Der Deutsche Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU) vertritt die Fachinteressen von rund 5000 Lehrern (Stand 2020) aller Schulformen der Fächer Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Astronomie, Informatik und Technik (sogenannte MINT-Fächer). Er hat sich seit 2016 in der Satzung als zusätzliche Marke den Namen Verein zur Förderung des MINT-Unterrichts gegeben.

Geschichte und Beschreibung Der MNU wurde 1891 in Braunschweig im Zusammenhang mit der Preußischen Schulkonferenz gegründet und bemüht sich seitdem um Einfluss auf die Entwicklung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts in Deutschland.

Im Jahr 1934 verfügte der Verein über fast 4000 Mitglieder,Unterrichtsblätter für Mathematik und Naturwissenschaften – Organ des deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und Naturwissenschaftlichen Unterrichts. Verlag Otto Salle, Frankfurt/M. und Berlin, 1934, S. 226 1997 wurden 7000 vermeldetPressemitteilung der TU Chemnitz vom 6. November 1997, im Jahr 2011 rund 5150MNU – Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht. Verlag Klaus Seeberger, Neuss, 2012, S. 247 (Heft 4) und zum Ende des Jahres 2020 genau 4951.MNU Journal. Verlag Klaus Seeberger, Neuss, 2021, S. 345 (Heft 4)

Der MNU zeichnet selbst und mit Unterstützung von Firmen und Verbänden aus dem Bildungsbereich regelmäßig Lehrer und, über Wettbewerbe, begabte Schüler im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich aus. Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf hervorragende Ergebnisse und Projekte hinzuweisen, die täglich an Schulen und Universitäten realisiert werden.

Hierzu zählen beispielsweise im Bereich der Mathematik und Physik der Archimedes-Preis und im Bereich Chemie der Friedrich-Wöhler-Preis.https://www.mnu.de/auszeichnungen Ferner lobt der MNU gemeinsam mit dem Klett Verlag jährlich einen Nachwuchswettbewerb für Referendare und Lehrer in den ersten fünf Berufsjahren in den MINT-Fächern aus, der innovativ umgesetzte Unterrichtsstunden auszeichnet.

Publikationen Die Mitglieder, überwiegend aus dem Gymnasialbereich stammend, erhalten die seit 1948/49 erscheinende Zeitschrift MNU – Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht – das MNU-Journal –, welche als Nachfolgerin des früheren Vereinsorgans Unterrichtsblätter für Mathematik und Naturwissenschaften (1895–1943) zu sehen ist. Das MNU-Journal erscheint seit 2006 im Verlag Klaus Seeberger in Neuss. Im MNU-Journal werden aktuelle und für die tägliche Unterrichtspraxis relevante MINT-Inhalte veröffentlicht. Das MNU-Journal erscheint sechsmal im Jahr und ist für die Mitglieder der MNU kostenlos.

Neben dem MNU-Journal veröffentlicht der Verein weitere Publikationen beispielsweise zum Gemeinsamen Referenzrahmen für Naturwissenschaften (GeRRN) sowie eigene Publikationen zu den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Informatik und zum fachübergreifenden Unterricht. Weiterhin unterhält die MNU eine Themenheftreihe zu den Bildungsstandards.

Von 2009 bis 2011 erschien zusätzlich die Zeitschrift MNU Primar, die sich an Lehrer an Grundschulen richtete.

Tagungen Als Fortbildungsveranstaltung bedeutsam veranstaltet die MNU jährlich den MNU-Bundeskongress, der in der Karwoche stattfindet. Auf dem Kongress werden aktuelle und für die Unterrichtspraxis relevante Forschungsergebnisse zur naturwissenschaftlichen Bildung sowie neue oder verbesserte Lehr- und Lernmethoden vorgestellt. Es werden Vorträge und Poster präsentiert sowie Workshops angeboten. Neben dem MNU-Bundeskongress gibt es weitere MNU-Veranstaltungen, -Tagungen und -Fortbildungen. Die Regionalverbände der MNU veranstalten jährlich oder alle zwei Jahre Tagungen. Und zudem gibt es eine Tagungen für Fachleiter.

