Der Medienpreis Entwicklungspolitik wurde 1975 von Egon Bahr in seiner Funktion als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit gestiftet, und prämiert journalistische Arbeiten, die „das Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit für die Notwendigkeit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern fördern“.Medienpreis Entwicklungspolitik: Die Satzung, online unter www.bmz.de/de/presse/Downloads/Medienpreis-Satzung.pdf

Die Preisvergabe erfolgt jährlich. Es werden meist vier bis fünf Preise vergeben – in den Kategorien Print, Radio, Fernsehen und Internet. Der Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert, die auf die Preisträger aufgeteilt werden.

Die Jury, die über die jeweiligen Preisempfänger entscheidet, hat fünf Mitglieder, von denen je eines vom Bundespräsidialamt und vom BMZ benannt wird. Die drei weiteren Jurymitglieder der Jury werden von Journalisten-Organisationen, den Sendeanstalten und von gesellschaftlichen Organisationen benannt.

2013 wurde der Preis neu ausgerichtet. Der Medienpreis Entwicklungspolitik heißt jetzt „Deutscher Medienpreis Entwicklungspolitik“ und wird gemeinsam vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Deutschen Welle (DW) vergeben. Der Preis richtet sich fortan an Journalisten aus Afrika, Asien, Nah-Mittelost/Nordafrika, Lateinamerika, Osteuropa und Deutschland.

Preisträger 1975 bis 1979

1975 (Print)

1. Preis: Uly Foerster (Badische Zeitung) für Wir haben alles gewusst 1. Preis: Redaktion von epd-Entwicklungspolitik (Kai Friedrich Schade / Karl-Heinrich Rudersdorf) für ihre Arbeit im gesamten Jahr 2. Preis: Hannes Burger (Süddeutsche Zeitung) für Modell Ghana 2. Preis: Hans Georg Glaser (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) für WAZ-Leser helfen Obervolta 2. Preis: Hartmut Paeffgen (General-Anzeiger Bonn) für Gebt Ihnen eine Chance 2. Preis: Ansgar Skriver (WDR) für Entwicklungspolitik zwischen nationaler Außenpolitik und sozialer Weltinnenpolitik

1976 (Hörfunk)

1. Preis: Gertraud Heise (WDR) für Tee kann man nicht essen 1. Preis: Ansgar Skriver (WDR) für Eine andere Welt? Neue Wirtschaftsordnung – neue Entwicklungspolitik 2. Preis: Richard W. Dill (Saarländischer Rundfunk) für Der steinige Weg zur Partnerschaft 2. Preis: Gerd Lotze (Südwestfunk) für Tropfen auf heiße Steine? Die Problematik der Entwicklungspolitik – dargestellt am Beispiel Boliviens 3. Preis: Curt Hanno Gutbrod (Bayerischer Rundfunk) für Welternährung und Weltbevölkerung 3. Preis: Peter Laudan (WDR) für Tansania – Sozialismus ohne Dogma 3. Preis: Bob Uschi für Das Wunder von Aqua de Dios

1977 (Fernsehen)

2. Preis: Ebbo Demant (Südwestfunk) für Armut ohne Ausweg – Boron, ein Beispiel für die Verelendung in der Vierten Welt 2. Preis: Peter Berg (ZDF) für Paktia – Die Spur der Deutschen 3. Preis: Michael Alexandre (Radio Bremen) für Jahrhundertgeschäfte 3. Preis: Julia Dingwort-Nusseck und Ernst-Ludwig Freisewinckel (WDR) für Arbeitsplätze wandern aus 3. Preis: Ralph Giordano (WDR) für Wüste – Die neue Grenze 3. Preis: Sabine Nawroth (ZDF) für Ruanda: Hilfe für das erste Land der Welt 3. Preis: Christopher Sommerkorn (Hessischer Rundfunk) für Tierra Nueva – Neue Erde

1978 (Print)

1. Preis: Jürgen Kahl (dpa) für Entwicklungsmillionen auf Eis 1. Preis: Redaktion der überblick für ihre gesamtredaktionelle Leistung 2. Preis: Hagmut Brockmann (Spandauer Volksblatt) für Biogas lässt Wälder wieder wachsen und Der erste Schritt führt oft in ein Dorf 2. Preis: Siegfried Berndt (Deutsche Welle) für Dazu muss man tropisch denken 3. Preis: Christian Schütze (Süddeutsche Zeitung) für Im Jahr 2000 Gesundheit für alle?

