Hendrick Motorsports ist eine Gruppe von NASCAR-Teams, die 1984 von Rick Hendrick unter dem Namen All Star Racing gegründet wurde. Ursprünglich wurden nur Chevrolets in der NASCAR Cup Series und der Nationwide Series eingesetzt. Hendrick Motorsports erzielte seit seiner Gründung neun Meisterschaften im Sprint Cup, drei in der Craftsman Truck Series und eine in der Nationwide Series. Es zählt zu den Top-Teams im US-amerikanischen Tourenwagensport.

Alle Hendrick-Fahrzeuge werden auf dem 250.000 m² großen Komplex in Concord, North Carolina gebaut. Zudem baut Hendrick Motorsports über 700 Motoren pro Jahr, die auch von anderen NASCAR-Teams geleast werden. Insgesamt beschäftigt Hendrick Motorsports über 400 Angestellte.

Team Sprint Cup Wagen #5 mini|Die Startnummer 5 von Casey Mears in der Saison 2008 Hendrick Motorsports debütierte ursprünglich in der Saison 1984 mit dem von Northwestern Security Life gesponserten Chevrolet Monte Carlo mit der Startnummer 5, der von Geoff Bodine gefahren wurde. Nach allen 30 Rennen der Saison gewann Bodine mit dem Team insgesamt dreimal und beendete die Saison als Neunter in der Meisterschaft. In der Saison 1985 verbesserten sie sich mit Levi Garrett als neuem Hauptsponsor auf den fünften Platz in der Meisterschaft trotz nur eines Sieges. Kurzzeitig wurde das Team ein Zwei-Wagen-Team, als Dick Brooks den Exxon-Chevrolet mit der Startnummer 1 auf dem Charlotte Motor Speedway an den Start ging und Zehnter wurde.

Nachdem das Team ein echtes Zwei-Wagen-Team in der Saison 1986 wurde, gewann Bodine zweimal und wurde Achter in der Meisterschaft. Sein jüngerer Bruder Brett wurde beim World 600 sein Teamkollege und beendete das Rennen auf Platz 17. Im darauf folgenden Jahr konnte Bodine erneut kein Rennen gewinnen und wurde 13. in der Meisterschaft. In den Jahren 1988 und 1989 gewann Bodine jeweils ein Rennen, bevor er in der Saison 1990 zu Junior Johnson wechselte. Als Ersatz kam Ricky Rudd, der mit einem Sieg Siebter in der Meisterschaft der Saison 1990 wurde. 1991 fusionierte das Team mit dem ehemaligen Team von Darrell Waltrip und übernahm Tide als Sponsor. Rudd gewann ein Rennen und wurde Meisterschaftszweiter. Besonders erwähnenswert war das damalige Rennen auf dem Sears Point Raceway, als Rudd in der letzten Runde den bis dato führenden Davey Allision von der Strecke drehte und als Erster über die Ziellinie fuhr. NASCAR bestrafte das Team für ruppiges Verhalten und sprach Allision den Sieg zu. In den beiden folgenden Jahren holte Rudd jeweils einen Sieg pro Saison, bevor es das Team verließ, um sein eigenes zu gründen. Dabei nahm er den Sponsor Tide mit.

Sein Ersatz wurde der Winston-Cup-Champion von 1984, Terry Labonte. Der Wagen selbst bekam mit Kellogg’s einen neuen Hauptsponsor. Labonte gewann in den Saisons 1994 und 1995 jeweils drei Rennen und schlug seinen Teamkollegen Jeff Gordon im Kampf um die Meisterschaft der Saison 1996 um 37 Punkte. In den darauffolgenden Jahren gewann Labonte insgesamt vier Rennen. Die Saison 2000 verlief nicht so gut: Beim Pepsi 400 brach sich Labonte ein Bein und auf dem New Hampshire International Speedway verletzte er sich sein Innenohr und konnte nicht fahren. Todd Bodine und Ron Hornaday Jr. sprangen als Ersatzfahrer ein. Zudem konnte Labonte in dieser Saison zum ersten Mal seit sechs Jahren keinen Sieg erlangen.

Nach zwei weiteren schlechten Jahren beendete Labonte die Saison 2003 als Zehnter in der Meisterschaft und erzielte zudem eine Pole-Position auf dem Richmond International Raceway im Frühjahrsrennen. Wichtiger war aber der Sieg beim letzten Southern 500, der eine vierjährige Durststrecke beendete. Nachdem er in der Saison 2004 nur 26. in der Meisterschaft wurde, gab Labonte bekannt, dass er die beiden darauffolgenden Saisons nur noch bei ausgewählten Rennen an den Start gehen würde, um sich langsam vom Rennsport zurückzuziehen. Als Ersatz holte Hendrick Kyle Busch ins Cockpit, der direkt den Titel des Rookie of the Year errang. Zudem gewann er mit dem Sony HD 500 auf dem California Speedway das erste Rennen seiner Karriere und wurde damit der jüngste Fahrer, der je ein Rennen im Sprint Cup gewinnen konnte.