Persönlichkeiten Karl Smalian, MitbegründerVergleiche die Unterrichtsblätter für Mathematik und Naturwissenschaften. Organ des Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts, Bd. 40–41, Frankfurt am Main: Salle, 1935, passim; Vorschau über Google-Bücher und Ehrenmitglied des VereinsVergleiche das Archiv für Landes- und Volkskunde von Niedersachsen. Veröffentlichungen / Universität Göttingen, Provinzial-Institut für Landesplanung, Landes- und Volkskunde von Niedersachsen, Wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaft zum Studium Niedersachsen, hrsg. vom Provinzialinstitut für Landesplanung und Niedersächsische Landes- und Volksforschung, Oldenburg: Stalling, 1940, S. 152;

Preise und Preisträger Der Verein vergibt folgende Preise:Übersicht über die MNU-Auszeichnungen, auf mnu.de Archimedes-Preis mit der Westermann Gruppe in den Fächern Mathematik und Physik (jährlich zwischen den Fächern wechselnd) Friedrich-Wöhler-Preis mit dem Fonds der chemischen Industrie in Chemie Ursula Hill-Samelson Lehrerpreis der Saarbrücker Informatik Wettbewerb für besondere MINT-Unterrichtsideen mit dem Klett-Verlag (drei Plätze)

ehemalige Preise Johannes-Kepler-Preis mit dem Cornelsen-Verlag in Astronomie (1997–2018) Robert-Boyle-Preis mit dem Cornelsen-Verlag, fächerübergreifend (2005–2019) Johannes-Kühnel-Preis mit dem Klett-Verlag, für die Grundschule (nur 2011 und 2013) Eduard-Strasburger-Preis mit dem Klett-Verlag in Biologie (1997–2016) Wilhelm-Schickard-Preis mit der IBM Deutschland in Informatik (nur 2001, 2003 und 2005) Leonardo-da-Vinci-Preis mit dem VDI in Technik (2014–2019)

Außerdem vergibt der MNU die Franz-Mutscheller-Medaille und die Ehrenmitgliedschaft als Auszeichnung.

Liste der PreisträgerListe der Preisträger bis 2024

Archimedes-Preis (Physik) 2025 Ralph Hepp 2023 Daniel Bohn 2021 André Bresges 2019 PhyPhox-Team 2017 Thomas Grillenbeck 2015 Mirco Tewes 2013 Hans-Joachim Schlichting 2011 P. Heering 2009 Michael Rode 2007 J. Heber 2005 Josef Leisen 2003 Rudolf Lehn 2001 Hans-Joachim Wilke 1999 H. Schwarze 1997 H. Dittmann 1995 Franz Bader

Archimedes-Preis (Mathematik) 2026 Bärbel Barzel 2024 Henning Körner 2022 Gaby Heintz 2020 Jürgen Roth 2018 Hans-Jürgen Elschenbroich 2016 Markus Hohenwarter 2014 Heinz Böer, MUED 2012 Alexander Wynands 2010 Hans Wolfgang Henn 2008 Günter Ziegler 2006 Werner Blum 2004 Wolfgang Riemer 2002 Heinz Klaus Strick 2000 Albrecht Beutelspacher 1998 Günter Schmidt 1996 Günter Steinberg 1994 Wilfried Herget

Friedrich-Wöhler-Preis (Chemie) 2026 Stefanie Molkentin 2024 Daniela Heinrich-Stiller 2023 Holger Fleischer 2022 Bernhard Sieve 2021 Andreas Christmann 2020 Jens Viehweg 2019 Wolfgang Kirsch 2017 Henry Peterseim 2016 B. Horlacher 2014 St. Kienast 2012 J. Ries 2001 Viktor Obendrauf 2010 K. Schwabe 2008 P. Slaby 2006 A. Jungermann 2004 W. Czielslik 2002 Franz Kappenberg 2000 Th. Grofe

Wettbewerb für besondere MINT-Unterrichtsideen (jeweils Platz 1) 2024 I. Günther 2023 D. Beiing 2022 Eva Graßkämper (Mathematik) 2021 Philipp Meyer (Chemie) 2020 Florian Homberg (Chemie) 2019 Julian Dorn (Informatik) 2018 Dominik Heun (Informatik) 2017 Lars Tietje (Physik) 2016 D. Seegmüller (Physik) 2015 J. Gambel (Biologie) 2014 F. Fähnrich und C. Thein (Mathematik) 2013 Y. Dumont (Biologie)

Literatur Adolf Klein: Ringen um die mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung. Geschichte der Jahre 1945 bis 1990 des Deutschen Vereins zur Förderung des Mathematischen und Naturwissenschaftlichen Unterrichts e. V. (gegr. 1891), Bonn: Dümmler, 1991, ISBN 978-3-427-44191-5 und ISBN 3-427-44191-1; Inhaltsverzeichnis

Siehe auch Das WAAGER-Modell wurde von Mitgliedern des MNU als Möglichkeit zur Strukturierung von Bewertungsprozessen im naturwissenschaftlichen Unterricht entwickelt.

Weblinks Homepage des MNU Deutscher Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise

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