Der Donnepp Media Award – Deutscher Preis für Medienpublizistik, vormals Bert-Donnepp-Preis, wird seit 1991 vom Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises vergeben. Die angeseheneRoland Karle: Der Bühnenbauer. In: impresso. Die Zeitschrift für Zeitschriftenmacher, Nr. 1/2021, online, abgefragt am 6. September 2022 Würdigung wird an Medienschaffende verliehen, „die sich kritisch mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien auseinandersetzen.“Haus der Pressefreiheit: Medienpreise, online, abgefragt am 6. September 2022 Ausgezeichnet wird der Satzung zufolge die „kompetente journalistische Beschäftigung mit Fragen des Hörfunks, Fernsehens, der Presse und/oder mit übergreifenden Medienfragen“, die „zur Erkenntnis der spezifischen Leistungen dieser Massenmedien, ihrer Inhalte, ihrer Strukturen und/oder ihrer Wirkungen beiträgt.“
Die Auszeichnung ist benannt nach Bert Donnepp (1914–1995), dem Gründer des Adolf-Grimme-Instituts. Die Preisverleihung erfolgt jährlich in Marl. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert, der Ehrenpreis ist undotiert.Bert-Donnepp-Preis – Deutscher Preis für Medienpublizistik, kulturpreise.de Im Jahr 2025 wurde der Preis in Donnepp Media Award umbenannt. Die nachträgliche Aberkennung einer Preisträgerin im selben Jahr löste eine Kontroverse aus.
Preisträger 1991 bis 1999 1991 Uwe Kammann, Volker Lilienthal, Gisela Zabka, Stefan Jakob (Redaktion epd/Kirche und Rundfunk) Besondere Ehrung für Walter Fabian
1992 Cornelia Bolesch (Fernsehen und Hörfunk, Süddeutsche Zeitung) Besondere Ehrung für Rolf Richter
1993 Horst Röper (Institut Formatt)
1994 Christian Hellmann (Redaktion TV Spielfilm)
1995 Oliver Herrgesell (Medienredaktion Die Woche) Besondere Ehrung für Andrea Brunnen-Wagenführ, Uwe Kuckei
1996 Klaus Ott (Medienredaktion Süddeutsche Zeitung)Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM): Besondere Ehrung für Manfred Delling
1997 Klaudia Brunst, Chefredakteurin der taz
1998 Peter Turi, damals Chefredakteur und Co-Verleger des kressreport, für die Erfindung von kress.de
1999 Michael Hanfeld, Fernsehkritiker im Feuilleton der FAZ
2000 bis 2009 2000 Fritz Wolf, freier Journalist, und Sybille Simon-Zülch, freie Autorin, für ihre Arbeit als Fernsehkritiker bei epd medienFritz Wolf: Alles Doku oder was, Adolf-Grimme-Institut, LfM Dokumentation Band 25, Juli 2003, online unter www.lfm-nrw.de/downloads/allesdoku-kompl.pdf
2001 Hans-Jürgen Jakobs, Redakteur für Wirtschaft und Medien beim Nachrichtenmagazin Der Spiegel
2002 Dieter Anschlag, Leitender Redakteur bei der Funkkorrespondenz (Bonn) Dietrich Leder. Publizist und Autor der Funkkorrespondenz Besondere Ehrung für Volker Lilienthal, stellvertretender Ressortleiter von epd medien, für seine Arbeiten zur Geschichte des epd und des Bertelsmann-Verlags in der Zeit des Nationalsozialismus
2003 Stefan Niggemeier, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Egon Netenjakob, Publizist und Autor des TV-Filmlexikon
2004 Rainer Braun, Fernsehkritiker und Medienjournalist für die Berliner Zeitung und die Funkkorrespondenz
2005 Ulrike Kaiser, Chefredakteurin des DJV-Medienmagazins journalist Volker Lilienthal, Verantwortlicher Redakteur des Fachblattes epd medien Besondere Ehrung für die Medienredakteure Rainer Stadler und Balts Livio (Neue Zürcher Zeitung)
2006 Jörg Wagner für die Moderation und Redaktion des Medienmagazins radioeins im rbb
2007 Redaktionsteam des NDR-Medienmagazins ZAPP: Julia Stein, Nicola von Hollander und Kuno Haberbuschgrimme-institut.de: Besondere Ehrung für Thomas Thieringer
2008 Steffen Grimberg, Medienredakteur der tazgrimme-institut.de:
2009 Torsten Körner, freiberuflicher Fernsehkritikergrimme-institut.de:
2010 bis 2019 2010 Diemut Roether, verantwortliche Redakteurin von epd medien und Michael Ridder, Redakteur von epd medien
2011 Andreas Stopp, Brigitte Baetz, Bettina Köster und Bettina Schmieding vom Radiomagazin Markt und Medien (Deutschlandfunk) Besondere Ehrung für Jakob Augstein, Verlegergrimme-institut.de:
2012 tittelbach.tv von Rainer Tittelbach Das Altpapier (Medienkolumne im Internet), erstellt von Christian Bartels, Matthias Dell, René Martens und Klaus Raabgrimme-institut.de:
2013 Thomas Lückerath und Peer Schader (DWDL.de) Besondere Ehrung für Barbara Sichtermann, Fernsehkritikerin Aufklärer des Jahres: Edward Snowden
2014 Ulrike Simon, Medienjournalistin für die Madsack Gruppe Besondere Ehrung für Jochen Meißner, Hörspielkritiker
2015 Claudia Tieschky, SZ-Redakteurin und den freiberuflichen Medienkritiker Hans Hoffgrimme-institut.de: „Besondere Erwähnung“ für TV-Produzent und Dokumentarist Stephan Lamby für das Internet-Format „dbate“.
