mini| Villa Weinschenk Die Weinschenk-Villa ist ein Regensburger Baudenkmal aus der Epoche des Neobarock mit Elementen des Jugendstils. Sie befindet sich in der Hoppestraße 6 (bis 1981: Hausnummer Hoppestraße 3) hinter dem Dörnbergpark. Der Architekt Joseph Koch errichtete die Villa 1898/99 für den jüdischen Bankier, Mäzen und liberalen Stadtrat Max Weinschenk, der hier mit seiner Frau Sophie ein regionales Zentrum urbaner Salonkultur schuf. Der Maler Max Wissner (* 18. Juni 1873 in Geiersberg; † 14. Juni 1959 in Regensburg) hatte damals im Turmzimmer sein Atelier.

1920 übersiedelte Weinschenk mit seiner Familie nach München und verkaufte das Haus an Anna Günther, die Ehefrau eines Unternehmers. 1922 wurde im Garten eine "Autogarage" errichtet. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Villa 1936 an das Wehrbezirkskommando vermietet, nach 1945 erfolgte hier die Unterbringung der Regierungshauptkasse. Anschließend diente das Gebäude ab 1950 dem Studienseminar St. Emmeram als Quartier, bevor das Haus in eine Gaststätte („Münchner Löwenbräu“) umgewandelt und später vom Bezirk Oberpfalz erworben, der es aufwendig restaurierte. Im Inneren sind historisierende Räume zu sehen, unter anderem ein arabisches Zimmer, ein Renaissance-Erkerzimmer und ein Rokoko-Salon.

1986 wurde die Weinschenk-Villa als Bezirkszentrum für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht; von 1996 bis 2006 hatte die Kultur- und Heimatpflege des Bezirks Oberpfalz hier ihren Sitz. In dieser Zeit fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die an die vom Ehepaar Weinschenk repräsentierte kulturelle Tradition anknüpften: u. a. Ausstellungen, Buchpräsentationen, Lesungen der Autoren Margret Hölle, Albert von Schirnding, Peter Horst Neumann, Godehard Schramm und Harald Grill, Lied- und Kammermusik-Uraufführungen der Komponisten Ernst Kutzer und Jens Joneleit sowie Auftritte der Schauspieler Wolf Euba und Dorothee Hartinger (Fräulein Else).

Literatur Berta Ritscher: Die Weinschenk-Villa in Regensburg. Historischer Überblick, hg. Vom Bezirk Oberpfalz anläßlich der Eröffnung als Bezirkszentrum am 19. September 1986, Regensburg 1986. Berta Ritscher: Die Weinschenk-Villa in Regensburg – erweiterte Bau- und Personendaten, in: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 134 (1994) S. 79–107. Anke Borgmeyer, Achim Hubel, Andreas Tillmann, Angelika Wellnhofer: Stadt Regensburg, Denkmäler in Bayern. Band III.37, Regensburg 1997, S. 310–311, ISBN 3-927529-92-3. Stefan Reichmann: Die Familie Weinschenk und ihre Villa. August Strauß gewidmet, in: Regensburger Almanach 35 (2001) S. 120–126.

Weblinks Foto von ca. 1902

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