mini|hochkant|Sebastián Lerdo de Tejada Sebastián Lerdo de Tejada y Corral (* 24. April 1823 in Xalapa; † 21. April 1889 in New York City) war ein Rechtsanwalt, Richter und liberaler Führer, der in den 1850er bis 1870er Jahren unterschiedliche Regierungsämter bekleidete. Er war ein mexikanischer Staatsmann und amtierte von 1872 bis 1876 als Präsident der Republik Mexiko.

Leben Lerdo de Tejada war ein Kind des spanischen Händlers Juan Antonio Lerdo de Tejada und dessen kreolischer Frau Concepcion Corral y Bustillos. Er hatte mehrere Geschwister darunter den älteren Bruder Miguel Lerdo de Tejada (1812–1861), der politisch aktiv war und weitere fünf Brüder Francisco, Ignacio, Pablo, Juan, Angel sowie eine Schwester Soledad. Die Familie zog um 1821 Xalapa, einen Ort der an der wichtigen Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt und der Atlantikküste lag und quasi einen Handelsknoten bildete. Er wurde bereits in jungen Jahren durch den Pfarrer des Ortes, Francisco Ortiz de Loza, in der lateinischen Grammatik unterrichtet und sollte vermutlich zum Priester ausgebildet werden. Er erhielt ein Stipendium für das altehrwürdige und renommierte Seminario Palafoxiano in Puebla und verließ 1836 sein Elternhaus, um seine Ausbildung an der theologischen Hochschule zu beginnen. Er verlor früh seine Eltern und besuchte unter anderem von September 1836 bis Ende 1841 das Priesterseminar in Puebla, das nach dem Bischof Juan de Palafox y Mendoza benannt war. Anschließend studierte er Rechtswissenschaften und schlug eine Laufbahn im Justizwesen als Rechtsgelehrter und Professor ein. Die Jahre 1841 bis 1863 verbrachte er am Antiguo Colegio de San Ildefonso in Mexiko, an dem er zunächst studierte, später als Professor für Rechtswissenschaften und schließlich als Rektor tätig war. 1855 trat er als Mitglied des Obersten Gerichtshofs ins öffentliche Leben. 1857 war Lerdo de Tejada unter dem Präsidenten Ignacio Comonfort drei Monate Ministerpräsident und Minister des Äußern.

1858 wurde er als politischer Liberaler in den Kongress der Union Mexiko und zum Präsidenten desselben gewählt, lehnte den ihm von Benito Juárez angebotenen Ministerposten ab und flüchtete nach dem Sieg der Franzosen bei Puebla 1863 mit der Regierung in den Norden. Sein politisches Interesse hatte vermutlich bis 1861 insbesondere der Bildung gegolten. Lerdo de Tejadas politische Haltung hatte sich inzwischen im liberalen Lager verankert und er wurde ein loyalen Unterstützer von Juárez. Er hatte diesen begleitet, als seine Regierung während der französischen Intervention von 1862 aus Mexiko-Stadt fliehen musste, und stand ihm mit rechtlichem und logistischem Rat zur Seite. Anders als sein Bruder Miguel Lerdo de Tejada, der sich in der Zeit der Reformen (La Reforma) aktiv an der Ausarbeitung liberaler Reformgesetze beteiligte, agierte Lerdo de Tejada in dieser Zeit eher im Hintergrund.

Als Juárez 1867 die Macht wiedererlangte, fungierte er in San Luis Potosí als Außenminister und als einer der engsten Berater des Präsidenten. Er setzte sich nun aktiv gegen die Bestrebungen der USA ein, weiter nach Mexiko zu expandieren. Auf Lerdos Rat wurde Kaiser Maximilian I. 1867 erschossen. Er wurde nach der Wiederherstellung der Republik durch Juarez im Jahr 1867 Präsident des Tribunal Supremo (Oberster Gerichtshof) sowie de facto Vizepräsident der mexikanischen Republik und trat bei der Präsidentenwahl im Sommer 1871 als Kandidat gegen Juarez und Porfirio Díaz an, dem er unterlag.

Nach dessen Tod am 18. Juli 1872 wurde er zunächst kommissarisch. In dieser Zeit ließ er den Anhängern von Díaz zahlreiche Beschränkungen auferlegen, was schnell zur Unzufriedenheit und schließlich zum Aufstand führte. Lerdo gelang es die Wogen zu glätten und die Präsidentschaftswahlen am 15. November 1872 mit deutlicher Mehrheit zu gewinnen. Er setzte als Präsident den Senat wieder ein, förderte die nationalistische Ausrichtung und verweigerte Zugeständnisse an die Amerikaner. Zudem setzte er die Enteignung von Kirchenbesitz fort, was Proteste auslöste und zur Cristero-Rebellion führte. Mit zahlreichen Maßnahmen versuchte er die Sicherheit und die Finanzen des Landes zu stabilisieren. Zudem führte er viele der liberalen Reformen fort, die bereits unter Juárez eingeleitet worden waren. In seine Amtszeit fiel zudem die Einweihung der Eisenbahnlinie von Veracruz nach Mexiko-Stadt. Lerdo de Tejada förderte Liberale Projekte und die Verbesserungen der Kommunikationsinfrastruktur. Er galt als sehr ehrgeizig und versuchte seine Wiederwahl ins Präsidentenamt zu manipulieren, indem er das Wahlgesetz durch ein Dekret zu Gunsten seiner Parteianhänger änderte und öffentliche Gelder für Wahlwerbung und Bestechung verwendete, während die Bauern und die Industrie unter ungerechten Lasten und plündernden Räuberbanden litten und den Handel erschwerten. Zwar wurde er im Juli 1876 wiedergewählt, doch im November des Jahres durch Díaz gestürzt und 1877 zur Flucht in die Vereinigten Staaten gezwungen.Muere Sebastián Lerdo de Tejada, defensor de la soberanía nacional testwebqa.cndh.org.mx (spanisch)

Literatur

Weblinks

Muere Sebastián Lerdo de Tejada, defensor de la soberanía nacional testwebqa.cndh.org.mx (spanisch)

Einzelnachweise

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