Der M 180 ist ein Sechszylinder-Reihenmotor von Daimler-Benz und wurde 1951 als erster neuer Sechszylindermotor des Unternehmens nach dem Zweiten Weltkrieg im PKW Mercedes-Benz W 187 vorgestellt.

Der Ottomotor mit 2,2 Litern Hubraum hatte anfangs 80 PS (59 kW) Leistung; die 2,3 Liter-Version im bis 1976 gebauten Mercedes 230.6 (W 114, „Strich-Acht“) erreichte 120 PS (88 kW).

Modellgeschichte Allgemeines In seinem Buch The Wankel Rotary Engine: A History schreibt John B. Hege, Wolf-Dieter Bensinger sei für die Entwicklung des Motors „verantwortlich“ gewesen. Die Grundkonzeption des Motors mit einer kettengetriebenen obenliegenden Nockenwelle (OHC) und Gegenstromzylinderkopf fand sich bei den Sechszylindermotoren M 127 (2,2/2,3 l), M 108/M 129 (2,5 l) bis hin zum M 130 (2,8 l) wieder, der für den Unimog 404 noch bis 1980 gebaut wurde. Der bis 1989 produzierte M 110 mit Querstromzylinderkopf und zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC) basierte auf dem M-130-Motorblock und damit letztlich auch dem M 180.

Bereits 1976 kam der M 123 (2,5 l) zum Einsatz, der im Mercedes 250 der neuen Baureihe 123 als nun kleinster Pkw-Sechszylindermotor den 2,3-Liter-M 180 ablöste.

Der Einsatz von Benzinmotoren in Militär-Unimogs war aufgrund des STANAG der NATO erforderlich, da Benzinmotoren zu damaliger Zeit eine bessere Wintertauglichkeit bei extremer Kälte hatten und sowohl Panzer als auch militärische Geländewagen fast vollzählig mit Benzinmotoren ausgestattet waren. Dies ermöglichte eine vereinfachte Kraftstofflogistik und sparte Transportkapazität.

Technische Daten Sechszylinder-Reihenmotor; Kurbelgehäuse und Zylinderkopf aus Grauguss; Zylinderkopf ab 1954 aus einer Aluminiumlegierung Kurbelwelle mit vier Hauptlagern OHC-Ventilsteuerung: eine Nockenwelle im Zylinderkopf; zwei Ventile pro Zylinder Bohrung x Hub: 80 mm × 72,8 mm (2,3-Liter-Version: 81,75 mm × 72,8 mm) Hubraum: 2195 cm³ bzw. 2292 cm³ Verdichtungsverhältnis: 6,5:1 bis 9,0:1 Gewicht (trocken): 182 kg

Baumusterübersicht

+ Baumuster des M 180Vogler, S. 48BaumusterMotor-TypNennleistung (kW)ProduktionszeitraumVerwendungM 180.920 55 1953M 180.922 63 1953 bis 1967M 180.92474/781956 bis 1959M 180.926 63 1957M 180.927 59 1955 bis 1956M 180.927 60 1956 bis 1969M 180.928 59/60 1957 bis 1977Unimog 404.114M 180.929 60 1957 bis 1968M 180.931 63 1957M 180.942 68 1961 bis 1968M 180.943 60 1960 bis 1968M 180.944 66 1957 bis 1959M 180.952 68 1969 bis 1976M 180.953 63 1967 bis 1976Unimog 404.113M 180.954M 180 V 23881968 bis 1976W 114.015 bzw. W 114.615 (230 bzw. 230.6)M 180.958 63 1971 bis 1980

Quellen

Carl-Heinz Vogler: Typenatlas Unimog. Alle Unimog-Klassiker seit 1946 bis 1993. GeraMond, München 2015, ISBN 978-3-86245-026-8, S. 47 und 48. Der M180 und seine Ableger auf MBIG (Mercedes-Benz Interessengemeinschaft), archiviert am 21. Oktober 2017, Original nicht mehr abrufbar.

Einzelnachweise

M 180 Mercedes-Benz M180 M 180