mini|Waldkirchen von Westen Waldkirchen liegt an einem Goldenen Steig und ist die einwohnerstärkste und jüngste Stadt im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Die Erhebung zur Stadt erfolgte 1972.
Geografie Lage Waldkirchen ist eine der östlichsten Städte Bayerns. Die Stadt liegt zwischen der Dreiflüssestadt Passau und dem Nationalpark Bayerischer Wald.
Gemeindegliederung
Es gibt 67 Gemeindeteile:
Geschichte mini|Marktplatz von Waldkirchen mini|Marktplatz und Stadtpfarrkirche Bis zum 18. Jahrhundert Einem Goldenen Steig in Richtung Böhmen verdankt der Markt Waldkirchen seine Entstehung, die wohl an die Jahrtausendwende zurückreicht. Das älteste erhaltene Dokument ist eine auf 1203 datierte Reiseabrechnung eines Pfarrers in oder von einer „Kirche im Wald“. Der Überlieferung nach erhielt Waldkirchen 1285 das Marktrecht.
Der Passauer Fürstbischof Bernhard von Prambach bestätigte im Jahr 1300 das Marktrecht, die alleinige Salzniederlage im Passauer Abteiland und den Straßenzwang. Es gelang den Waldkirchnern später aber nicht, die Rechte für den damals einträglichen Salzhandel zu verteidigen.Paul Praxl: Der Goldene Steig. Ein Heimatbüchlein. Waldkirchen 1959 (online auf staatliche-bibliothek-passau.de).Paul Praxl: Der Goldene Steig. Grafenau 1976, S. 12. Das Marktrecht galt bis 1806 (Auflösung des HRR). 1458 wurde Waldkirchen von einem böhmischen Heer unter Kaplirz de Sulewicz mit einer Brandschatzung bedroht. Der Passauer Bischof Ulrich von Nußdorf ließ daraufhin um 1460 eine Ringmauer mit zehn Türmen und zwei Torbauten errichten. Auf der ältesten Ansicht von Waldkirchen aus dem Jahr 1720 von Joseph Haas ist die Mauer noch vollständig vorhanden. Einige Reste der Befestigung sind bis heute erhalten; andere Teile wurden zum großen Teil zur Tourismusförderung rekonstruiert.
Der Ort wurde 1803 mit dem größten Teil des Hochstiftsgebietes zugunsten des Großherzogs Ferdinand von Toskana säkularisiert und fiel erst 1805 an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Brände Es gab in Waldkirchen in den Jahren 1492 bis 1945 sechs teils verheerende Brände. Der Brand von 1862 vernichtete 140 Häuser.
Am 26. April 1945, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, beschossen US-Truppen Waldkirchen.Zitat (S. 517, 26. April 1945): Continuing SE from Ohe R, CCB takes Waldkirchen and pushes E to Wollaberg; patrols to positions overlooking Austrian border near Gollnerberg. (SE = southeast) Acht Menschen starben, 48 Wohnhäuser und die Kirche wurden zerstört und 120 Familien wurden obdachlos.
Stadt Am 16. September 1972 wurde der Markt Waldkirchen zur Stadt erhoben.
Eingemeindungen Am 1. Januar 1968 wurde die Gemeinde Oberfrauenwald eingegliedert. Am 1. Juli 1970 kamen die Gemeinden Ratzing und Schiefweg hinzu, Unterhöhenstetten folgte am 1. April 1971. Am 1. Januar 1978 kamen noch Böhmzwiesel mit einem Teil der 1946 aufgelösten Gemeinde Stadl und die Gemeinde Karlsbach hinzu.
Einwohnerentwicklung Waldkirchen in den damaligen Grenzen 1939: 1.926 Einwohner 1950: 2.647 Einwohner 1970: 3.099 Einwohner
Waldkirchen in der heutigen Ausdehnung 1961: 5.764 Einwohner 1970: 6.391 Einwohner 1991: 9.943 Einwohner 1995: 10.468 Einwohner 2005: 10.603 Einwohner 2010: 10.481 Einwohner 2015: 10.283 Einwohner 2016: 10.384 Einwohner 2020: 10.721 Einwohner 2022: 11.014 Einwohner 2023: 11.271 Einwohner
Religion 88 % der Einwohner sind römisch-katholisch, weitere 6 % evangelisch, 0,3 % altkatholisch, der Rest bekennt sich zu anderen Religionsgemeinschaften oder gehört keiner Glaubensgemeinschaft an. Im Umkreis der Stadt gibt es neben den Kirchen der verschiedenen Pfarreien auch noch zahlreiche Flurkapellen, Bildstöcke und Wegkreuze.
