Schrei, wenn der Tingler kommt (Originaltitel: The Tingler) ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von William Castle aus dem Jahr 1959 mit Vincent Price in der Hauptrolle.

Handlung Der Pathologe und Forscher Dr. Warren Chapin lebt mit seiner bösartigen Ehefrau und seiner freundlichen Schwägerin Lucy Stevens zusammen. Er entdeckt, dass im Rückgrat eines jeden Menschen eine Kreatur lebt, die sich von der Angst ihres Wirtes ernährt. Fängt dieser im Zustand der Angst nicht an zu schreien, wächst die Kreatur, der so genannte „Tingler“, zu voller Lebensgröße heran, was zum Tod des Menschen führt. Bei der Autopsie einer zu Tode erschreckten Taubstummen befreit Dr. Chapin schließlich einen ausgewachsenen Tingler, ein ca. 30 cm langes, langustenähnliches Wesen, aus dem Körper der Frau. Das Wesen verfügt über enorme Mandibeln und beachtliche Körperkräfte. Chapins Frau befreit den Tingler des Nachts und dieser tötet Chapin fast. Der Tingler entkommt und versetzt unter anderem das Publikum eines Stummfilmkinos, das gerade den Film Tol'able David ansieht, in Angst und Schrecken.

Rezeption Das Lexikon des internationalen Films schrieb: „Ein Arzt in New York entdeckt ein knochenbrechendes Wesen, das durch Angst im Menschen entsteht. Laute Schreie erlauben seine Abwehr: ein Verfahren, das der fantastische Horrorfilm, der Blut aus Wasserhähnen laufen und Leichen den Kopf heben läßt, auch seinem Publikum nahelegt.“

Der Horror-Film aus der Reihe Enzyklopädie des populären Films meint, der Film würde „ein Höchstmaß an Stil und Spannung“ bieten.

In der New York Times lehnte Howard Thompson den Film mit den Worten, William Castle sei verantwortlich für einen der schlimmsten, langweiligsten kleinen Horrorfilme, die sich jemals in die Kinos geschlichen haben, ab.

Alan Frank spricht dem Film in seinem Buch Horror Films die für Castle typischen, sehr wirkungsvollen Fantasy-Effekte zu.

Denis Gifford stellt in seinem Buch A Pictorial History of Horror Movies die überdurchschnittlich furchterregende Maske (von den Maskenbildnern Hazel Keats und Monty Westmore) sowie den materialisierten Schrecken (in Form von Stromschlägen) heraus.

Lyz Kingsley setzte sich ausführlich mit dem Film auseinander. Sie stellte fest, dass es nichts Vergleichbares zu The Tingler gebe. Kein anderer Film davor oder danach würde an seine Mischung aus Einfallsreichtum, Gruseligkeit, Lustigkeit und Abgedrehtheit herankommen. Man würde unweigerlich von Anfang bis Ende mitfiebern, ohne überhaupt Zeit zu haben, darüber nachzudenken, dass kein einziger Aspekt der Geschichte – vor allem aus Sicht der Biologie – „auch nur den geringsten Sinn“ ergibt.

Besonderheiten In manchen Kinos in den USA kam eine Technik mit dem Namen Percepto zum Einsatz: Während der Höhepunkte des Films erhielten Sitze plötzlich Elektroschocks.Leonard Maltin (Hrsg.): Leonard Maltin’s Movie and Video Guide, New York 2002, ISBN 0-451-20649-5, S. 1436. Die Entwicklung wurde mit einem Golden Turkey Award „ausgezeichnet“. Im Rahmen eines Experimentes, den Tingler in seinem eigenen Körper heranwachsen zu lassen, versetzt sich Dr. Chapin in den ersten LSD-Rausch der Filmgeschichte. The Tingler wurde in Schwarz-Weiß gedreht. Nur in einer Szene wird Blut in einem Waschbecken, was aus dem Kalt- und Warmwasserhahn sprudelt, und der vollgelaufenen Badewanne, aus der sich zudem ein blutiger Arm erhebt, rot dargestellt, während der Rest der Szene schwarz-weiß bleibt. Einen ähnlichen Effekt wiederholte Steven Spielberg später in Schindlers Liste, und man findet ihn auch in dem 1958 gedrehten Film Draculas Blutnacht wieder.dvdtalk.com

Synchronisation Die deutsche Synchronfassung entstand 1960 in Berlin.Schrei, wenn der Tingler kommt In: synchrondatenbank.de. Synchrondatenbank.de, abgerufen am 12. Juli 2024. Rolle Schauspieler SynchronsprecherDavid Morris Darryl Hickman Michael ChevalierDr. Warren Chapin Vincent Price Wolfgang LukschyErzähler William Castle Arnold MarquisFilmvorführer Dal McKennon Toni HerbertIsabel Stevens Chapin Patricia Cutts Tilly LauensteinOliver 'Ollie' Higgins Philip Coolidge Erich FiedlerLucy Stevens Pamela Lincoln Sabine Eggerth

Weblinks

Rezension von Jessica Ridders bei filmrezension.de

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1959 Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Horrorfilm Kategorie:Science-Fiction-Film Kategorie:Schwarzweißfilm