mini|Léonce Perret im Jahr 1900 Léonce Perret (* 14. März 1880 in Niort; † 12. August 1935 in Paris) war ein französischer Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent und Regisseur.

Leben Der gelernte Bühnenschauspieler erschien zu Anfang des 20. Jahrhunderts in verschiedenen deutsch-französischen Stummfilmproduktionen und arbeitete mehrfach mit dem Regisseur Louis Feuillade und der Filmproduktionsgesellschaft Gaumont zusammen. Parallel zu seiner Schauspielkarriere zeigte er sich ab 1909 auch als Regisseur und Drehbuchautor von über 200 Kurz- und Langfilmen verantwortlich, seine ersten Erfolge waren Le Feu à la mine (1911) sowie L’Enfant de Paris (1913).

1917 emigrierte Perret in die Vereinigten Staaten, arbeitete für das Hollywood-Studio Pathé und gründete seine eigene Produktionsfirma, die Perret Picture Inc. In den USA entstand auch 1918 einer seiner bekanntesten Filme, das Kriegsdrama Lest We Forget (N’oublions jamais). Anfang der 1920er Jahre kehrte Perret nach Frankreich zurück und arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1935 an weiteren Filmprojekten, zu denen er auch die Drehbücher beisteuerte. Sein letzter Film, die Großproduktion Koenigsmark, das als Vehikel für die österreichisch-italienische Schauspielerin Elissa Landi diente, wurde 1936 von Maurice Tourneur fertiggestellt.

Der Avantgarde zugerechnet, führte Perret in das französische Kino neue Filmtechniken ein, die er teilweise aus seiner Zeit in den USA mitbrachte, unter anderem zur Bildeinstellung, der Belichtung und der musikalischen Begleitung von Filmen. Er war mit der Schauspielerin Valentine Petit verheiratet, die er unter anderem in einer Reihe von Kurzfilmen einsetzte, die stets seinen Vornamen trugen.

Filmografie (Auswahl) 1909: Molière 1910: La Fille de Jephté 1911: L’Automne du cœur 1911: Le Feu à la mine 1912: Le Chrysanthème rouge 1912: Le Mystère des roches de Kador 1912: Le Chrysanthème rouge 1912: L’Express matrimonial 1913: L’Enfant de Paris 1913: Les Dents de fer 1913: Léonce cinématographiste 1916: Debout les morts! 1918: Lest We Forget 1919: A.B.C. of Love 1919: Twin Pawns 1920: The Lifting Shadows 1923: Kœnigsmark 1925: Madame Sans-Gêne 1925: Lolotte das Modell (La Femme nue) 1926: Printemps d’amour 1927: Das Schloss der Liebe (Morgane la sirène) 1928: Die Orchideen-Tänzerin (La Danseuse orchidée) 1929: Das Recht des Stärkeren (La Possession) 1930: Quand nous étions deux 1930: Arthur 1932: Grains de beauté 1932: Enlevez-moi 1933: Il était une fois 1934: Sapho 1934: Les Précieuses ridicules 1935: Les Deux couverts

Literatur Bernard Bastide, Jean A. Gili (Hrsg.): Léonce Perret. Association française de recherche sur l’histoire du cinéma, Paris 2003, ISBN 978-2-913758-84-1.

DVD-Veröffentlichung Gaumont – Le Cinéma premier, Volume 1: 1897–1913: Alice Guy – Louis Feuillade – Léonce Perret. Gaumont Vidéo, Neuilly-sur-Seine 2008. (Enthält zwei DVDs mit Filmen, die Léonce Perret in den Jahren 1910–1913 für Gaumont inszenierte, unter anderem Le Mystère des roches de Kador (1912) und L’Enfant de Paris (1913). Die DVD-Box ist auch auf Englisch publiziert als Gaumont Treasures (1897-1913), Kino Lorber, New York 2009.Gaumont Treasures (1897–1913) auf kinolorber.com, abgerufen am 29. März 2025.)

Weblinks

Léonce Perret auf filmsdefrance.com (englisch)

Einzelnachweise

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