Politik mini|Rathaus Waldkirchen Stadtrat + Wahlergebnis 2020 Gruppierung Stimmen Sitze UCW-FW 38,52 % 9 CSU 27,98 % 7 BP 13,22 % 3 SPD 9,43 % 2 Grüne 6,22 % 2 ÖDP 4,63 % 1+ Wahlergebnis 2014 Gruppierung Stimmen Sitze CSU 34,95 % 8 UCW 26,55 % 6 BP 15,15 % 4 SPD 10,55 % 2 ÖDP 5,17 % 1 JWU 7,63 % 2 Anfang Mai 2021 trat ein Stadtrat aus der CSU aus und gehört jetzt als Fraktionsloser dem Stadtrat an.Manfred Dersch tritt aus der CSU aus in www.pnp.de
Bürgermeister 1. Bürgermeister: Heinz Pollak, UCW 2. Bürgermeister: Christian Zarda, CSU 3. Bürgermeister: Hans Kapfer, BP
Wappen
Städtepartnerschaften : Serrara Fontana : Volary, früher Wallern im Böhmerwald : Prachatice, deutsch Prachatitz : Landshut in Niederbayern, Patenstadt zur Stadterhebung 1972
ILE Abteiland Die Gemeinde ist Mitglied der im April 2011 von 11 Kommunen gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Integrierte Ländliche Entwicklung Abteiland“ (ILE Abteiland), deren Motto es ist, den Natur-, Kultur- und Wirtschaftsraum Abteiland als lebenswerte Heimat zu erhalten und zu gestalten.Die Entstehung von ILE Abteiland, abgerufen am 14. November 2022.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Museum Goldener Steig Museum im Emerenz Meier Haus, Schiefweg Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend (HNKKJ) in der ehemaligen Kittlsäge am Marktmühlenweg in Waldkirchen Kunstraum Jahnstrasse
Bauwerke Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul, errichtet von 1857 bis 1861 nach Plänen von Leonhard Schmidtner. Der als „Dom des Bayerischen Waldes“ bezeichnete dreischiffige neugotische Pfeilerbau wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und danach wiederhergestellt. Nebenkirche St. Karl Borromäus (Karoli-Kapelle), um 1665 erbaut, 1756 umgestaltet. Die Ausstattung ist barock, auf den restaurierten Deckenfresken wird die Vita des hl. Karl Borromäus dargestellt. Die evangelisch-lutherische Erlöserkirche wurde 1955 in der Nähe der Stadtpfarrkirche erbaut.
Der historische Marktplatz mit seinen mittelalterlichen Hausfassaden und den steinernen Radabweisern ist die geeignete Kulisse für Feste aller Art Die Aussegnungshalle in Waldkirchen am Friedhof ist eine Stätte des Abschied und der Trauer. Das Bodendenkmal Goldener Steig Waldkirchen erinnert an das 1000-jährige Jubiläum des Goldenen Steigs. Die Zwieselholzkapelle aus dem Jahr 1830 steht am Fuß des Karoliberges. Entlang des „Grüß-Gott“-Weges befinden sich viele Sehenswürdigkeiten wie die Gedenksäule für Maria Schmid, das Normanndenkmal und das Mahnmal der Jagdgenossenschaft Waldkirchen/Oberfrauenwald. An der nördlichen Seite des sog. Saußwalds, hoch über der Saußbachklamm befindet sich auf einer Steinsäule das Bildnis der „Maria vom Guten Rat“.
Parks . Vom 29. Juni bis 2. September 2007 war Waldkirchen Ausrichter der Gartenschau „Natur in Waldkirchen“. Die Veranstaltung wurde zur bisher erfolgreichsten „kleinen“ Landesgartenschau Bayerns seit Bestehen der Veranstaltungsreihe.
