mini|Ebing mit Kirche mini|Die Feldkapelle in der Ebinger Flur

Ebing (bambergisch: AbichD. Fastnacht: Staffelstein, S. 89. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: ābiχ.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Rattelsdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Ebing hat eine Fläche von 5,655 km². Sie ist in 1307 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4326 m² haben.

Geografie Der ehemalige Markt liegt rechts des Mains und ist im Osten und Süden von Seen umgeben, ansonsten dominiert Acker- und Grünland. Südlich des Ortes steht eine Sommerlinde, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist. Die Kreisstraße BA 32 führt nach Rattelsdorf zur Bundesstraße 4 (1,2 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2197 (0,9 km südöstlich), die nordöstlich nach Zapfendorf bzw. südlich nach Unteroberndorf-Breitengüßbach verläuft.

Geschichte Frühe Besiedlung und Mittelalter Der Helm von Ebing Im Jahre 1964 wurde östlich von Ebing bei Baggerarbeiten in einem Kieswerk ein bronzener Helm aus der Urnenfelderzeit (1200 bis 700 v. Chr.) gefunden. Dieser deutet darauf hin, dass dort schon lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung eine Siedlung bestand. Weitere Funde in der Umgebung Ebings lieferten den Beweis für ein endbronzezeitliches Kulturzentrum in dieser Gegend. Der „Helm von Ebing“ wurde der Prähistorischen Staatssammlung in München übergeben. Eine Nachbildung ist im Historischen Museum in Bamberg zu besichtigen.Runder Tisch Ebing: „Chronik von Ebing“, S. 227.

Mittelalterliche Besiedlung Aus einem Brief um 1000 von Bischof Arnulf von Halberstadt an Bischof Heinrich von Würzburg geht hervor, dass die ersten Ebinger wohl von den Wenden abstammten. In diesem Brief versucht Arnulf, Bischof Heinrich dazu zu bewegen, das benötigte Gebiet von Oberfranken zur Errichtung der Diözese Bamberg abzutreten. Ebing ist somit schon lange vor Karl dem Großen (768–814 n. Chr.) gegründet worden. Es wurde erstmals um 800 urkundlich erwähnt und ist somit älter als die Stadt Bamberg. Das geht aus den Dokumenten des Klosters Fulda hervor, in denen Ebing noch als „Eibingen“ bezeichnet wird.Runder Tisch Ebing: „Chronik von Ebing“, S. 17 ff.

Wie den Dokumenten zu entnehmen ist, schenkten drei fränkische Adelige ihre Güter dem Kloster Fulda. Darunter war auch Eibingen. Die Kirchenmauer besteht aus den Resten der Burgmauer, die von der Burg der Adeligen von Ebing erhalten geblieben sind. Der Burggraben ist zugeschüttet. Auf dem Grund der beiden massiven Tormauern, die bis 1857 standen, wurde ein Schulhaus errichtet.

Die Zugehörigkeit zum Kloster Fulda bestand bis zur Gründung des Bistums Bamberg durch König Heinrich II. im Jahr 1007. Danach wurde Ebing dem Kloster Michelsberg zugewiesen.

Vom Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) bis ins 19. Jahrhundert Im Dreißigjährigen Krieg wurde Ebing nach dem Fall der Festung Königshofen im Grabfeldgau von den Schweden überrannt, die das Dorf ausplünderten und viele Gebäude in Brand steckten. Ebing wurde regelmäßig von kaiserlichen und schwedischen Truppen durchzogen und hatte mit Brandschatzungen und Kontributionen zu kämpfen.

1634 wurden die Reste des Dorfes, die den Bewohnern noch blieben, durch den schwedischen General Königsmark zerstört. Das Dorf wurde in Trümmer gelegt, das Vieh getötet. Die Bauern mussten gegen Ende des Krieges selbst pflügen. Im heutigen Ebing gibt es kein Gebäude, das vor dem Dreißigjährigen Krieg gebaut wurde. Nur wenige Familien haben den Krieg überlebt.Runder Tisch Ebing: „Chronik von Ebing“, S. 31 f.

Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) litt Ebing durch die Preußen. In den Koalitionskriegen (1799–1815) blieb es nicht verschont. Bemerkenswert sind zudem die vielen Viehseuchen, die in Ebing in diesen Jahren wüteten, und die überdurchschnittliche Kindersterblichkeit.

