mini|Porträt von Regina Strinasacchi Regina Strinasacchi, verheiratete Regina Schlick (* 28. Februar 1761 in Ostiglia; † 11. Juni 1839 in Dresden), war eine italienische Violinistin, Gitarristin und Komponistin der Mozart-Zeit.Josef Zuth: Handbuch der Laute und Gitarre. Verlag Anton Goll, Wien 1926, ISBN 978-3-487-30529-5, S. 246 (Artikel: "Schlick")

Leben Regina Strinasacchi erhielt ihre musikalische Ausbildung im jahrhundertealten Ospedale della Pietà in Venedig, einem Waisenhaus für Mädchen, an dem unter anderem Antonio Vivaldi gewirkt hatte. Die dortige Musikerziehung umfasste auch das Dirigieren und das Spielen von Streich- und Blasinstrumenten, obwohl man damals in weiten Kreisen für Frauen nur Singen und Klavierspielen für schicklich hielt. Während es zu dieser Zeit einige berühmte Pianistinnen gab, war Regina Strinasacchi als Geigerin eine absolute Ausnahme. Regina gab anfangs als Wunderkind Konzerte, wobei sie vermutlich jünger gemacht wurde, was zu Irritationen über ihr genaues Geburtsdatum führte. Ab 1780 unternahm sie eine mehrjährige Konzertreise durch Italien, Frankreich und Deutschland. 1784 hielt sie sich in Wien auf und gab dort bei Wolfgang Amadé Mozart die Sonate für Klavier und Violine B-Dur (KV 454) in Auftrag. Die Uraufführung am 29. April fand im Beisein Kaiser Joseph II. statt und war ein großer Erfolg, obwohl Mozart einen Tag vor dem Konzert erst den Violinpart fertig hatte und den Klavierpart improvisierte und erst hinterher aufschrieb.

Im gleichen oder folgenden Jahr heiratete Regina Strinasacchi den Gitarristen und Cellisten Johann Konrad Schlick (1749–1818) aus Mansbach, der zu dieser Zeit Cellist in Gotha war. Sie wurde festangestelltes Mitglied des Gothaischen Hoforchesters, was damals für eine Frau absolut unüblich war. Außer Geige spielte sie Gitarre, komponierte – allerdings sind alle Werke verschollen –, und dirigierte wahrscheinlich auch. Zwischen 1795 und 1810 unternahm sie mit ihrem Mann und einer Caroline Schlick, möglicherweise ihrer Tochter, mehrere Konzertreisen. Nach dem Tod ihres Mannes zog sie mit ihrem Sohn Johann Friedrich Wilhelm (1801–1874), einem Cellisten und Instrumentenbauer, nach Dresden, wo sie auch starb.

Das Urteil der Zeitgenossen

Literatur

Gisa Steguweit: Die deutsch-italienische Musikerfamilie Schlick-Strinasacchi und ihre Beziehung zum Herzogshaus Sachsen-Gotha-Altenburg von 1775 bis 1825. (= Schriftenreihe des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha e. V. Band 2). Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha, Gotha 2015, ISBN 978-3-945123-01-0. Gisa Steguweit: Das Doppelglück der Töne wie der Liebe. Regina Schlick-Strinasacchi (1761–1839). Verlag Traugott Bautz, Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-398-8. Melanie Unseld: Mozarts Frauen. Begegnungen in Musik und Liebe. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-62105-3 ().

Weblinks Melanie Unseld: Artikel „Regina Strinasacchi“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen. hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff. Stand vom 25. April 2018 Volker Timmermann: Artikel zu Regina Strinasacchi. In: Europäische Instrumentalistinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. 2013. Online-Lexikon des Sophie Drinker Instituts, hrsg. von Freia Hoffmann.

Einzelnachweise

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