenden nahm es an der Schlacht bei Lauffeldt (2. Juli 1747) teil. Mit der Belagerung von Maastricht vom 8. April bis 5. Mai 1748 ging der Einsatz des Regiments im österreichischen Erbfolgekrieg zu Ende.

Durch Einverleibung von Teilen der Regimenter Hildburghausen und Nys erstarkte das Regiment bis März 1749 wieder auf vier Bataillone (gesamt vier Grenadier- und zwanzig Füsilier-Kompagnien). Im August 1753 gab das Regiment ein Bataillon als Stammtruppe für das Regiment „Pechmann“ ab.

Siebenjähriger Krieg 1751/59 Das Regiment stellte das II. und III. Bataillon zum Auxiliarkorps von GWM Johannes Claudius Graf Seyssel d’Aix ab. Im Oktober und November 1757 war es bei der Inbesitznahme von Schweidnitz (12. November) und Breslau (24. November) durch die österreichische Armee beteiligt. Bei Leuthen (5. Dezember 1757) wurden die habsburgischen Kräfte und deren Verbündete von Friedrich II. von Preußen entscheidend geschlagen. Das Regiment verlor dabei acht Offiziere und 186 Mann durch Tod, Verwundung oder Gefangenschaft. In den Gefechten bei Olmütz (2. Mai bis 2. Juli 1758) und an der Neiße (5. Oktober bis 5. November 1758) kämpfte es ebenfalls wenig erfolgreich. Im Januar 1759 wurde das bayerische Auxiliarkorps zurückbeordert. Das Regiment marschierte in seinen damaligen Heimatstandort Wels, die 12. Kompagnie nach München.

Am 26. Oktober 1770 wurde Feldmarschallleutnant Franz Joseph Servatius Basselet de la Rosée zum 2. Inhaber des Regiments ernannt. Zu Beginn des Jahres 1778 bestand das Regiment aus 57 Offizieren, sechs Junkern, vier Chirurgen, 103 Unteroffizieren, 27 Tambouren, 18 Pfeifern und 964 Mannschaften. Zudem verlegte es von Wels nach Neuburg an der Donau. Am 1. Juli 1778 gab es das II. Bataillon und die Regimentsmusik zur Aufstellung des Kurbayerischen Leib-Regiments ab und wurde nunmehr Regiment zu Fuß „La Rosée“ genannt; de la Rosée wurde zugleich zum Inhaber des Regiments ernannt. Mit der Ernennung von Generalleutnant Johann Siegmund Graf von Preysing-Hohenaschau zum Inhaber des Regiments hieß es ab 3. Dezember 1781 Regiment zu Fuß „Graf v. Preysing“, das am 1. Januar 1790 in 11. Füsilier-Regiment „Graf v. Preysing“ umbenannt wurde. Generalmajor Franz Klemens Joseph Anastasius Freiherr von Weichs erhielt am 25. Juli 1790 das Regiment, das nunmehr 11. Füsilier-Regiment „v. Weichs“ hieß. Am 12. März 1792 wurde Generalmajor Karl Anton Freiherr von Juncker und Bigatto zum Oberstkommandanten, ab 16. April zum Inhaber des Regiments ernannt, das sogleich in Infanterie-Regiment „v. Juncker“ umbenannt wurde.

Koalitionskriege Das I. Bataillon des Regiments wurde 1792 dem Regiment Oberst von Ernesty unterstellt, das vom 22. Dezember 1792 bis 22. September 1795 als Garnison in Mannheim eingesetzt wurde. Es hatte wenig personelle Verluste zu beklagen, verlor allerdings sämtliches Gepäck und die Archive.

Für den Zweiten Koalitionskrieg stellte das Regiment das verstärkte I. Bataillon (fast 1000 Mann) ab. Nach der Schlacht bei Hohenlinden am 3. Dezember 1800 hatte das Bataillon mehr materielle als personelle Verluste zu beklagen.

Ab 27. März 1804 erhielt das Regiment die Bezeichnung 10. Linien-Infanterie-Regiment „von Juncker“ und hatte eine Stärke von 52 Offizieren, 100 Unteroffizieren und 2380 Mannschaften.

Im Feldzug gegen Österreich 1805 trat das Regiment in Stärke 52 Offiziere, 98 Unteroffiziere, 33 Spielleute und 1644 Mann an. Es besetzte im November 1805 Kufstein und stellte ab Dezember 1805 die Besatzungstruppe in Südtirol.

Im weiteren Feldzug gegen Österreich 1809 kämpfte das Regiment bei Abensberg und Eggmühl im April 1809 sowie am Bergisel am 29. Mai 1809. Die Verluste hielten sich dabei in Grenzen, an der Pontlatzer Brücke jedoch setzten die Tiroler am 8. August 1809 dem Regiment heftig zu und nahm die Reste gefangen, es verlor dabei einige Geschütze und den gesamten Tross.

Feldzug gegen Russland 1812