Die Rauvolfioideae sind eine Unterfamilie in der Pflanzenfamilie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).
Beschreibung mini|links|Tribus Willughbeieae: Illustration von Landolphia watsoniana aus Köhler's Medizinalpflanzen mini|Tribus Alstonieae: Illustration von Alstonia constricta
Vegetative Merkmale Es sind verholzende Pflanzen, die als Sträucher, Bäume oder Lianen wachsen, oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die meist gegenständig angeordneten Laubblätter sind einfach.
Generative Merkmale Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kronblätter sind röhrig verwachsen. Es ist nur ein Kreis mit fünf zusammenhängenden Staubblättern vorhanden. Die Pollenkörner sind porat. Die zwei Fruchtblätter sind frei (apokarp) oder verwachsen (synkarp).
Es werden Beeren, Steinfrüchte oder Balgfrüchte gebildet.
Systematik mini|Tribus Alstonieae: Alstonia scholaris mini|Tribus Alyxieae: Alyxia oliviformis mini|Tribus Amsonieae: Amsonia orientalis mini|Tribus Aspidospermeae: Aspidosperma quebracho-blanco mini|Tribus Carisseae: Acokanthera oblongifolia mini|Tribus Hunterieae: Picralima nitida mini|Tribus Melodineae: Melodinus australis fruchtend mini|Tribus Plumerieae: Allamanda schottii mini|Tribus Plumerieae: Selbstmordbaum (Cerbera odollam) mini|Tribus Tabernaemontaneae: Zierlicher Krötenbaum (Tabernaemontana elegans) mini|Tribus Vinceae: Kopsia fruticosa mini|Tribus Vinceae: Indische Schlangenwurzel (Rauvolfia serpentina) mini|Tribus Vinceae: Blüte des Kleinen Immergrün (Vinca minor) mini|Tribus Willughbeieae: Zweig mit Laubblättern und Blüten von Hancornia speciosa
Der erste Verwendung zur Gruppierung der Familie – noch als „Rauwolfieae“ – erfolgte 1834 durch Vincenz Franz Kosteletzky. Die Unterfamilie Rauvolfioideae wurde Simões 2007 in die neun Tribus: Carisseae, Chilocarpeae, Ambelanieae, Macoubeae, Tabernaemontaneae, Plumerieae, Alyxieae, Cerbereae sowie Allamandeae, von denen die drei Tribus Chilocarpeae, Macoubeae sowie Allamandeae jeweils nur eine Gattung enthalten.
Die Unterfamilie Rauvolfioideae wird seit Endress 2014 in elf Tribus gegliedert. Sie umfasste nach Endress 2007 83 Gattungen und enthält seit 2010 79 Gattungen:
Tribus Alstonieae : Sie enthält etwa zwei Gattungen: Alstonia nom. cons.: Die etwa 44 Arten sind von Mexiko bis zum tropischen Zentralamerika und vom tropischen Afrika bis zu den Inseln im südlichen Pazifik verbreitet. Darunter: Alstonia scholaris Alstonia congensis Dyera : Die etwa zwei Arten sind in Thailand und im westlichen Malesien verbreitet, beispielsweise: Dyera costulata : Sie kommt in Südostasien, Borneo, Malaya, Sumatra und in Thailand vor.
Tribus Alyxieae : Sie enthält etwa sieben Gattungen: Alyxia nom. cons.: Die etwa 106 Arten sind vom tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln im Pazifik verbreitet. Chilocarpus : Die etwa 14 Arten sind von Indochina bis Neuguinea verbreitet. Condylocarpon : Die etwa sieben Arten sind in der Neotropis verbreitet. Lepinia : Die etwa vier Arten kommen von Neuguinea bis zu Inseln im Pazifik vor. Lepiniopsis : Die zwei Arten kommen von Malesien bis Neuguinea und den Karolinen vor. Plectaneia : Die etwa drei Arten kommen nur auf Madagaskar vor. Pteralyxia : Die etwa zwei Arten kommen nur auf Hawaii vor.
Tribus Amsonieae : Sie wurde 2014 aufgestellt und enthält nur eine Gattung. Amsonien (Amsonia , Syn.: Ansonia ): Die etwa 18 Arten sind von der Balkanhalbinsel bis ins gemäßigte Ostasien und von den zentralen sowie südöstlichen Vereinigten Staaten bis Mexiko verbreitet.
