Martin Köttering (* 1964 in Lingen/Ems) ist seit 2002 Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK Hamburg).

Leben Martin Köttering studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim und Bildende Kunst in Bath, England. Anschließend war er Assistent von Jan Hoet (als Leiter der DOCUMENTA IX) und als Berater für Kunst- und Kulturprojekte in Hamburg tätig. 1995 übernahm Martin Köttering die Leitung der Städtischen Galerie Nordhorn und des offenen Museums kunstwegen. Im Rahmen dieser Tätigkeit konzipierte und realisierte er zahlreiche künstlerische Projekte im öffentlichen Raum sowie Ausstellungen mit international renommierten Künstlerinnen und Künstlern (u. a. Peter Fischli und David Weiss, Mark Dion, Katharina Grosse, Dan Graham, Jenny Holzer, Ilja Kabakow, Tobias Rehberger, Andreas Slominski, Franz Erhard Walther).

Seit 2002 ist er Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg. In seiner Sitzung vom 21. April 2026 bestellte der Hamburger Senat Martin Köttering für eine fünfte AmtszeitSenat bestellt Prof. Martin Köttering erneut als Präsidenten der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) auf hamburg.de, abgerufen am 28. April 2026. Seit 2011 lehrt er zudem als Professor für Kunstvermittlung im Studienschwerpunkt Theorie und Geschichte an der HFBK Hamburg. Er ist Mitglied in zahlreichen Jurys, Gremien, Aufsichtsräten und Stiftungen.

Während seiner Präsidentschaft ist es Martin Köttering gelungen, das Außenbild der HFBK Hamburg als international renommierte Kunsthochschule nachhaltig zu stärken und ihre grundsätzliche strategische Ausrichtung konsequent weiterzuverfolgen: Mit der Etablierung eines international anschlussfähigen, konsekutiven Bachelor- und Master-Studiengangs „Bildende Künste“ wird eine freie, transdisziplinäre künstlerische Praxis an der HFBK befördert, die hochattraktiv für Studierende und Lehrende aus der ganzen Welt ist. Die mit 40 Prozent ausgewiesene Internationalität der Studierendenschaft mit dem Abschlussziel Bachelor of Fine Arts und Master of Fine Arts korrespondiert mit einem globalen Netzwerk von Kunsthochschulen, das Martin Köttering seit 2010 mit dem Programm Art School Alliance entwickelt hat, um den Austausch und die Positionierung von Studierenden im künstlerischen Feld weltweit zu befördern. Als erste deutschsprachige Kunsthochschule hat die HFBK Hamburg unter seiner Präsidentschaft 2025 neben dem Abschluss des Dr. phil. in Art. den Promotionsstudiengang PhD in Art Practice eingeführt. Neuberufungen von relevanten Persönlichkeiten wie Angela Bulloch, Thomas Demand, Simon Denny, Konstantin Grcic, Jutta Koether, Henrike Naumann, Juliane Rebentisch, Angela Schanelec, Wim Wenders, Jorinde Voigt und Tobias Zielony tragen wesentlich zur Qualität und Sichtbarkeit der künstlerischen Lehre und Forschung bei, die die selbstbestimmte künstlerische Entwicklung von Studierenden maßgeblich unterstützt und einen eigenständigen Beitrag zu akuten Gesellschaftsfragen leistet. Zu den Erfolgen seiner Präsidentschaft gehört denn auch, die HFBK Hamburg als wichtigen diskursiven Aushandlungsraum für die brisanten Themen im kulturellen Feld zu etablieren, wie jüngst mit der Tagung und Publikation zur Kontroverse documenta fifteen.

Während seiner Amtszeit wurden zahlreiche bauliche und infrastrukturelle Maßnahmen an der HFBK Hamburg umgesetzt: Von 2011 bis 2013 erfolgte die denkmalgerechte Restaurierung der Aula in ihrer ursprünglichen Gestaltung von 1913 nach Plänen von Fritz Schumacher sowie des Wandgemäldes Die Ewige Welle von Willy von Beckerath. Ebenfalls 2011 bezogen die Grundklassen der HFBK Hamburg das Gebäude Wartenau 15 in direkter Nachbarschaft. 2015 wurde die Hochschulbibliothek modernisiert und umgebaut. 2016 folgte die Grundsanierung und Neugestaltung der Mensa nach einem Entwurf des Malerei-Professors Anselm Reyle. 2023 wurde die Extended Library als Erweiterung der Bibliothek eröffnet; sie entstand nach einem Entwurf des Hamburger Architekturbüros asdfg. 2024 wurde nach der Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes in der Finkenau das neue Filmhaus der HFBK mit eigenem Kinosaal eröffnet und damit die Filmlehre an einem eigenständigen Standort gebündelt.

