miniatur|Olga Engl auf einer Fotografie von Alexander Binder Olga Engl (* 30. Mai 1871 in Prag, Österreich-Ungarn; † 21. September 1946 in Berlin) war eine österreichisch-deutsche Schauspielerin.

Leben Aufgewachsen in einem Ursulinenkloster, erhielt sie Schauspielunterricht bei Anna Versing-Hauptmann am Konservatorium Prag. Im August 1887 gab sie ihr Debüt als Bertha in Die Verschwörung des Fiesco zu Genua am Deutschen Theater ihrer Heimatstadt.

1888 wechselte sie an das Stadttheater Danzig und von 1889 bis 1892 trat sie an Berliner Bühnen auf. Von 1892 bis 1895 war sie am Hoftheater in München zu sehen, von 1895 bis 1897 in Hamburg am Thalia Theater und ab 1897 in Hannover am Deutschen Theater. Sie agierte in den Fächern der Salondame und der Heldin. Wichtige Rollen waren „Frau Flamme“ in Rose Bernd, „Frau Alving“ in Gespenster und „Nanderl“ in dem Bauernschwank Der Hochtourist.

Seit 1911 wirkte Olga Engl im Stummfilm mit, wo sie eine sehr häufig besetzte Kleindarstellerin wurde. Sie spielte in etwa 200 Produktionen Mütter, Großmütter und Tanten, oftmals gräflicher oder fürstlicher Herkunft. Daneben trat sie weiterhin bis kurz vor ihrem Tod an Berliner Bühnen auf, besonders am Theater in der Behrenstraße, am Renaissance-Theater, am Komödienhaus und zuletzt an der Tribüne. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Engl, Olga. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 373

Filmografie (Auswahl) 1911: Das Adoptivkind 1912: Der Schatten des Meeres 1912: Des Pfarrers Töchterlein 1913: Das Auge des Buddha 1913: In Vertretung 1913: Aus eines Mannes Mädchenzeit 1913: Richard Wagner 1914: Der Mann im Keller 1914: Im Schützengraben 1915: Carl und Carla 1915: Das Geheimnis einer Nacht 1916: Artur Imhoff 1916: Gelöste Ketten 1916: Diebe – und Liebe 1916: Der Pfad der Sünde 1916: Komtesse Hella 1916: Der Schirm mit dem Schwan 1916: Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot 1916: Wenn Menschen reif zur Liebe werden 1916: Teddy wird verpackt 1916: Die Gespensterstunde 1917: Christa Hartungen 1917: Die Nichte aus Amerika 1917: Nicht lange täuschte mich das Glück 1917: Die Sühne 1918: Das Gift der Medici 1918: Die Buchhalterin 1918: Das Lied der Colombine 1918: Der Dieb 1918: Erträumtes 1918: Am anderen Ufer 1918: Wo ein Wille, ist ein Weg 1918: Der lebende Leichnam 1918: Um Krone und Peitsche 1918: Ikarus, der fliegende Mensch 1919: Veritas vincit 1919: Der letzte Zeuge 1919: Blondes Gift 1920: Die schwarze Spinne 1920: Anna Karenina 1920: Das Mädchen aus der Ackerstraße. 1. Teil 1921: Der Roman eines Dienstmädchens 1921: Das Geheimnis der Santa Margherita 1922: Der brennende Acker 1922: Phantom 1922: Der Liebe Pilgerfahrt 1923: Graf Cohn 1923: Katjuscha Maslowa 1923: S.O.S. Die Insel der Tränen 1924: Steuerlos 1924: Das goldene Kalb 1924: Die Frau in Versuchung 1925: Aschermittwoch 1925: Frauen, die man oft nicht grüßt 1925: Die Straße des Vergessens 1926: Manon Lescaut 1926: Der Stolz der Kompagnie 1926: Die Flucht in den Zirkus 1926: In der Heimat, da gibt’s ein Wiedersehn! 1926: Trude, die Sechzehnjährige 1926: Liebe 1926: Das war in Heidelberg in blauer Sommernacht 1927: Rinaldo Rinaldini 1927: Arme kleine Sif 1928: Anastasia, die falsche Zarentochter 1928: Ossi hat die Hosen an 1929: Die nicht heiraten dürfen 1929: Die seltsame Vergangenheit der Thea Carter 1929: Kolonne X 1929: Hochverrat 1929: Engel im Séparée 1930: Das Flötenkonzert von Sans-souci 1931: Schatten der Unterwelt 1931: Emil und die Detektive 1932: Der Rebell 1934: Die englische Heirat 1934: Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund 1934: So endete eine Liebe 1935: Regine 1936: Stadt Anatol 1938: Der Blaufuchs 1939: Bel Ami 1939: Eine kleine Nachtmusik 1941: Clarissa 1941: Frau Luna 1942: Die große Liebe 1942: Dr. Crippen an Bord 1944: Ich hab’ von dir geträumt 1945: Das alte Lied

Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der Deutschen Bühne im XIX. Jahrhundert. Verlag von Paul List, Leipzig 1903, S. 232 f., (). Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Zweiter Band C – F. John Paddy Carstairs – Peter Fitz, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 561 f.

Weblinks

Olga Engl bei cyranos.ch

Einzelnachweise

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