In der Saison 2006 gewann Busch mit dem Lenox Industrial Tools 300 ein weiteres Rennen und schaffte es in den Chase for the Nextel Cup. Darin lief es für Busch allerdings nicht so gut und er wurde nur Zehnter in der Meisterschaft. In der Saison gewann Busch mit dem Food City 500 das erste Rennen des Car of Tomorrow. Am 13. Juni 2007 verkündete Hendrick Motorsports, dass Busch den Wagen in der Saison 2008 nicht mehr fahren wird. Am 4. September wurde bekanntgegeben, dass an seiner Stelle Casey Mears ab dieser Saison den Wagen fahren wird. Nachdem Mears wenige Erfolge verbuchen konnte, gab Rick Hendrick am 4. Juli 2008 bekannt, dass Mark Martin ab der Saison 2009 den Wagen übernehmen wird.NASCAR.com: Martin signs two-year deal with Hendrick for the No. 5 Martin bestritt alle Rennen der Saison 2009 in der Startnummer 5 und belegte am Saisonende zum vierten Mal in seiner Karriere Rang zwei der Gesamtwertung.

Wagen #17 mini|Darrell Waltrip im Wagen #17 beim Autoworks 500 1989 Nachdem Darrell Waltrip sich Ende der Saison 1986 dazu entschied, das Team von Junior Johnson zu verlassen, da er nicht mehr mit Budweiser als Sponsor arbeiten wollte, wechselte er zu Hendrick Motorsports und brachte Tide als neuen Sponsor mit. In den darauffolgenden vier Jahren erzielte Waltrip insgesamt neun Siege, darunter sein berühmter Sieg beim Daytona 500 im Jahre 1989. Am Ende der Saison 1990 entschied sich Waltrip dazu ein eigenes Team zu gründen und nahm die Startnummer 17 mit. Das Team selbst wurde mit dem des Wagens #5 zusammengelegt und der Sponsor entsprechend übertragen.

Wagen #24 mini|Jeff Gordons #24 im August 2007 in Texas mini|Die Startnummer 24 in der Saison 2008 Während seiner Geschichte wurde der Wagen mit der Startnummer 24 ausschließlich von Jeff Gordon gefahren mit DuPont als Hauptsponsor sowie Pepsi für das Pepsi 400 und die beiden Rennen auf dem Talladega Superspeedway. Gordon und DuPont debütierten beim Hooters 500 der Saison 1992 mit einem 21. Startplatz und einem 31. Platz im Rennen nach einem Unfall. Im Jahre 1993 absolvierte das Team zusammen mit Crew Chief Ray Evernham seine erste volle Saison. Gordon erzielte die Pole-Position beim Herbstrennen auf dem Lowe’s Motor Speedway, dem Mello Yello 500, elf Top-10-Resultate, wurde 14. in der Meisterschaft und gewann den Titel des Rookie of the Year.

1994 gewann Gordon mit dem Coca-Cola 600 das erste Rennen seiner Karriere und gewann auch das erste Brickyard 400. In dieser Saison verbesserte er sich in der Meisterschaft auf Platz acht. Trotz alledem erreichte Gordon nicht immer das Ziel, hauptsächlich durch Unfälle bedingt. Mit sieben Siegen in der Saison 1995 gewann Gordon das erste Mal den Winston Cup. In der Saison 1996 erzielte er zehn Siege, unterlag in der Meisterschaft aber den Teamkollegen Terry Labonte.

Nachdem er mit Pepsi einen weiteren Sponsor bekommen hatte, gewann er in den beiden aufeinanderfolgenden Saisons 1997 und 1998 jeweils die Meisterschaft und stellte in der letztgenannten mit 13 Siegen Richard Pettys Rekord an Siegen in einer Saison seit der Begründung der modernen Ära im Jahre 1972 ein. Die Saison 1999 wurde eine der schwierigsten Saisons. Nach dem Sieg beim Daytona 500 hatte Gordon mit der Konstanz zu kämpfen und konnte an den Erfolg der vorangegangenen Saisons nicht anknüpfen. Zudem gab sein langjähriger Crew Chief Ray Evernham im September bekannt, dass er das Team verlassen würde, um Dodge beim Wiedereinstieg in NASCAR zu unterstützen. Sein Nachfolger wurde Brian Whitesell. Trotz des Weggangs von Evernham gewann Gordon die beiden folgenden Rennen in Martinsville und Charlotte. Am Ende der Saison unterschrieb Gordon einen Vertrag, der ihn auf Lebenszeit zum Mitbesitzer des Teams machte. Zudem erzielte er im Verlauf der Saison sieben Siege und wurde Sechster in der Meisterschaft.

