Steffi Kühnert (* 19. Februar 1963 in Ost-Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin, Hörspielsprecherin und Theaterregisseurin. Sie wirkte neben zahlreichen Theaterinszenierungen in über 100 Film- und Fernsehproduktionen.
Leben Privates und Ausbildung Steffi Kühnert wuchs in Berlin-Wilhelmshagen auf. Ihr Vater war Konzertmeister im Großen Rundfunkorchester Berlin. Sie ist gelernte Herrenmaßschneiderin. Von 1981 bis 1985 studierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin, abgerufen am 19. November 2021.
Kühnert lebt mit ihrem Mann und dem gemeinsamen SohnDeutscher Filmpreis 2012: "Zwischen uns Nominierten gibt es keinen Neid" Interview bei berliner-zeitung.de, 27. April 2012 (abgerufen am 27. April 2012). in Berlin-Prenzlauer Berg.
Theater Ihr erstes Engagement erhielt Kühnert 1985 am Thüringer Landestheater Eisenach, wo sie bis 1988 blieb. Man sah sie hier unter anderem als Eve in Der zerbrochne Krug, Wendla in Frühlings Erwachen und Eliza in My Fair Lady.
1988 wechselte sie an das Nationaltheater Weimar, zu dessen Ensemble sie bis 1992 gehörte. Hier verkörperte sie zum Beispiel Dorine in Tartuffe, Rosetta in Leonce und Lena und 1990 unter der Regie von Leander Haußmann die Titelfigur von Nora oder ein Puppenheim, wofür sie den erstmals verliehenen Alfred-Kerr-Darstellerpreis erhielt. In den darauffolgenden Jahren arbeitete sie weiter mit Haußmann sowohl beim Theater als auch in Film und Fernsehen zusammen.
Bei den Salzburger Festspielen 1993 agierte Kühnert in der Titelrolle der Antigone. Von 1992 an spielte sie am Schillertheater in Berlin, bis das Theater 1993 geschlossen wurde. Zu ihren Rollen dort gehörten Marie in Clavigo und Elisabeth in Don Carlos. 1994 trat sie am Burgtheater in Drei Schwestern auf. Am Residenztheater München und 1995 auch am Schauspielhaus Bochum konnte man sie als Gwendolyn Fairfax in Bunbury erleben. Ihre weiteren Bühnenstationen waren das Schauspielhaus Zürich, das Deutsche Theater Berlin und die Schaubühne am Lehniner Platz.
Seit November 2009 ist sie Professorin für Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“Steffi Kühnert bei der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, abgerufen am 19. November 2021, an der sie zuvor bereits als Gastdozentin tätig war. Zudem ist Kühnert seit 2017 als Theaterregisseurin unter anderem am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und Hans Otto Theater Potsdam tätig.
Film und Fernsehen Seit 1978 wirkt Kühnert in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. Ihr Filmdebüt gab sie in einer kleineren Nebenrolle in Herrmann Zschoches DEFA-Produktion Sieben Sommersprossen. Danach hatte sie weitere Rollen in Film und Fernsehen, wie in Der Staatsanwalt hat das Wort. Nach der Wende war sie zunächst an keinen Produktionen beteiligt, bis sie 1996 von Detlev Buck in dessen Filmkomödie Männerpension als Gefängnis-Besucherin besetzt wurde. Unter der Regie von Leander Haußmann, mit welchem sie bereits am Nationaltheater Weimar arbeitete, spielte sie in Nebenrollen in allen Filmen seiner „DDR-Trilogie“ mit: in Sonnenallee (1999), NVA (2005) und Stasikomödie (2022).
2012 erhielt Kühnert für ihre Leistung als aufopferungsvolle Ehefrau und Mutter in Andreas Dresens Familiendrama Halt auf freier Strecke eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis. 2013 verkörperte sie in der Hauptrolle von Die Frau, die sich traut eine ehemalige DDR-Schwimmerin, die an Krebs erkrankt und dann ihr Leben umkrempelt.
2017 übernahm sie die Rolle der Cornelia Harms, Vorgesetzte der Freiburger Ermittler Tobler und Berg, in der Fernsehreihe Tatort., Das Erste, 1. Oktober 2017 Wegen Aufgabenüberlastung ist sie 2021 dort wieder ausgestiegen, weil sie die Dreharbeiten im 800 km entfernten Schwarzwald nicht mehr einplanen mochte.Steffi Kühnert verlässt den Schwarzwald-Tatort, wiewardertatort.de, abgerufen am 25. August 2021.
2020 erhielt Kühnert für ihre Hauptrolle der Paläontologin Susanne Brendel in Ingo Raspers Meine Nachbarn mit dem dicken Hund den Hessischen Fernsehpreis in der Kategorie als Beste Schauspielerin.
Steffi Kühnert ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.
Filmografie Kino
Fernsehen Fernsehfilme
Fernsehserien und -reihen
Theater (Auswahl) 2017: Die Ratten von Gerhart Hauptmann, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin 2018: Sein oder Nichtsein von Nick Whitby, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin 2019: Die Katze auf dem heißen Blechdach von Tennessee Williams, Hans Otto Theater 2022: Kabale und Liebe von Friedrich Schiller, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
Hörspiele (Auswahl) 2010: Laila Stieler: Ick bin nu mal Friseuse (Kathi König) – Bearbeitung und Regie: Judith Lorentz (Hörspiel – RBB) 2010: Judith Lorentz: Rico, Oskar und die Tieferschatten – Regie: Judith Lorentz (Kinderhörspiel – WDR) 2014: Maraike Wittbrodt: Wolfsmutter – Regie: Wolfgang Rindfleisch (Kinderhörspiel – DKultur) 2015: Wolfgang Zander: Seltene Erden – Regie: Nikolai von Koslowski (Radio-Tatort #90 – RBB) 2019: Eva Lia Reinegger: Immer dienstags – Regie: Annette Kurth (Hörspielserie – WDR) 2020: Robert Harris: Der zweite Schlaf (12 Teile) (Mrs. Agnes Budd) – Regie: Leonhard Koppelmann (Hörspielbearbeitung – HR/Der Hörverlag)
Auszeichnungen 1991: Alfred-Kerr-Preis für ihre Darstellung der Nora in Nora oder ein Puppenheim 1991: Nachwuchsschauspielerin des Jahres der Zeitschrift theater heute 1993: Bundesverdienstkreuz am Bande (30. September 1993) 2002: Silberner Hugo beim Filmfestival Chicago für ihre Rolle in Halbe Treppe im Ensemble 2006: Erich Kästner-Fernsehpreis der Babelsberger Medienpreise für Unsere zehn Gebote (2006) 2012: Bayerischer Filmpreis für Halt auf freier Strecke 2018: Das Hörspiel zu Babylon Berlin: Der nasse Fisch (Radio Bremen, WDR, rbb), Regie: Benjamin Quabeck nach dem Roman von Volker Kutscher 2020: Hessischer Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Meine Nachbarn mit dem dicken Hund
Literatur C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 407 f.
Weblinks
Einträge zu Steffi Kühnert in der HörDat
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterregisseur Kategorie:Burgschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Darstellender Künstler (DDR) Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Hochschullehrer (Hochschule für Schauspielkunst Berlin) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Frau