Gemeinde und Markt Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ebing aus 114 Anwesen und eine Pfarrkirche. Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Medlitz aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Michelsberger Klosteramt Rattelsdorf. Grundherren waren das Kloster Michelsberg: 12 Höfe, 9 Güter, 21 Sölden, 65 Häuser, 4 Wirtshäuser; die Gemeinde: 1 Schulhaus, 1 Schmiede, 1 Hirtenhaus.H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 70.

Im Jahre 1802 kam Ebing an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1810 der Steuerdistrikt Ebing gebildet. 1818 entstand die Ruralgemeinde Ebing. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Seßlach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1866 das neu gebildete Rentamt Staffelstein für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).H. Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 159.

1872 erhielt Ebing das Marktrecht, nachdem es ein Jahr zuvor selbständige Pfarrei geworden war. Die Ortschaft entwickelte sich immer mehr von einer bäuerlichen zu einer ländlichen Wohngemeinde. In diesem Zusammenhang sind die Freizeitanlagen, wie der Ebinger Baggersee, der Sportplatz und der Campingplatz entstanden.

Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 5,612 km². Am 1. Juli 1972 kam Ebing zum Landkreis Bamberg. Mit der Gebietsreform in Bayern wurde Ebing am 1. Mai 1978 nach Rattelsdorf eingemeindet. Ebinger Bürger und Gemeinderäte beharrten damals trotzdem auf der Selbstständigkeit ihres Ortes. Die Mehrheitsbeschlüsse im Marktgemeinderat Rattelsdorf in den Jahren 1990 (10:7), 1993 (9:7) und 1997 (9:7) für die Eigenständigkeit Ebings scheiterten an der in der bayerischen Gemeindeordnung festgeschriebenen Zweidrittelmehrheit. 1995 wurde die Bürgerinitiative Selbständiges Ebing gegründet, die sich inzwischen aber aufgelöst hat. Da die Gemeinde Ebing zum Markt Rattelsdorf gehört, ist auch in Ebing seit 2023 Hans-Jürgen Scheerbaum (CSU) der Bürgermeister.

Ebing im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) Von rund 535 Menschen, die Ebing vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges beheimatete, sind 78 Männer in den Krieg gezogen. Es gab zwölf Todesopfer und 13 Kriegsgefangene in Ebing, die den Familien der Kriegsteilnehmer zugeteilt waren. Sie dienten zur Arbeitsunterstützung. Durch die schlechte Ernte im Jahr 1917 stieg in Ebing die Zahl der Einbrüche und der Schwarzhandel. Am 1. Februar 1918 wurde von der Obrigkeit angeordnet, alle Schweine zu töten, um die Kartoffel-, Getreide- und Milchvorräte zu schonen und die Versorgung der Bundesgenossen in Österreich sicherzustellen. Ende April 1918 wurden an die 100 Stück Jungvieh von einer Kommission beschlagnahmt, um Arme zu ernähren.Johann Wölfel, Elmar Kerner: „Ebinger Kriegschronik“, S. 29–81.

Ebing in der Zeit des Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg (1933 bis 1945) In der Gemeinde Ebing hatte bis in die 1930er Jahre die Bayerische Volkspartei die Mehrheit. 1934 wurde ein Adolf-Hitler-Platz durch die Pflanzung der sog. Adolf-Hitler-Linde ausgewiesen. 1943 mussten drei Bronzeglocken nach Hamburg zum Glockenfriedhof gebracht werden, um für die Herstellung von Granaten eingeschmolzen zu werden. Am Weißen Sonntag 1945 wurde die gerade abgezahlte Mainbrücke zerstört, Tiefflieger warfen Bomben auf die Züge, Bahngleise und Züge standen in Flammen. In der Nacht des 11. April 1945 marschierte die amerikanische Armee ins Dorf ein. Am 12. April erfolgte die friedliche Einnahme durch die Amerikaner. Nachdem in Ebing von der Deutschen Wehrmacht kein Widerstand geleistet wurde, blieb der Ort von Schäden verschont. Infolge des Zweiten Weltkrieges gab es französische Kriegsgefangene in Ebing.Runder Tisch Ebing: „Chronik von Ebing“, S. 72–84.

Wappen Am 1. März 1951 wurde anlässlich einer Bürgerversammlung dem damaligen Ersten Bürgermeister Kümmelmann das von der Regierung verliehene Wappen übergeben. Die Wappenbeschreibung lautet: „In Rot ein silberner Flug im Arm, der einen mit einer silbernen Muschel belegten silbernen Jakobusstab hält“. Der Jakobusstab mit Muschel weist auf den Kirchenpatron Jakobus hin, der silberne Flug auf die Flügel des Erzengels Michael. (Ab 1007 gehörte Ebing zur Pfründe des Klosters Michelsberg in Bamberg.)Runder Tisch Ebing: „Chronik von Ebing“, S. 33.

