Mit der ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933 entzog das NS-Regime 33 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit und machte sie somit staatenlos. Grundlage der Ausbürgerungslisten war das Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit.
Inhalt Die Liste war die erste von insgesamt 359 Listen und wurde am 25. August 1933 im Deutschen Reichsanzeiger veröffentlicht.Deutscher Reichsanzeiger. 25. August 1933. Die letzte derartige Liste wurde am 7. April 1945 veröffentlicht.Michael Hepp (Hrsg.): (PDF; 20 kB). 3 Bände. Saur, München u. a. 1985–1988, ISBN 3-598-10537-1. Insgesamt wurden bis zum Ende des NS-Staates 39.006 Personen ausgebürgert.
Auf der ersten Liste aus dem August 1933 standen prominente NS-Gegner wie der ehemalige SPD-Fraktionschef Rudolf Breitscheid, der Schriftsteller Lion Feuchtwanger, der frühere Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann, der Verleger Willi Münzenberg, der Theaterkritiker Alfred Kerr, der Rätekommunist Max Hoelz, der Journalist und Schriftsteller Kurt Tucholsky, der Schriftsteller Heinrich Mann, der Mathematiker Emil Gumbel, der Kommunist und MdR Wilhelm Pieck, der Schriftsteller und Politiker Ernst Toller, der Kommunist Kurt Grossmann, der SPD-Parteivorsitzende und Sprecher gegen das so genannte Ermächtigungsgesetz, Otto Wels, der Berliner Vizepolizeipräsident, Goebbels-Gegner und Rechtsstaatverteidiger Bernhard Weiß und der ehemalige preußische Innenminister Albert Grzesinski sowie weitere. Auf den Ausbürgerungslisten fand sich ein Großteil der geistigen Elite des damaligen Deutschlands. Das Vermögen der Ausgebürgerten wurde konfisziert, wodurch ein Großteil von ihnen mittellos wurde.
Namensliste 240px|mini|Faksimile der ersten Ausbürgerungsliste: Der Reichsminister des Inneren, i.V. Pfundtner Alfred Apfel (1882–1941), Anwalt Georg Bernhard (1875–1944), Journalist Rudolf Breitscheid (1874–1944), SPD-Politiker Eugen Eppstein (1878–1943), KPD-Politiker Alfred Falk (1896–1951), Pazifist Lion Feuchtwanger (1884–1958), Schriftsteller Ruth Fischer (als Elfriede Gohlke) (1895–1961), kommunistische Politikerin Friedrich Wilhelm Foerster (1869–1966), Pazifist Hellmut von Gerlach (1866–1935), Journalist, Pazifist, linksliberaler Politiker Kurt Grossmann (1897–1972), Journalist Albert Grzesinski (1879–1947), SPD-Politiker, preußischer Innenminister Emil Julius Gumbel (1891–1966), Pazifist, Mathematik-Professor Wilhelm Hansmann (1886–1963), SPD-Politiker Friedrich Heckert (1884–1936), KPD-Politiker Max Hoelz (1889–1933), Kommunist Berthold Jacob (1898–1944), Journalist, Pazifist Alfred Kerr (1867–1948), Theaterkritiker Otto Lehmann-Rußbüldt (1873–1964), Pazifist Heinrich Mann (1871–1950), Schriftsteller Peter Maslowski (1893–1983), KPD-Politiker Willi Münzenberg (1889–1940), kommunistischer Verleger Heinz Neumann (1902–1937), KPD-Politiker Wilhelm Pieck (1876–1960), KPD-Politiker Philipp Scheidemann (1865–1939), SPD-Politiker Leopold Schwarzschild (1891–1950), Journalist Max Sievers (1887–1944), Freidenker Friedrich Stampfer (1874–1957), Journalist Ernst Toller (1893–1939), Schriftsteller Kurt Tucholsky (1890–1935), Schriftsteller, Journalist, Pazifist Robert Weismann (1869–1942), preußischer Staatssekretär Bernhard Weiß (1880–1951), Berliner Vizepolizeipräsident Otto Wels (1873–1939), SPD-Politiker Johannes Werthauer (1866–1938), Jurist
Reaktionen Im Deutschen Klub in London wurden Bilder der 33 Ausgebürgerten mit der Unterschrift aufgehängt: „Wenn ihr einen trefft, schlagt ihn tot!“.Horst Meier: Preuße, Jude, Patriot und Demokrat. Bernhard Weiß, Vizepräsident der Berliner Polizei, und die Verteidigung der Weimarer Republik. In: Deutschlandradio. Feature über Bernhard Weiß
Literatur
Weblinks Digitalisat des Reichsanzeigers vom 25. August 1933
Siehe auch Zweite Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs Dritte Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs Liste von Ausgebürgerten während des Nationalsozialismus bis 1936
Belege
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