Anatole Abragam (* 5. Dezember 1914 in Grīva, Gouvernement Kurland; † 8. Juni 2011 in Paris) war ein französischer Physiker lettischer Herkunft, der große Beiträge im Bereich der Kernspinresonanzspektroskopie geliefert hat.

Leben Abragam emigrierte 1925 mit seiner Familie nach Frankreich. Nachdem er von 1933 bis 1936 an der Universität von Paris studiert hatte, diente er im Zweiten Weltkrieg. Nach dem Krieg ging er seinen Studien an der École supérieure d’électricité weiter nach und wurde 1950 bei Maurice Pryce an der Universität Oxford promoviert. Von 1960 bis 1985 war er Professor für nuklearen Magnetismus am Collège de France.

Sein 1961 erschienenes Buch Principles of Nuclear Magnetism über Kernmagnetismus gilt heute als Standardwerk.

Er war seit 1947 beim Kommissariat für Atomenergie (CEA) und leitete von 1962 bis 1970 dessen Physikabteilung. Ab 1967 war er zudem Präsident der französischen physikalischen Gesellschaft.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften 1958 Holweck-Preis 1982 Lorentz-Medaille 1992 Matteucci-Medaille 1995 Lomonossow-Goldmedaille der Russischen Akademie der Wissenschaften Prix Hughes und Prix Cognac-Jay der Académie des sciences

Er war Ehrendoktor der Universitäten von Kent, Oxford (1976) und des Technion in Haifa (1985). 1976 wurde er Honorary Fellow sowohl des Merton College und des Jesus College der Oxford University. Er war Kommandeur der Ehrenlegion und der Palmes Academiques und erhielt das Großkreuz des Ordre national du Mérite.

1980 hatte er die Lorentz Professur an der Universität Leiden.H. Beukers: Album Scholasticum academiae lugduno-batavae MCMLXXV-MCMLXXXIX. (1975–1989), Leids Universiteits-Fonds, Leiden, 1991

Er war Mitglied der Académie des sciences (1973), der American Academy of Arts and Sciences (1974), der National Academy of Sciences (1977), der Academia Europaea (1990), der Russischen Akademie der Wissenschaften (1999),Anatole Abragam, Website der Russischen Akademie der Wissenschaften. der Royal Society (1983) und der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften.

Bücher von A. Abragam Principles of Nuclear Magnetism, Clarendon Press, Oxford 1961, ISBN 0-198-520-14X Electron Paramagnetic Resonance of Transisition Ions, zusammen mit Brebis Bleaney, Oxford University Press, Oxford 1977, ISBN 0-198-512-503 Nuclear Magnetism. Order and Disorder, mit M. Goldman, Clarendon Press, Oxford 1982, ISBN 0-198-512-945 Reflections of a Physicist, Oxford University Press, Oxford 1986, ISBN 0-198-519-648 De la physique avant toute chose?, Odile Jacob, Paris 2000, ISBN 2-738-109-144 von und über A. Abragam Time Reversal: An Autobiography, Clarendon Press, Oxford 1989, ISBN 0-198-539-266

Quellen Nachruf auf der Seite des Collège de France

Einzelnachweise

Kategorie:Physiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leiden) Kategorie:Hochschullehrer (Collège de France) Kategorie:Träger der Lomonossow-Goldmedaille Kategorie:Träger des Ordre des Palmes Académiques (Komtur) Kategorie:Träger des französischen Nationalverdienstordens (Großkreuz) Kategorie:Auswärtiges Mitglied der Royal Society Kategorie:Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der Academia Europaea Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Kommandeur) Kategorie:Ehrendoktor der University of Kent Kategorie:Ehrendoktor der University of Oxford Kategorie:Ehrendoktor des Technion Kategorie:Lette Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 2011 Kategorie:Mann