1979 (Hörfunk)

2. Preis: Karla Krause von Fumetti (SFB) für Entwicklungshelfer im eigenen Land – Das Motivatorenprojekt des Rats der Kirchen in Indonesien 2. Preis: Nikolas von Michalewsky (Bayerischer Rundfunk) für Unser täglich Brot … 3. Preis: Gertraud Heise (WDR 1) für Kinder der Kirdi – Tage und Nächte in den Mandara-Bergen Nordkameruns 3. Preis: Gerd Meuer (Deutschlandfunk) für Nahrungsexporte fördern den Hunger in der Welt – oder: Der Mythos vom Hunger fördert den Hunger

1980 bis 1989

1980 (Fernsehen)

1. Preis: Peter Heller (WDR) für Usambara – das Land, wo Glaube Bäume versetzen soll 2. Preis: Michael Busse/Jürgen Peters (SFB) für Die guten Menschen von Burg Layen – Private Entwicklungshilfe in Afrika 3. Preis: Peter von Gunten (WDR) für Terra Roubada (Geraubte Erde) 3. Preis: Ingrid Komm (SFB) für Samundonga – ein Dorf in Sambia

1981 (Print)

1. Preis: Gunar Ortlepp (Der Spiegel) für Die Lange Nacht der Kinder Afrikas 2. Preis: Birgit Schaffer (Westdeutsche Zeitung) für Zwischen Armut und Fortschritt – Die zwei Gesichter Indiens 2. Preis: Bernadette Conraths, Bernhard Jünemann und Dieter Hünerkoch (Der Report) für Der Teufel wird uns holen 2. Preis: Manfred von Conta (Stern) für Der Regenwald stirbt 2. Preis: Andreas Bänziger (Frankfurter Rundschau) für Im Teufelskreis gefangen – Afrikanische Bauern haben es satt, Überschüsse zu produzieren 2. Preis: Otto Matze (liberal) für Tabuisierung der Grundprobleme 2. Preis: Renate Wilke (der überblick) für Sanfte Frauen gegen harte Devisen

1982 (Hörfunk)

1. Preis: Karla Krause und Helmut Heinzlmeir (WDR) für Zwischen Mythen und Multis 2. Preis: Doris Gote (Deutschlandfunk) für Entwicklungshilfe – ein Lernprozess 2. Preis: Roland Bunzenthal (Hessischer Rundfunk) für Angepasste Technologie – Rückschritt oder Fortschritt? Fallstudien deutscher Entwicklungspolitik 3. Preis: Karl Albrecht Immel (Süddeutscher Rundfunk) für Welthunger durch Welthandel 3. Preis: Linde von Keyserlingk (Süddeutscher Rundfunk) für Die kleinen Brüder und Schwestern 3. Preis: Rupert Neudeck (Deutschlandfunk) für Der betrogene Optimismus, Entwicklungshilfe – War alles falsch? 3. Preis: Waltraud Stiegele (Bayerischer Rundfunk) für Arbeit vor Ort: Beispiel Nepal

1983 (Fernsehen)

2. Preis: Norbert Brieger (ZDF) für Und ewig sterben die Wälder 2. Preis: Hannelore Gadatsch (Südwestfunk) für Millionen vom Hunger bedroht – Dürre in Äthiopien 2. Preis: Gernot Schley (WDR) für Begegnungen in M’Kondedzi – Schüler und Helfer helfen auf einer Schulfarm in Mosambik