Ab der Saison 2000 wechselte Whitesell in eine andere Position der Organisation und wurde durch Robbie Loomis ersetzt, der lange Zeit Crew Chief bei Petty Enterprises war. Die Zusammenarbeit zwischen Gordon und Loomis war zu Beginn nicht besonders gut und so dauerte es bis zum DieHard 500 in Talladega, bevor Gordon den 50. Sieg seiner Karriere erzielte. Mit zwei weiteren Siegen in der Saison beendete er die Meisterschaft auf Platz neun. 2001 fand Gordon zu seiner alten Stärke zurück und holte sich mit sieben Saisonsiegen seine vierte Meisterschaft. Nachdem Gordon im Jahre 2002 Teambesitzer von Jimmie Johnsons Team wurde und auch im Privatleben einige Hürden zu meistern hatte, dauerte es bis zum Sharpie 500 auf dem Bristol Motor Speedway im August, bevor er wieder ein Rennen gewann. Trotz nur drei Siegen beendete er die Saison auf Platz 4.

Im Jahre 2004 war Gordon für nahezu die gesamte Saison unter den Top 5. Bis zum Beginn des Chase for the Nextel Cup hatte er fünf Siege erzielt und die Führung in der Meisterschaft von Jimmie Johnson übernommen. Im Saisonfinale erzielte Gordon jedoch nicht so gute Ergebnisse wie in der regulären Saison und fiel hinter Kurt Busch mit 16 Punkten Rückstand und Jimmie Johnson mit acht Punkten Rückstand auf Platz drei in der Meisterschaft zurück. Die Saison 2005 begann vielversprechend für Gordon mit drei Siegen in den ersten neun Rennen. Ab diesem Zeitpunkt verließ ihn das Glück und er beendete sechs Rennen auf Platz 30 oder schlechter. Gordon fiel auf Platz 15 zurück und qualifizierte sich nicht für den Chase. Die Saison beendete er auf Platz elf und sicherte so den Bonus in Höhe von einer Million US-Dollar für den besten Nicht-Chase-Teilnehmer.

Die Saison 2006 sollte eigentlich Gordons Comeback werden. Mit zwei Siegen in der regulären Saison schaffte er es in den Chase. Im Chase selbst lief es aber nicht für Gordon und er kam in drei aufeinanderfolgenden Rennen nicht ins Ziel. Nachdem er keine Chancen auf die Meisterschaft hatte, konzentrierte er sich darauf, seinem Teamkollegen Jimmie Johnson beim Kampf um die Meisterschaft zu unterstützen. Am Ende der Saison wurde Gordon Sechster in der Meisterschaft. Die Saison 2007 wurde mit insgesamt 30 Top-10-Platzierungen zu einem der erfolgreichsten Jahre in seiner Karriere, dennoch reichte es für Gordon nur zu Platz zwei der Gesamtwertung. Auch in den Jahren 2008 und 2009 gelang Gordon die Qualifikation zum Chase for the Sprint Cup. 2008 belegte er Rang sieben und 2009 Rang drei der Gesamtwertung.

Wagen #25/88 mini|Wagen #25 Der Wagen mit der Startnummer 88 gehörte lange Zeit Hendricks Vater Joe Hendrick. Er debütierte in der Saison 1986 mit Folgers als Hauptsponsor und Tim Richmond als Fahrer. Richmond konnte zusammen mit seinem Crew Chief Harry Hyde im ersten Jahr sieben Mal gewinnen und wurde Dritter in der Meisterschaft. Er verpasste den Start der Saison 1987 wegen seiner Erkrankung an AIDS, behauptete aber, es wäre eine Lungenentzündung gewesen. Benny Parsons und Rick Hendrick selbst sprangen als Ersatz für ihn ein. Richmond kehrte gegen Mitte der Saison zurück und gewann zwei Rennen, obwohl sein Gesundheitszustand offensichtlich nicht besser wurde.

Ab der Saison 1988 übernahm Ken Schrader das Cockpit der Nummer 25. Er erzielte zwei Pole-Positions, gewann das Talladega DieHard 500 und wurde Fünfter in der Meisterschaft. In der darauffolgenden Saison erzielte Schrader vier Pole-Positions und gewann mit dem All Pro Auto Parts 500 das Herbstrennen in Charlotte. In der Saison 1990 gewann er zwar kein Rennen, gewann aber die Pole-Position beim Daytona 500 zum dritten Mal in Folge. 1991 wurde Schrader mit zwei Siegen Neunter in der Meisterschaft. Sein bestes Ergebnis danach war ein vierter Platz in der Meisterschaft im Jahre 1994. Nach diesem Jahr ersetzte Budweiser Kodiak als Hauptsponsor des Wagens. Am Ende der Saison 1996 verließ Schrader das Team und wurde durch Ricky Craven ersetzt.