Meinsdorf ist ein Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Niederer Fläming im Landkreis Teltow-Fläming (Brandenburg).
Geografie Meinsdorf liegt im hügeligen östlichen Fläming an einem Waldrand südlich von Jüterbog und nordöstlich von Dahme/Mark. Der historische Ortskern mit einer Backsteinkirche ist als kurzes Straßenangerdorf ausgebildet, um dessen Dorfanger sich typische Drei- und Vierseithöfe gruppieren. Diese Form ist bereits im Schmettauschen Kartenwerk sowie im Urmesstischblatt Schönewalde von Jahr 1851 erkennbar. Der Ort liegt im Städtedreieck Jüterbog – Herzberg (Elster) – Dahme/Mark im südöstlichen Bereich der Gemeinde Niederer Fläming ist über eine Verbindungsstraße von Ihlow-Illmersdorf (Bundesstraße 102) nach Schönewalde zu erreichen. Nachbarorte sind die Ortsteile Herbersdorf im Nordosten, Rinow im Südosten, Bärwalde im Süden und Weißen im Südwesten. Das Gelände liegt auf einer Höhe von rund und steigt nach Norden hin auf bis zu 90 Metern an. Die südlichen Flächen liegen auf einer Höhe von rund 80 Metern, werden vorzugsweise landwirtschaftlich genutzt und durch einen unbenannten Graben in den Meinsdorfer Umleiter entwässert.Meinsdorf, Brandenburgviewer, abgerufen am 15. Februar 2026.
Geschichte und Etymologie Etymologie Meinsdorf wurde im Jahre 1346 das erste Mal urkundlich in einer Abschrift der Bistumsmatrikel von Meißen als Meynstorff erwähnt. Weitere historische Namensformen das Auftreten eines Mattheus meynrestorff im Jahr 1394 in Jüterbog, meynstorff im Jahr 1472, Meinsdorff bzw. Maniocze im Jahr 1579 sowie Im Dorffe Meinstorff im Jahr 1652.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 353. Der Name leitet sich von einem Mann mit dem deutschen Personennamen Meinhard ab.Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 115 ISBN 3-937233-17-2.
Besitzgeschichte Landesherrschaft Meinsdorf gehörte bis 1367 zum Herrschaftsbereich der Kurfürsten von Brandenburg. Von 1367 bis 1411 stand das Gebiet unter der Oberhoheit des Königreichs Böhmen, wobei es zwischen 1399 und kurz nach 1401 verpfändet an die Markgrafen von Meißen gelangte. Zwischen 1411 und 1451 befand sich Meinsdorf im Pfandbesitz der Herzöge von Schlesien‑Glogau, vermutlich ohne volle landesherrliche Souveränität. Ab 1451 – zunächst ebenfalls als Pfandbesitz, ab 1462 dann endgültig – kam Meinsdorf wieder an die Kurfürsten von Brandenburg und blieb bis 1701 in deren Herrschaftsbereich. Mit der Erhebung Brandenburg-Preußens zum Königreich gehörte der Ort von 1701 bis 1815 zu den Königen in bzw. von Preußen, wobei die Region bis 1742 weiterhin unter böhmischer Oberlehnsherrschaft stand.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 354.
Grundherrschaft mini|Die Einsiedel-Säule zum Gedenken an den Landerwerb von Gottfried Emanuel von Einsiedel Das Dorf gehörte damals zur Herrschaft Bärwalde, Ländchen Bärwalde genannt. Die ersten Besitzer waren von vor 1342 bis nach 1366 die Edlen von Slautitz, Lehensleute des brandenburgischen Markgrafen. Um 1389 wurden die von Rehfelde als Besitzer genannt, 1396 die Familie von Schlieben und von vor(?) 1435 bis 1447 die Familie von Leipzig. 1448 bis nach 1449 sind die von Rauchhaupt als Besitzer nachgewiesen, 1451 bis nach 1452 die von Waldenfels. Bereits vor 1457 kam es wieder in den Besitz der Familie von Leipzig (auch Leipziger), die den Besitz bis 1666 behaupteten und in dieser Zeit die Grundherrschaft über das Dorf ausübten, einschließlich der Ober- und Untergerichtsbarkeit sowie des Kirchenpatronats (1472 belegt). Danach war es unter den Familien von Leipzig und von Stutterheim geteilt. Die Familie von Leipzig besaß zwei Teile des Dorfes, darunter die Verwaltung des Vorwerks Marienhof, die Windmühle vor Meinsdorf, die Schäferei sowie drei Bauern‑ und eine Kossätenstelle (1696) bzw. acht Einwohner und drei Kossäten (1697). Die Familie besaß anteilig die Ober‑ und Untergerichtsbarkeit sowie das Kirchenpatronat. Der Anteil der Familie von Stutterheim umfasste drei Einwohner sowie einen Anteil an der Ober‑ und Untergerichtsbarkeit und am Kirchenpatronat (1695 belegt).