1984 (Print)

1. Preis: Günther Mack (Die Zeit) für Die Wüste wächst 2. Preis: Günter Heismann (manager magazin) für Hoffnung für die Hungernden 2. Preis: Peter Laudan (Vorwärts) für Exportierte Parteilichkeiten 3. Preis: Roland Bunzenthal (Frankfurter Rundschau) für Mit Bäumen und Ochsen gegen die Hungergefahr in Tansania 3. Preis: Achim Remde (Hannoversche Allgemeine Zeitung) für Mengisto muss unbequeme Fragen fürchten 3. Preis: Uli Remmel (Die Rheinpfalz) für Speyers Partnerschaft mit Karengera: Zartes Pflänzlein schon verdorrt? Sonderpreis: Forum – Zeitschrift für Mitarbeiter in der Jugendarbeit: Kinder und die Dritte Welt

1985 (Hörfunk)

1. Preis: Christina Wichterich (Deutschlandfunk) für Die Frauen sind die Verlierer 2. Preis: Bernd Girrbach, Beate Müller-Blattau, Anette Schmid und Thomas Kruchem (NDR) für Sterben ohne gelebt zu haben – Frauen in der Dritten Welt 2. Preis: Karl Zawadzky (Saarländischer Rundfunk) für Kampf um Märkte und Arbeitsplätze. Das Ringen um ein viertes Welttextilabkommen hat begonnen 3. Preis: Jürgen Dauth (Hessischer Rundfunk) für Familienplanung auf Java 3. Preis: Winfried Kurrath (NDR) für Brotreste aus dem Hotel – Ein Andendorf hat sich verändert 3. Preis: Walter Michler (WDR 2) für Hunger in Afrika Sonderpreis: RIAS Berlin (Michael Hase und Hanno Kremer) und SFB (Johannes Wendt)

1986 (Fernsehen)

1. Preis: Hannelore Gadatsch (Südwestfunk) für Zwangsumsiedlung in Äthiopien 1. Preis: Uwe Bork (Hessischer Rundfunk) für Wo Afrika noch Chancen hat – Entwicklungshilfe in Tansania 2. Preis: Gerhard Meier (ZDF) für Gambia – Zurück zum Brunnen 2. Preis: Rüdiger Lorenz (Bayerischer Rundfunk) für Fragen an Nyabisindu 3. Preis: Gerlinde Böhm (WDR) für Senor Turista – Begegnungen am Titicacasee 3. Preis: Gordian Troeller (Radio Bremen / ARD) für Kinder der Welt VI – Die Vergessenen 3. Preis: Luc Leysen (WDR / ARD) für Oh Afrika – Busbahnhof Accra-Mitte

1987 (Print)

1. Preis: Wolfgang Gerrits (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) für Partner für Afrika – Kinderdorf Bottrop in Gambia 1. Preis: Peter-Matthias Gaede (GEO) für Business mit kaltem Blut sowie Unter dem Vulkan 2. Preis: Wolfram Frommlet (Medien Magazin) für Erzählen – Gegen die Enteignung – Afrikanische Erzählkulturen und Neue Medien 2. Preis: Hartmut Hölscher für Eine Woche bei Halbnomaden am Baringo-See – Entwicklungshilfe im trockenen Nordwesten Kenias 3. Preis: Harald Gruber (Winnender Zeitung) für eine Artikelserie über das kleine Andendorf Perlamayo 3. Preis: Karin Walz (Esslinger Zeitung) für Der Raubbau in den Regenwäldern rächt sich Sonderpreis: MEINE WELT, Zeitschrift zur Förderung des deutsch-indischen Dialogs

1988 (Hörfunk)