Nicht zuletzt hat Martin Köttering einen Neubau am Lerchenfeld auf den Weg gebracht: Der Entwurf für das rund 3000 Quadratmeter große Atelierhaus stammt von dem Büro Winking Froh Architekten und konnte im Februar 2022 die Einweihung feiern. Es beherbergt Studios für Master-Studierende aller Studienschwerpunkte, das ICAT⁠ ⁠–⁠ ⁠Institute for Contemporary Art & Transfer mit zwei neuen Galerieräumen sowie einen multifunktionalen Veranstaltungsraum mit Professionalisierungs-Programm. Als Zentrum für kritische Kunstpraxis und Theorie adressiert das ICAT mit seinen Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops und Publikationen ein vielfältiges Publikum.

Tätigkeiten im Vorstand, Beirat, Aufsichtsrat Karl H. Ditze-Stiftung Hamburg, seit 2002 Vorstandsmitglied Patriotische Gesellschaft von 1765, seit 2002 Mitglied des Beirates HMS, Hamburg Media School, seit 2003 Mitglied des Aufsichtsrates Internationale Kulturfabrik Kampnagel, 2004–2008 Aufsichtsrat Niedersächsische Kunstkommission, 2008–2011 Vorsitzender SHK, Stiftung für die Hamburger Kunstsammlungen, 2006–2008, erneut seit 2022 Akkreditierungsagentur Acquin e.V., von 2008 bis 2019 Fachausschussmitglied Kunst, Musik und Gestaltung Kunstverein Harburger Bahnhof, seit 2010 Mitglied des Beirates Kunsthaus Hamburg, 2012–2022 Mitglied des Beirates Kunststiftung Christa und Nikolaus Schües, seit 2015 Kuratoriumsmitglied Freunde der Kunsthalle Hamburg e.V., seit 2017 im Vorstand Mitglied im Kuratorium des Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Hamburg Institute for Advanced Studiy (HIAS), stellvertretender Vorsitzender des Vorstands, 2019 bis 2026 Universität Hildesheim, Mitglied des Stiftungsrats, seit 2021 Wissenschaftsrat, Mitglied der Arbeitsgruppe „Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Landes Brandenburg“ sowie Vorsitzender der Unter-Arbeitsgruppe Kunsthochschulen, 2022–2023 Perspektivkommission zur Weiterentwicklung des Berliner Hochschulsystems, Berufung durch die Berliner Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra, seit 2026

Kunstprojekte im öffentlichen Raum Cai Guo Qiang, Skylight, NL-Gramsbergen, 1999 Ernst Caramelle, ohne Titel, Konzert und Theatersaal Nordhorn, 1998 Bonnie Collura, Chain Reaction, Laar, 1999 Stephen Craig, Ohne Titel, (2 Ausstellungspavillons) Nordhorn, 1996–1999 Olafur Eliasson, Der drehende Park, Neugnadenfeld, 2000 Luciano Fabro, Tumulus, Spöllberg bei Uelsen, 1999 Peter Fischli/David Weiss, Ein Weg durch das Moor, Bathorn 1999 Hamish Fulton, Die Vechte entlang gehen, Wanderung im Vechtetal, 1998 Dan Graham, Parabolic Triangular Pavilion I, 1996, Glaspavillon auf einem Schwimmponton im Vechtesee Nordhorn Georg Herold, Light Relief - Liquid Relief, 1997, Nordhorn Jenny Holzer, Black Garden, Fortlaufende Planung, Nordhorn 1994–2002 Olav Christopher Jenssen, Ohne Titel, 1996, Brunnenanlage für die Fußgängerzone der Stadt Nordhorn llja & Emilia Kabakow, Wortlos, Laar, 1999 Marin Kasimir, No Peep Hole, Lage, 2000 Suchan Kinoshita I Hasje Boeyen, Vom Hören sagen, Emlichheim, 2000 Till Krause, Akribische Beobachtungen, drei Standorte zwischen Grasdorf und Lage, 2000 Ralf Peters, ohne Titel, 1995 Tobias Rehberger, Caprimoon'99, Lage, 2000 Thomas Rentmeister, ohne Titel, Vechtesee Nordhorn, 1998 Ann-Sofie Siden, Turf Cupola, Neugnadenfeld, 2000 Andreas Slominski, Die Hose des Einbeinigen trocknen, Lage, 2000 Franz Erhard Walther, Jugendkulturgästehaus/Skulpturenpark, Meppen, 2001 subvision.kunst.festival.off., HafenCity Hamburg, 2009, mit 98weeks research project, Beirut / Artspeak, Vancouver / Baltic Raw Org, Hamburg / Barbur, Jerusalem / Darom, Tel Aviv / Bell Street Project Space, Wien / CAA/CAA (Contemporary Art Archive/Center for Art Analysis), Bukarest / Chto delaUwas tun?, St. Petersburg / De Service Garage+ Parachut artists Foundation, Amsterdam / D.1.V.O. Institut, CZ-Kolin / Estaci6n, Tijuana / F.A.I.T. (Foundation Artists-lnnovationTheory), Krakau / umschichten, Stuttgart / Galleria Huuto, Helsinki / Graffiti Research Lab, Vienna (vs. Memory9), London / Guestroom, London / Gugulectiv, Kapstadt / i-cabin, London / Kling & Bang gallery, Reykjavik / Kornplot, Brüssel / Konsortium, Düsseldorf / Kunst-Imbiss, Hamburg / Mahony, Wien / N55, Kopenhagen / noroomgallery, Hamburg / ParalSite Art Space, Hongkong / Published and be Damned, London I Sparwasser HQ, Offensive für zeitgenössische Kunst und Kommunikation, Berlin / The Hex, London / Trottoir, Hamburg / The suburban, Oak Park US