Baudenkmäler In Ebing gibt es 25 Baudenkmäler: Bahnhofstraße 4: Bauernhaus Hauptstraße 3; Kirchstraße 9; Marktplatz 9; Obere Straße 15; Untere Straße 2: Wohnstallhäuser Kaspar-Röckelein-Platz 1: Marienkapelle Kirchstraße 5: Pfarrkirche St. Jakobus Kirchstraße 18: Hoftorpfeiler Marktplatz 9: Wohnhaus Marktplatz 11: Gasthaus zum Schwanen Marktplatz: Zugesetzter Rundbogen Obere Straße 5, 7, 11, 12, 13, 21: Kleinbauernhäuser Feldkapelle Marienfigur Kreuzigungsgruppe Steinkreuz, Feldkreuz, zwei Kreuzsteine

Bodendenkmäler In der Gemarkung Ebing gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 Einwohner 686 630 610 633 637 629 635 659 677 638 581 539 545 564 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 114 125 122 126 124 Quelle

Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2023Einwohner 565 533 546 546 600 834 813 780 756 980 1087 1252Häuser 112 123 145 255 Quelle

Religion mini|Außenansicht Ebinger Kirche Konfessionen (Stand Februar 2021) 946 Einwohner sind römisch-katholischer Konfession, 118 sind evangelisch, zwölf Personen gehören der rumänisch-orthodoxen Kirche an. 174 Einwohner bekennen sich zu keiner oder einer anderen Kirche.Angaben der Gemeinde Rattelsdorf.

Kirche Entstehungsgeschichte Das Schloss der Adeligen von Ebing stand einst an dem Ort, wo heute die Pfarrkirche steht. Die Kirchenmauer besteht aus den Resten der alten Schlossmauer und ist heute noch erhalten. Vom Schlossgraben ist heute fast nichts mehr zu sehen.Markt Rattelsdorf – Die Geschichte von Ebing Zum ersten Mal in schriftlichen Aufzeichnungen erwähnt wird eine Kirche in Ebing im Jahre 1379. 1481 wurde durch das Zusammenwirken mehrerer Ebinger Bürger ein Frühmessbenefizium errichtet, damit zusätzliche Gottesdienste stattfinden konnten. Hintergrund der Etablierung des Benefiziums war aber wohl auch die Fertigstellung eines neuen Gotteshauses; darauf deuten Zeugnisse hin, die aus dem heute noch stehenden Kirchenbau abgelesen werden können.

Um die Jahre 1766/68 entstand die heutige Kirche. Die ersten Schritte zur Errichtung einer eigenen Pfarrei wurden im Laufe des Jahres 1867 eingeleitet. Nachdem ein Wohnhaus für den zukünftigen Pfarrer gebaut und ansehnliche Opfer zur Stiftung der Pfarrpfründe in Ebing erbracht worden waren, fasste die Gesamtgemeinde am 12. Juni 1868 den Beschluss, die Errichtung einer Pfarrei in Ebing zu beantragen. Diesem Antrag wurde am 31. Januar 1871 von staatlicher Seite stattgegeben, und die Gründung einer selbstständigen Pfarrei genehmigt. Am 22. Februar 1871 wurde sie durch den damaligen Erzbischof von Bamberg, Michael von Deinlein, errichtet.Ulrich J. Ortner, Wolfgang Merzbacher, Geo Schneiderbanger, Thomas Tscherner: „125 Jahre Pfarrei St. Jakobus Ebing“, S. 11 f.

Baubeschreibung mini|Innenansicht Ebinger Kirche Die katholische Pfarrkirche St. Jakobus Maior liegt nach Osten ausgerichtet leicht erhöht am Nordrand des Dorfes. Sie wird von den teilweise erhaltenen Mauern eines ehemals befestigten Friedhofes umgeben. Der Außenbau aus Sandsteinquadern gliedert sich in ein rechteckiges Langhaus mit Satteldach und einen quadratischen, gotischen Turm, an dessen Nordseite sich die Sakristei anschließt.Ulrich J. Ortner, Wolfgang Merzbacher, Geo Schneiderbanger, Thomas Tscherner: „125 Jahre Pfarrei St. Jakobus Ebing“, S. 14 f.

Ebinger Glocken