1. Preis: Karl Rössel (WDR) für Philippinos auf Schalke – Opelarbeiten im Slum 2. Preis: Roland Bunzenthal und Bärbel Röben (Hessischer Rundfunk) für Unser Geld regiert die Dritte Welt – Gibt es einen Ausweg aus der Schuldenkrise? 2. Preis: Bernd Girrbach (WDR) für Mosambik – Krieg, Hunger und die Rolle Südafrikas 2. Preis: Winfried Kurrath (Deutschlandfunk) für Hoffnung für Millionen – Die Menschheitsgeißel Lepra verliert ihren Schrecken 3. Preis: Karl-Albrecht Immel (Süddeutscher Rundfunk) für Heute im Gespräch: Hunger in Afrika – Ursachen und Hintergründe 3. Preis: Thomas Kruchem (Süddeutscher Rundfunk) für Flüchtlingselend in Malawi 3. Preis: Rita Niemann-Geiger (SFB) für Keiner repariert das Geld der Welt. Waldsterben, Ökologie und Hochgebirgstourismus in Himalaya Sonderpreis: David Kyungu (NDR) für Metatizo! – Probleme! Ein Afrikaner im deutschen Alltag

1989 (Fernsehen)

1. Preis: Luc Leysen (ARD) für Don Camillo auf Afrikanisch – Ein Dorf in Mali 2. Preis: Claudia Siebert und Bärbel Lutz-Saal (ZDF) für Logo in Togo – Bonner Schüler laufen für Afrika Sonderpreis: Gruppe Chaski für Juliana und Chaski Peru (ZDF)

1990 bis 1999

1990 (Print)

1. Preis: Reiner Klingholz (GEO) für Die Bevölkerungsexplosion – Sechs Milliarden und kein Ende? 2. Preis: Sabine Wenke (Die Zeit) für Der stille Krieg 2. Preis: Eva Karnofsky (FAZ) für Verschwenderische Pracht, erbärmliche Macht der Drogen 3. Preis: Walter Michler (KOSMOS) für Afrika – ein Sozialfall? und Hilfe, die in Schulden stürzt 3. Preis: Einhardt Schmidt-Kallert (Zeitschrift Südostasien-Informationen) für Leben und Überleben in den Metropolen 3. Preis: Harald Gruber (Winnender Zeitung) für Donna Maria pflanzt ein Apfelbäumchen Sonderpreis: epd-Entwicklungspolitik

1991 (Hörfunk)

1. Preis: Karin Werum (NDR) für Afrikaner in Hamburg 2. Preis: Rainer Hörig (WDR) für Weltbank raus – Rettet den Narmada-Fluss! 2. Preis: Antonio Cascais und Jörg Schindler (WDR) für Wer kauft die kleinen Bananen – Der EG-Binnenmarkt und die Folgen für die Dritte Welt 2. Preis: Rüdiger Siebert (NDR) für Die Kindersklaven von Carpet Belt – Wie indische Teppiche geknüpft werden 3. Preis: Bernd Girrbach (Radio Bremen) für Exotische Erbschaft – Niedergang der DDR-Entwicklungshilfe in Angola und Vietnam 3. Preis: Michael Oesterreich (Süddeutscher Rundfunk) für Tiquipaya Wasi – Ein Heim für Straßenkinder

1992 Fernsehen 1. Preis: Bernd Girrbach und Rolf Lambert (WDR) für Die vergessene Tragödie – Hunger und Krieg in Südsudan Hörfunk 1. Preis: Andreas Weiser (WDR) für Wo die Nacht den Tag verbrennt – Lebenswege in Rio de Janeiro Print 2. Preis: Michael F. Gleich (Zeitschrift natur) für Neue Ernte für die Kaffeepflanzer Norbert Glaser (Frankfurter Rundschau) für die Serie 500. Jahrestag der 'Entdeckung' Amerikas Sonderpreis Martin Kämpchen (WDR) für Leben in Gosaldanga – Portrait eines indischen Dorfes

1993 Fernsehen 1. Preis: Armin Stauth (WDR) für Hunger durch Fleischtransporte