mini|Niederdresselndorfer Bahnhof Niederdresselndorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Burbach im Kreis Siegen-Wittgenstein in Nordrhein-Westfalen. Mit seinen ca. 1650 Einwohnern ist der Ort der fünftgrößte der Gemeinde.

Geographie

Niederdresselndorf befindet sich zentral im Hickengrund im südlichen Siegerland direkt an der westfälisch-hessischen Landesgrenze. Der Ort ist zentral im Tal zwischen dem Gebirgskamm Die Höh (bis 598 m) im Norden und den Ausläufern des Westerwalds im Süden. Niederdresselndorf liegt etwa 6 km südöstlich von Burbach und 25 km südöstlich von Siegen.

Nachbarorte Nachbarorte sind Holzhausen im Norden, Flammersbach und Langenaubach im Osten, Oberdresselndorf im Süden und Lützeln im Westen.

Geschichte

1150 wurde eine Kapelle durch den Sprengel zu Haiger auf die Gründe der Kolben von Wilnsdorf gebaut. Im Jahr 1357 wurden Dreissildorf und Lützeln verpfändet. 1447 gab es 37 Pferde und 87 Kühe in 35 Haushalten.

1531 wurde die Reformation eingeführt. Ab 1560 gab es eine Lateinschule in Dresselndorf. Zwischen 1587 und 1600 wurde das erste Tauf-, Trau- und Sterberegister eingeführt. 1607 pfarrte Graf Georg von Nassau-Beilstein das Dorf Holzhausen von Haiger nach Niederdresselndorf. 1634 überfielen plündernde Schweden das Dorf. 1740 zerstörte ein Großfeuer 14 Häuser im Ort. Am 14. September 1755 wurde die neuerbaute Kirche in Niederdresselndorf feierlich eingeweiht.

1844 kam die bis dahin selbständige Bürgermeisterei Dresselndorf zum Amt Burbach. Im Jahre 1862 wurden bei einer Feuersbrunst in Niederdresselndorf 18 Häuser vernichtet.Siegerländer Heimatkalender von 1969, S. 113, Verlag für Heimatliteratur 1877 erhielt der Hickengrund in Niederdresselndorf eine Bahnstation. Am 17. Juli 1881, 14 Tage nach der Brandkatastrophe von Lützeln, bei dem fast das gesamte Dorf vernichtet worden war, gründeten 30 Niederdresselndorfer die Freiwillige Feuerwehr Niederdresselndorf.

1945 fanden kleinere Luftangriffe auf den Flugplatz „Lipper Höhe“, einen Munitionszug in der „Hoor“ und Truppenansammlungen in der „Struth“ statt, wobei zehn Häuser im Hickengrund zerstört wurden.

1956 wurde die „Hickengrundhalle“ eingeweiht. Am 1. Januar 1969 wurde Niederdresselndorf ein Teil der neuen Großgemeinde Burbach.

Am 12. August 2008 beschädigte ein Tornado 22 Häuser.

Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen, Siegen 1968 Jahr Einwohner 1818 386 1885Westfälisches Gemeindelexikon 1887, S. 110 / 111 572 1895Westfälisches Gemeindelexikon 1897, S. 112 / 113 629 1905 634 Jahr Einwohner 1910 711 1925genealogy.net: Amt Burbach 880 1933 872 1939 883 Jahr Einwohner 1950 1157 1961 1224 1967 1486 1994Rolf Betz: (PDF; 7,4 MB), ca. 1995 1723

Ehemalige Bürgermeister 1948 bis 1964: Hermann Nicolai (1898–1981)Ortsfamilienbuch Hickengrund

Ehemalige Ortsvorsteher Helmut Weber († 13. September 1991)„Den Toten ein ehrendes Gedenken“, Siegerländer Heimatkalender 1993, S. 33, 68. Ausgabe, Hrsg. Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e. V., Verlag für Heimatliteratur

Infrastruktur und Verkehr Niederdresselndorf liegt an der Landesstraße L 730, die Oberdresselndorf mit Holzhausen verbindet. Über diese Straße ist auch die Bundesstraße 54 und dort die Auffahrt „Haiger-Burbach“ der Bundesautobahn 45 zu erreichen. Im Ort zweigt die Landesstraße L 911 nach Lützeln ab.

In Niederdresselndorf liegt ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Betzdorf–Haiger.

Linie Verlauf Takt

Industrie gibt es nur wenig im Ort, beispielsweise im Zweig der Metallverarbeitung.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist die über 250 Jahre alte evangelische Kirche im Ortskern von Niederdresselndorf, die Hauptkirche für den gesamten Hickengrund, mit der Orgel von Johann Wilhelm Schmerbach dem Jüngeren von 1857.https://www.orgelsammlung.de/orgelsammlung/476/

Persönlichkeiten Christian Gottfried Jüngst (1795–1869), Pastor und Superintendent in Lingen Ludwig Volrath Jüngst (1804–1880), Schriftsteller und Lehrer Eduard Brasse (1825–1886), Politiker (NLP) und Bürgermeister der Stadt Siegen von 1862 bis 1876 Karl-Wilhelm Dahm (* 1931), evangelischer Theologe und Sozialwissenschaftler, Universitätsprofessor in Münster, bis 2000 Direktor des Instituts für Christliche Gesellschaftswissenschaften, Mitglied der EKD-SynodeNäheres zu Jugend und Ausbildung bei https://www.sto-ms.de/ganz-pers%C3%B6nlich/karl-wilhelm-dahm Bernhard Dahm (1932–2023), Historiker, bis 1997 Universitätsprofessor in Passau, Lehrstuhl für Südostasien-Wissenschaften Ulrich Eibach (* 1942), ehem. Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn und bis Ende 2007 Klinikpfarrer sowie Beauftragter der Evangelischen Kirche im Rheinland für Fortbildung und Fragen der Ethik in Biologie und Medizin

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Niederdresselndorf

Weblinks

Niederdresselndorf auf der Burbacher Website

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Siegen-Wittgenstein Kategorie:Geographie (Burbach, Siegerland) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Gemeindeauflösung 1969