Krethi und Plethi (auch Kreter und Pleter, Kereter und Peleter) bezeichnet im Alten Testament im 2. Buch Samuel einen aus Ausländern bestehenden Teil der Streitmacht des Königs David., , , , . Kreter und Pleter unter ihrem Anführer Benaja bildeten die Leibwache König Davids.. Im übertragenen Sinn bezeichnet der Begriff „allerlei Volk“.
Etymologie Die Bedeutung der beiden Namen Kereter und Peleter () ist unklar. An drei Stellen (, , ) erscheinen die Namen im Zusammenhang mit den Philistern, daher wäre es möglich, dass es sich bei dem Begriff „Peleter“ entweder um ein Synonym für „Philister“ handelt, oder damit eine Gruppe innerhalb der Philister bezeichnet wird. Der Name „Kereter“ könnte auf die Insel Kreta verweisen.
Die Septuaginta gibt die Namen als ὁ χελεθθι und ὁ φελεττι ho cheleththi und ho pheletti wieder, die Vulgata als Cherethi und Felethi.
In der Rabbinischen Literatur Im Babylonischen Talmud wird nach der Bedeutung der Namen Kreter und Pleter gefragt:
Aus leitet der Ausspruch ab, in welcher Reihenfolge bei einem Kriegsbeschluss zu verfahren sei. Zunächst sei der Rat Ahitofels einzuholen, anschließend der Sanhedrin (gleichgesetzt mit Benaja, dem Sohn Jojadas) zu befragen, danach der Losentscheid durch die Urim und Tummim herbeizuführen (durch den Priester Ebjatar verkörpert), erst dann wird dem Heerführer der Befehl erteilt. So wie zwischen Benaja, dem Sohn Jojadas, und dem Sanhedrin eine Analogie gebildet wird, so auch zwischen den Keretern und Peletern und den Mitgliedern des Sanhedrins. In diesem Zusammenhang wird nach der Bedeutung der Namen Kereter und Peleter gefragt. Die Mitglieder des Sanhedrins würden Kereter () genannt, weil sie ihre Worte schneiden (), das heißt genau erwägen, was sie im Laufe der Verhandlung sagen; sie würden Peleter () genannt, weil sie in ihren Worten ausgezeichnet bzw. wunderbar seien.
Heutige Bedeutung Heute wird die Bezeichnung in übertragenem Sinn für „allerlei Volk“ oder auch geringschätziger „allerlei Gesindel“, ähnlich wie Hinz und Kunz,Eintrag bei phraseo.de.Eintrag bei nextz.de. verwendet.
Literarische Titel Krethi und Plethi heißen auch ein Gedicht von Kurt TucholskyBerliner Tageblatt, 23. September 1918, Nr. 487. eine Berliner Lokalposse von David Kalisch (handschriftlich 1865)David Kalisch: Krethi und Plethi. Eine Berliner Lokalposse. (Trouvaillen. Editionen zur Literatur- und Kulturgeschichte 8), hrsg. von Heidrun Kerstein, Frankfurt am Main 1989.
Literatur Artikel Krethi und Plethi in der Allgemeinen Encyclopädie der Wissenschaften und Künste, Band 2, Sektion 2, H–N, Teil 39: Köppen (Peter V.) – Kriegk, Leipzig 1886, S. 340–342.
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Einzelnachweise
Kategorie:2. Buch Samuel Kategorie:Biblische Redewendung Kategorie:Truppengattung (historisch)