Tribus Aspidospermeae : Sie enthält etwa sechs Gattungen: Aspidosperma nom. cons.: Die etwa 67 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Darunter: Aspidosperma quebracho-blanco : Aus dem südöstlichen Bolivien, Süd-Brasilien, Nord-Argentinien, Paraguay und Uruguay. Aspidosperma polyneuron : Aus dem südlichen bis zentralen sowie nordöstlichen Brasilien, nordöstlichen Argentinien, Paraguay bis nach Bolivien und Venezuela, Peru, Kolumbien, Ecuador. Geissospermum : Die etwa sechs Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Darunter: Geissospermum laeve : Sie kommt vom nördlichen bis nordöstlichen Brasilien und in den Guyanas vor. Haplophyton : Die etwa zwei Arten sind von den südlichen Vereinigten Staaten bis Mexiko sowie Guatemala und Kuba verbreitet. Microplumeria : Es gibt nur eine Art: Microplumeria anomala : Sie kommt im venezolanischen Bundesstaat Amazonas, in Kolumbien und Brasilien vor. Strempeliopsis : Die etwa zwei Arten kommen auf Kuba und Jamaika vor. Vallesia : Die etwa elf Arten sind in der Neotropis verbreitet.
Tribus Carisseae : Sie enthält etwa zwei Gattungen: Acokanthera : Die etwa fünf Arten sind von Äthiopien bis zum südlichen Afrika und auf der Arabischen Halbinsel verbreitet. Wachsbäume (Carissa nom. cons.): Die etwa neun Arten sind von Afrika bis Indochina und von Australien bis Neukaledonien verbreitet.
Tribus Hunterieae : Sie enthält etwa vier Gattungen: Gonioma : Die zwei Arten kommen im südlichen Afrika und auf Madagaskar vor. Hunteria : Die etwa zwölf Arten sind vom tropischen Afrika bis ins westliche Malesien verbreitet. Picralima : Es gibt nur eine Art: Picralima nitida : Sie kommt vom tropischen Westafrika bis Uganda vor. Pleiocarpa : Die etwa sechs Arten kommen im tropischen Afrika vor.
Tribus Melodineae : Sie enthält etwa vier bis fünf Gattungen: Craspidospermum : Es gibt nur eine Art: Craspidospermum verticillatum : Sie kommt im zentralen und östlichen Madagaskar vor. Diplorhynchus : Es gibt nur eine Art: Diplorhynchus condylocarpon : Sie kommt von der Demokratischen Republik Kongo bis Tansania und im nördlichen Namibia vor. Melodinus : Die etwa 24 Arten sind vom tropischen und subtropischen Asien bis zu den Inseln im westlichen Pazifik verbreitet. Pycnobotrya : Es gibt nur eine Art: Pycnobotrya nitida (Syn.: Pycnobotrya multiflora ): Sie kommt im tropischen Afrika vom südlichen Nigeria, Gabun sowie Kamerun bis zur Demokratischen Republik Kongo vor. Stephanostegia : Die etwa zwei Arten kommen auf Madagaskar vor.
Tribus Plumerieae : Sie enthält etwa zehn Gattungen: Dschungelglocken (Allamanda ): Die etwa 15 Arten sind in der Neotropis verbreitet. Anechites : Es gibt nur eine Art: Anechites nerium : Sie kommt von Zentralamerika bis Peru und Venezuela und auf karibischen Inseln verbreitet. Cameraria : Die etwa sieben Arten sind vom südöstlichen Mexiko bis Zentralamerika und auf karibischen Inseln verbreitet. Cerbera : Die etwa sechs Arten kommen in Tansania und von den Inseln im westlichen Indischen Ozean bis zu den Inseln im westlichen Pazifik vor. Cerberiopsis : Die etwa drei Arten kommen nur in Neukaledonien vor. Himatanthus : Die etwa neun Arten sind vom tropischen Zentral- und tropischen Südamerika verbreitet. Mortoniella : Es gibt nur eine Art: Mortoniella pittieri : Sie kommt in Zentralamerika vor. Plumeria : Die etwa 19 Arten sind von Mexiko über Zentralamerika bis ins nördliche Südamerika und von Florida bis zu den karibischen Inseln verbreitet. Skytanthus : Die etwa drei Arten sind von Peru bis Chile und in Brasilien verbreitet. Thevetia nom. cons: Die etwa drei Arten sind in Kuba und von Mexiko bis ins tropische Südamerika verbreitet.