2016 Silke Burmester, freie Journalistin, Kolumnistin und Autorin Besondere Erwähnung für den Autor, Regisseur, Produzenten und Moderator Gero von Boehm für sein Gesamtwerk.
2017 Georg Seeßlen sowie das Medienportal Übermedien von Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz Besondere Ehrung für Dunja HayaliUwe Mantel: Besondere Ehrung für Dunja Hayali: Bert-Donnepp-Preis für Übermedien und Georg Seeßlen, DWDL.de, 16. Januar 2018
2018 Philipp Walulis (Funk) Volker Nünning (Medienkorrespondenz) Besondere Ehrung für Leonhard Dobusch (ZDF-Fernsehrat)
2019 Samira El Ouassil (Übermedien) Besondere Ehrung für die Filmregisseurin Julia von Heinz
Seit 2020 2022 Jenni Zylka, Journalistin und Autorin Besondere Ehrung für das ehemalige Ippen-Investigativ-Team
2023 Tilmann P. Gangloff Alice Hasters
2024 Nadia Zaboura Besondere Ehrung für Esra und Patrick PhulZaboura und Minkmar erhalten den Bert-Donnepp-Preis - DWDL.de, 17. Januar 2024, abgerufen am 4. September 2025. (Preis aus Protest zurückgegeben)Kolumne: Das Altpapier am 3. September 2025 – Indizien einer Krise | MDR.DE, 3. September 2025, abgerufen am 4. September 2025.
2025 Annika Schneider für Berichterstattung bei Übermedien (Preis aus Protest zurückgegeben) Besondere Ehrung für Oliver Kalkofe Besondere Ehrung für Judith Scheytt (im Nachhinein aberkannt, siehe Kontroverse)Antisemitismusvorwurf: Der fragwürdige Umgang mit Judith Scheytt | Übermedien, 4. September 2025, abgerufen am 4. September 2025. 2026
keine Verleihung vorgesehen aufgrund der Kontroverse des Vorjahres
Kontroverse zur Verleihung einer Ehrung im Jahr 2025
Im Januar 2025 wurde der damals 17-jährigen Schülerin Judith Scheytt eine von zwei „besonderen Ehrungen“ des Bert-Donnepp-Preises für ihre Medienkritik verliehen. Später erhob die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit gegenüber dem Preisverleiher Antisemitismusvorwürfe gegen Scheytt, woraufhin der Vereinsvorstand der Freunde des Adolf-Grimme-Preises den Preis ohne Beteiligung der Jury aberkannte. Nachdem Scheytt die Entscheidung und die Vorgänge selbst öffentlich gemacht hatte, gaben mehrere Preisträger des Bert-Donnepp-Preises ihre eigene Auszeichnung zurück und kritisierten die Entscheidung des Vereins, den Preis abzuerkennen. Der Vorsitzende des Vereins, Jörg Schieb, äußerte später gegenüber der Süddeutschen Zeitung, das Verfahren sei fahrlässig, unprofessionell und unentschuldbar gewesen. Scheytt sei nichts vorzuwerfen und sie sei natürlich auch keine Antisemitin. Wegen des Image-Schadens verlieh das Online-Medienmagazin DWDL den Negativ-Preis Goldener Günter an den Verein.
Weblinks Bert-Donnepp-Preis vom Verein der „Freunde des Adolf-Grimme-Preises“
Einzelnachweise
Kategorie:Journalismuspreis (Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 1991