Im Jahr 1734 erwarb Gottfried Emanuel von Einsiedel, königlich preußischer Generalleutnant beide Teile und vereinigte die Herrschaft wieder. Nach seinem Tod im Jahre 1745 kam es bis 1780 in den Besitz seiner Tochter Sophia Dorothea, die mit Karl Wilhelm von Jeetze verheiratet war. Im Jahre 1780 kaufte der Königlich-Preußische Kammerherr Joachim Erdmann von Arnim, verheiratet mit Amalie Caroline geb. Labes, das Ländchen Bärwalde. Seine Schwiegermutter, Caroline Marie Elisabeth von Labes lieh ihm das Geld für den Kauf. Von da an war es bis 1872 im Besitz der v. Arnims.
14. bis 16. Jahrhundert Für das Jahr 1346 wird Meinsdorf als Kirchdorf erwähnt. Im Jahr 1472 erscheint der Ort erneut als Dorf, ebenso 1488. Für 1541 sind etwa ein Schock Kommunikanten überliefert, was auf eine geschätzte Zahl von rund 60 kirchlich erfassten Gemeindemitgliedern schließen lässt. Für das Jahr 1541 werden in Meinsdorf vier Pfarrhufe genannt, von denen der Pfarrer drei selbst bewirtschaftete und eine verpachtete. Er besaß weiterhin ein Pfarrhaus, Wiesenwuchs im Umfang von drei Fuder Heu, einen Krautgarten und bekam den Zehnt in Höhe von 16 Scheffeln und zwei Rauchhühner. Der Küster besaß ein Küsterhaus und im Jahr 1558 zusätzlich drei kleine Wiesen mit einem Ertrag von einem Fuder Heu, 28½ Scheffel Roggen aus allen drei Dörfern des Kirchspiels. Er erhielt von den Bewohnern außerdem Ostereier. Die Kirche besaß einen Morgen (Mg) Wiese sowie 12 Scheffel Pacht aus der Mühle „von alters her“. Die Familie von Leipzig wurde 1558 aufgefordert, rückständiges Mietgeld für ein der Kirche gehöriges Wiesenstück zu entrichten.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 357. Im Jahr 1580 entrichtete der Ort 56 Gulden und 7½ Groschen (gr) an Land‑ und Giebelschoss, also an die landesherrlichen und grundherrlichen Steuerabgaben.
17. Jahrhundert Im Jahr 1600 standen dem Pfarrer erneut vier Pfarrhufen zu; im Jahr 1756 werden sogar zehn Pfarrhöfe erwähnt, vermutlich einschließlich der Pfarrhöfe der zugehörigen Tochterkirche. Der Küster besaß ein Haus mit kleinem Garten, einen Krautgarten vor dem Dorf, drei kleine Wiesen mit einem Ertrag von einem Fuder Heu und erhielt 35 Scheffel Schiffkorn (ohne ein Viertel) aus allen drei Dörfern, 130 Brote und drei Schock Eier aus allen drei Dörfern. Die Kirche besaß nach wie vor eine Wiese mit einem Ertrag von zwei Fuder Heu. Im Jahr 1616 wurde das Lehnschulzengut von der Familie von Leipzig vollständig ausgekauft. Für 1624 sind im Ort verzeichnet: 15 Hufner, sechs Kossäten, zwei Müller, ein Schmied und ein Hirte, die zusammen 31 Hufen bewirtschafteten. Insgesamt bestanden 31 Hufen. Zwei Höfe mit zusammen fünf Hufen waren von der Familie von Leipzig „freigewilligt“, also von Abgaben oder Diensten befreit. Nach dem Dreißigjährigen Krieg lebten im Dorf nur noch sechs Hufner und ein Kossät, insgesamt sieben Personen. Im Jahr 1671 besaß die Familie von Leipzig sechs wüste Bauernhöfe, die Familie von Birckholtz zwei wüste Bauernhöfe. Meinsdorf bestand im Jahr 1679 aus einem Dreihufner, zwei Zweihufner (darunter der Schulze), ein Einhufner sowie drei wüste Zweihufnerhöfe, die von der Familie von Leipzig bewirtschaftet wurden und fünf ganze Kossätenhöfe sowie zwei halbe Kossätenhöfe, jeweils mit einem wüsten Hofanteil. Insgesamt bestanden 26 Hufen, darunter zwei wüste Hufen im Rahmen der adligen Kollekte. In den Jahren 1682/1683 gab es sechs Kossätenhöfe, von denen 1½ Höfe wüst lagen.
18. Jahrhundert