Freizeit und Tourismus Im September 1973 erfolgte in Waldkirchen-Dorn der erste Spatenstich zur ersten öffentlichen Golfanlage der Bundesrepublik. Im Herbst 1975 konnte die etwa 3 Kilometer östlich von Waldkirchen gelegene 9-Loch-Anlage mit einer Fläche von über 25 Hektar eröffnet werden. 1997 und 1998 wurde der Platz nach den Plänen des Architekten Keith Preston um die 18-Loch-Turnieranlage in Poppenreut erweitert, so dass jetzt eine etwa 90 Hektar umfassende Anlage vorhanden ist. 2,5 Kilometer östlich von Waldkirchen liegt der Kurpark Erlauzwieseler See. Dort befinden sich ein Kurpavillon mit Seebühne sowie weitere Sehenswürdigkeiten. Im See sind verschiedene Arten von Wassersport möglich. Der Kletterwald Waldkirchen wird von Einheimischen und Touristen gerne besucht. großer Bewegungsparcours (seit 2014) am Kurpark Erlauzwieseler See Kneipp-Anlage am See Gäste- und Bürgerhaus mit Veranstaltungssaal und Konferenzräumen für Tagungen Karoli-Badepark mit Hallenbad, Sauna, Freibad, 100 Meter Rutsche und Mediterraneum Eishalle am Karoli Berg Diskothek Lobo Stadtpark mit neu errichteter Stadtparkbühne im Jahre 2016 Zauberwald am Karoli Saußbachklamm südlich von Waldkirchen Skilift am Oberfrauenwald mehr als 100 Kilometer Rad- und Wanderwege Aussichtsturm am Oberfrauenwald mehrere Tennisplätze Minigolf-Anlage
Sport Der ESV Waldkirchenesv-waldkirchen.de, Info ESV Waldkirchen ist ein Eishockeyverein (die Karoli Crocodiles), der 1999 anstelle der aufgelösten Eishockeyabteilung des TSV Waldkirchen den Spielbetrieb aufnahm, und gehört unter den Sportvereinen zu den Aushängeschildern der Stadt. Er nimmt am Spielbetrieb des BEV teil, wobei er seine Heimspiele in der Eissporthalle Karoli austrägt. Ab der Saison 2018/19 spielen die Crocodiles in der Bayerischen Landesliga (5. Liga).
Den größten Erfolg der Vereinsgeschichteregiowiki.pnp.de, Eishockey in Niederbayern ESV Waldkirchen erreichte der ESV 2011 nach der Bayerischen Landesliga-Vizemeisterschaft, als er sich für die viertklassige Regionalliga (BYL) qualifizierte. Der ESVW konnte sein Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen und spielte deshalb in der Folgesaison weiter in der BLL. Weitere Erfolge waren die viermalige Meisterschaft der Bayerischen-Bezirksliga Ost bzw. Nord und die zweimalige Meisterschaft der Bayerischen-Landesliga Ost 1995 und N/O 2011.rodi-db.de, Ligenzugehörigkeit ESV Waldkirchen
Der TSV Waldkirchen umfasst mehrere aktive Abteilungen, z. B. für Fußball oder Volleyball. Die Gewichtheber des TSV gewannen 2020 die Bayernliga und stiegen in die 2. Bundesliga auf.
Regelmäßige Veranstaltungen 5. Januar: Rauhnacht Foodtruck-Festival im Mai (seit 2016) Juni: Bürgerfestival Juni: Ringmauerfest Juli/August: Volksfest Juli–September: Blasmusiksommer (seit 2015) Dorfmarkt Schiefweg Picknick im Park Wolfsteiner Herbst Herbstmarkt Ostermarkt Weihnachtsmärkte in den Dörfern der Stadt und auf dem Marktplatz
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Waldkirchen ist über einen Autobahnzubringer (Staatsstraße 2131) (zwischen Aicha vorm Wald und Hutthurm) sowie ab Röhrnbach über die B 12 an die A 3 angeschlossen. Eine Staatsstraße – die alte WOS 1 – verbindet Waldkirchen mit Freyung. Außerdem ist Passau über die B 12 nach 30 Kilometern zu erreichen.mini|Bus der RBO am Busbahnhof kurz vor der Abfahrt nach Passau, Juni 20261892 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen die Bahnstrecke Passau–Freyung, an der sich etwas außerhalb im Stadtteil Richardsreut der Bahnhof Waldkirchen (Niederbay) befindet. Ab 1910 zweigte am Bahnhof Waldkirchen die Bahnstrecke Waldkirchen–Haidmühle ab, die eine Direktverbindung von Passau nach Budweis in Böhmen herstellte. Bis 1995 wurde die Strecke nach Haidmühle stillgelegt und danach zum Adalbert-Stifter-Geh- und Radwanderweg umfunktioniert. Das im neohistoristischen Stil errichtete Empfangsgebäude des Bahnhofs Waldkirchen steht heute unter Denkmalschutz.mini|Busbahnhof Waldkirchen, Oktober 2025Nachdem die Bahnstrecke Passau–Freyung vom August 2002 an nicht mehr befahrbar war, wurde sie am 1. April 2005 stillgelegt. Diese Stilllegung dauerte bis August 2009, als die Ilztalbahn GmbH, unterstützt durch den Förderverein Ilztalbahn e. V., mit der Reaktivierung der Strecke begann. Seit dem 12. September 2010 ist die Teilstrecke Waldkirchen–Freyung wieder in Betrieb, und seit dem 16. Juli 2011 ist auch der Abschnitt Waldkirchen–Passau für den öffentlichen Verkehr freigegeben. Seitdem wird im Rahmen des Freizeitverkehrsprojektes Donau-Ilz-Moldau wieder an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen im Sommerhalbjahr und zu Sonderfahrten ganzjährig Zugverkehr durchgeführt. mini|Citybus in der Waldkirchner Innenstadt, Oktober 2025