Publikationen und Ausstellungskataloge Olav Christopher Jenssen, Von Zeit zu Zeit, Zeichnungen 1992–1994 mit einem Gespräch zwischen Martin Köttering und Olav Christopher Jenssen, Nordhorn, 1995 Panamarenko, Autovision, mit einem Text von Arndt Wesemann, Nordhorn, 1995 Ralf Peters, Temperatur der Räume, Nordhorn 1995 Avery Preesmann, Bilder, Skulpturen und Zeichnungen, mit Texten von F. A. Arion, M. v. Nieuwenhuyzen und Martin Köttering, Nordhorn, 1996 Peter Heber, Zeichnungen, 1996, mit einem Text von Martin Köttering Andrea Ostermeyer, cnicks 'n soeps, Text von Roland Scotti, Nordhorn, 1996 Dan Graham, Two Way Mirror Pevitions, mit Texten von Dan Graham, Martin Köttering und Roland Nachtigäller, Nordhorn, 1996 Störenfriede im öffentlichen Interesse, Wienand Verlag Köln, 1997, mit Texten von: Martin Köttering, Eckhard Schneider, H.M. Schulz, Jan Hoet, Andreas Denk, Dieter Ronte, Anne Duden, Peter Waterhouse, Hugo Dittberner, Veit Loers, Friedrich Wolfram Heubach, Stefan Schmidt-Wulffen, U. Frohne/Ch. Katti, Roland Nachtigäller und Gert Seile topping out: Rob Birza, Stephen Craig, Jessica Diamond, Friedhelm Falke, Katharina Grosse, Michel Majerus, Rupprecht Matthies, Peter Santino hrsg. mit R. Nachtigäller, Nordhorn 1997 Franz Ackermann, unerwartet, Nordhorn 1997 Hamish Fulton, Die Vechte entlang gehen, Nordhorn, 1998 Jason Martin, Malerei, mit einem Text von Mark Gisbourne, 1998 Thomas Rentmeister, Skulpturen, mit Texten von Renate Wiehager/Friedrich Meschede, Nordhorn, 1998 Ernst Caramelle, Architekturbezogene Gestaltung des Konzert- und Theatersaals in Nordhorn, 1998 Jason Martin, mit einem Text von Mark Gisbourne, Nordhorn, 1998 Jan Fabre, Engel und Krieger – Strategien und Taktiken, mit Texten von G. Royden Hunt, Stefan Hertmans, Martin Köttering, Andreas Sentker, Nordhorn, 1999 Der Stein träumt - Die Kunst der Lithographie, Bilder aus der Werkstatt von Felix Bauer. Hrsg. mit Roland Nachtigäller, 1999 Peter Dombrowe, Model/weiten als Weltmodelle, mit Texten von Peter Friese und Roland Nachtigäller, Nordhorn, 1999 made for fun, mit Andreas Kaiser, soylent green, Gabriele Basch, Oliver Oefelein, Susanna Taras, Eva & Adele. Mit Texten von Volker Wortmann und Martin Köttering, Nordhorn, 2000 Franz Erhard Walther, Orte der Entstehung - Orte der Wirkung, Ausstellungen 1962–2000, Nordhorn 2000 Martin Assig, Honiggänsewiese, mit einem Text von Volker Wortmann, 2000 Guillaume Bijl, Museum für die Souvenirs der sechziger Jahre, 40 historische Objekte präsentiert von Guillaume Bijl, 2001 Katja Davar, remote hast, Nordhorn, 2001, mit Texten von Martin Köttering/Manfred Hermes Stepanek&Maslin, mit einem Text von Susanne Prinz, Nordhorn, 2001 Hausarbeiten - der Alltag daheim, Andreas Slominski, Andreas Exner, Sabine Gross, Jochen Flinzer, Peter Rösel, Patricia Waller, Sonja Alhäuser, Christian Jankowski, Peter Brüger, Andrea Ostermeyer. Hrsg. mit R. Nachtigäller, 2001 kunstwegen, das reisebuch, mit Texten von Henning Buck, Judith Ernst, Gerhard Fliehe Boeschoten, Claudia Herstatt, Alexander Kessler, Daniel Klause, Frauke Lange, Ulrich Meyer-Spethmann, Dirk Möllmann, Roland Nachtigäller, Albert Rötterink, Mieke Scharloo, Werner Straukamp, Angelika Thill, Hrsg. mit R. Nachtigäller, Nordhorn, 2001