Tribus Tabernaemontaneae : Sie wird in zwei Subtribus gegliedert und enthält etwa 19 Gattungen (einige davon gelten bei manchen Autoren als Synonyme): Subtribus Ambelaniinae : Die etwa sieben Arten sind in der Neotropis verbreitet: Ambelania : Die etwa drei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Ambelania acida : Nördliches und nordöstliches Brasilien, den Guyanas und aus Venezuela bis Peru Macoubea : Die etwa drei Arten sind vom tropischen Zentral- bis tropischen Südamerika verbreitet. Molongum : Die etwa drei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Mucoa : Die etwa zwei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Neocouma : Die etwa gibt zwei Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Rhigospira : Es gibt nur eine Art: Rhigospira quadrangularis : Sie kommt im tropischen Südamerika vor. Spongiosperma : Die etwa sechs Arten sind im tropischen Südamerika verbreitet. Subtribus Tabernaemontaninae : Callichilia : Die etwa sechs Arten sind im tropischen Westafrika und Zentralafrika verbreitet. Calocrater : Es gibt nur eine Art: Calocrater preussii : Sie kommt im westlich-zentralen tropischen Afrika vor. Carvalhoa : Die zwei Arten kommen im östlichen und südlichen tropischen Afrika vor. Crioceras : Es gibt nur eine Art: Crioceras dipladeniiflorus : Sie kommt im westlich-zentralen tropischen Afrika vor. Schizozygia : Es gibt nur eine Art: Schizozygia coffaeoides : Sie kommt vom Somalia bis Angola und auf den Komoren vor. Tabernaemontana (Syn.: Anacampta , Anartia , Bonafousia , Camerunia , Capuronetta , Clerkia , Codonemma , Conopharyngia , Domkeocarpa , Ervatamia , Gabunia , Hazunta , Leptopharyngia , Merizadenia , Muntafara , Ochronerium , Odontostigma , Oistanthera , Pagiantha , Pandaca , Pandacastrum , Peschiera , Phrissocarpus , Pterotaberna , Protogabunia , Quadricasaea , Reichardia , Rejoua , Sarcopharyngia , Stemmadenia , Stenosolen , Taberna , Testudipes , Woytkowskia ): Die etwa 120 Arten sind in den Tropen und Subtropen verbreitet. Tabernanthe : Die zwei Arten kommen von Kamerun bis Angola vor. Voacanga : Die etwa 13 Arten sind vom tropischen bis südlichen Afrika, auf Madagaskar und von Malesien bis Queensland verbreitet. Darunter beispielsweise: Voacanga africana
Tribus Vinceae : Sie enthält nach Simões et al. 2016 etwa neun Gattungen mit etwa 153 Arten: Catharanthen (Catharanthus , Syn.: Ammocallis , Lochnera nom. illeg.): Die etwa neun Arten kommen auf Madagaskar und auf dem Indischen Subkontinent vor. Kamettia (Syn.: Ellertonia nom. illeg.): Die etwa zwei Arten kommen in Indien und in Thailand vor. Kopsia nom. cons.: Die etwa 24 Arten kommen vom südlichen China bis zu den Inseln des westlichen Pazifik vor. Laxoplumeria (Syn.: Bisquamaria ): Die seit 2018 etwa fünf Arten sind von Panama bis ins tropische Südamerika verbreitet. Ochrosia (Syn.: Ochrosion orth. var., Bleekeria , Calpicarpum , Diderota , Excavatia , Lactaria , Neisosperma , Pseudochrosia ): Die etwa 44 Arten kommen auf Inseln im Indischen und Pazifischen Ozean vor. Petchia : Die etwa acht Arten kommen in Kamerun, in Madagaskar, auf den Komoren und in Sri Lanka vor. Schlangenwurz (Rauvolfia ): Die 60 bis 74 Arten kommen von den Subtropen bis Tropen vor. Tonduzia : Die etwa zwei Arten wurden von manchen Autoren zu Alstonia gestellt gehören aber in die Vinceae und nach Simões et al. 2016 bleibt diese Gattung bestehen. Immergrün (Vinca , Syn.: Pervinca ): Die etwa sechs Arten kommen in Europa und von Makaronesien bis Zentralasien vor.
Tribus Willughbeieae : Sie enthält etwa 18 Gattungen: Ancylobothrys : Die etwa sieben Arten sind vom tropischen bis ins südlichen Afrika und auf Madagaskar verbreitet. Bousigonia : Die etwa drei Arten sind von Indochina bis ins südliche China verbreitet. Chamaeclitandra : Es gibt nur eine Art: Chamaeclitandra henriquesiana : Sie kommt im tropischen Zentralafrika vor. Clitandra : Es gibt nur eine Art: Clitandra cymulosa : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Couma : Die etwa fünf Arten sind von Zentralamerika bis ins tropische Südamerika verbreitet. Couma utilis : Sie kommt im nördlichen Brasilien, Kolumbien und Venezuela vor. Cyclocotyla : Es gibt nur eine Art: Cyclocotyla congolensis : Sie kommt von Nigeria bis zum tropischen Zentralafrika vor. Cylindropsis : Es gibt nur eine Art: Cylindropsis parvifolia : Sie kommt vom südlichen Nigeria bis ins westlich-zentrale tropische Afrika vor. Dictyophleba : Die etwa sechs Arten kommen im tropischen Afrika und auf den Komoren vor. Hancornia : Es gibt nur eine Art: Hancornia speciosa : Sie kommt in Brasilien, Peru, Bolivien und Paraguay vor. Lacmellea : Die etwa 24 Arten sind von Zentralamerika bis ins tropische Südamerika verbreitet.