Alfred Schwingenstein (* 16. Dezember 1919 in Ulm; † 3. Juli 1997 in München) war ein deutscher Jurist, Diplom-Volkswirt und Verleger.

Leben und Wirken Alfred Schwingenstein war der Sohn des katholischen Verlegers August Schwingenstein. Er studierte Philosophie, Zeitungswissenschaft und Betriebswirtschaft an der Universität MünchenGernot Sittner: Ein geradliniges Leben. In: SZ vom 5. Juli 1987 mit dem Abschluss eines Diplom-Volkswirts.

Als neunzehnjähriger praktizierender Katholik erlebte er die Pogromnacht in München und notierte am 10. November 1938 schockiert in sein Tagebuch:

Am Tag darauf fuhr er fort:

Am 12. November lautete sein Eintrag:

Im Jahre 1945 wurde sein Vater Lizenzträger und zugleich Verlagsleiter der Süddeutschen Zeitung zusammen mit Edmund Goldschagg und Franz Josef Schöningh. In München steht auch die Wiege der KNA. Hier gründete Alfred Schwingenstein 1946 den ökumenisch ausgerichteten Christlichen Nachrichtendienst (CND), ohne den der Start von KNA nicht denkbar gewesen wäre. Im Jahre 1963 legte er seine Dissertation unter dem Titel Die wirtschaftlichen Ordnungsvorstellungen in den Verfassungen der deutschen Länder vor. 1976 wurde Alfred Schwingenstein auch Vorsitzer der SV-Gesellschafterversammlung.

Verlagserbe Die Verlegerrechte blieben in den Familien. Der Eignerstamm des Süddeutschen Verlages im Jahre 1999 bestand aus Alfred Schwingenstein jr. (20,5 Prozent), dem Schöningh-Schwiegersohn Peter von Seidlein (23,1 Prozent) und Rolf Goldschagg (23,1 Prozent). Hinzu kamen später die Friedmanns und Hanns-Jörg Dürrmeier, der zugleich Vorsitzender der Gesellschafterversammlung war.

Schriften Die wirtschaftlichen Ordnungsvorstellungen in den Verfassungen der deutschen Länder. Selbstverlag, München 1963; zugleich: Universität München, Staatswirtschaftliche Fakultät, Dissertation vom 26. November 1963

Literatur Alfred Schwingenstein gestorben. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 152 vom 5. Juli 1997, S. 1. Gernot Sittner: Ein gradliniges Leben. Zum Tode von Alfred Schwingenstein. Als Gesellschafter hat er die SZ wesentlich geprägt. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 152 vom 5. Juli 1997, S. 5. Hans-Günter Richardi: Am Anfang war das Ende. Das Wirken von August und Alfred Schwingenstein beim Wiederaufbau der freien Presse in Bayern. Akademie Verlag, München 2001.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Wirtschaftsjurist Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Süddeutscher Verlag) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Verdienstordens Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1919 Kategorie:Gestorben 1997 Kategorie:Mann