mini|Tulpenzwiebeln, teils aufgeschnitten mini|hochkant|Hyazinthenzwiebel beim Austreiben eines Sprosses mini|Schuppenzwiebel von Lilium wallichianum mini|hochkant|Tulpenzwiebel mit junger Nebenzwiebel mini|hochkant|Brutzwiebeln von Lilium lancifolium

Die Zwiebel, auch Bulbus (lateinischVgl. Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 165 („Bulbus – eyn cyppolle“, dort bezüglich der Zwiebel von Narzissen und Liliaceen).), ist ein gestauchter Spross mit verdickten, oft fleischigen Niederblättern, welche als Speicherorgane dienen. Zwiebeln kommen beispielsweise bei den Liliengewächsen oder vielen Amaryllisgewächsen vor und sind als „Blumenzwiebeln“ zahlreicher Gartenpflanzen bekannt.

Aufbau Die Zwiebeln wachsen meist unterirdisch bis nahe über der Bodenoberfläche. Die Zwiebel-Sprossachse besitzt stark verkürzte Internodien und bildet einen flachen, scheibenförmigen Teil, der Zwiebelkuchen oder Zwiebelscheibe genannt wird. An dessen Oberfläche sitzen schuppenförmige oder röhrenförmige Blätter, deren Unterblatt verdickt angeschwollen ist und Nährstoffe speichert (Zwiebelschuppen oder Zwiebelschalen). Die Oberblätter sind meist grün oder sterben später ab. Die trockene Außenhaut (Zwiebeldecke oder Schale) schützt die inneren Blätter vor Austrocknung. An der Unterseite des Zwiebelkuchens treiben unverzweigte sprossbürtige Wurzeln aus, die während ihres Wachstums die Zwiebel in den Boden ziehen. Dort kann die Zwiebelpflanze eine ungünstige Jahreszeit (Winter oder Trockenzeit) überdauern (Zwiebelgeophyten). Im Inneren der Zwiebel befindet sich die Knospe mit der Anlage für Laubblätter, blattlosen Blütenstandsschaft und Blütenstand für die nächste Vegetationsperiode.

Ein Beispiel für eine Schalenzwiebel ist die Küchenzwiebel. Als Schuppenzwiebel sind die Zwiebeln vieler Lilien entwickelt.

Zwiebeln als Vermehrungsorgane Tochterzwiebeln In den Blattachseln der Zwiebelschuppen entwickeln sich meist ein oder zwei Knospen zu kleinen Tochterzwiebeln. Wenn die Mutterzwiebel nach der Blüte und Fruchtbildung der Pflanze abstirbt, überleben die Tochterzwiebeln und dienen der (vegetativen) Vermehrung.

Brutzwiebeln In einigen Fällen kommt auch eine Bildung von Zwiebeln in der Achsel von Laubblättern oder im Blütenstand vor, beispielsweise bei der Feuer-Lilie oder bei der Zwiebel-Zahnwurz. Diese Brutzwiebeln (Bulbillen) sind ebenfalls Vermehrungsorgane.

Beispiele Fast alle Pflanzen, die Zwiebeln bilden, zählen zu den Einkeimblättrigen Pflanzen.

Die hier aufgeführten Pflanzen bilden zwiebelförmige Speicherorgane aus:Zwiebel- und Knollenpflanzen. Mein schöner Garten, abgerufen am 26. Februar 2025Bulb. Plant Anatomy. Encyclopædia Britannica, abgerufen am 26. Februar 2025

Amaryllis, wie z. B. Rittersterne Hahnenfußgewächse, wie z. B. das Balkan-Windröschen Hyazinthen, wie z. B. das Atlantische Hasenglöckchen Liliengewächse, wie Tulpen und Hakenlilien Narzissen, wie z. B. die Gelbe Narzisse Lauchgewächse wie der Stiel-Lauch und zahlreiche Nutzpflanzen Schwertliliengewächse wie der Elfen-Krokus und die Spanische Schwertlilie

Zwiebeln als Nahrung Essbare Zwiebeln gehören überwiegend zur Unterfamilie der Lauchgewächse innerhalb der Amaryllisgewächse, wie die Küchenzwiebel, Schalotte, Winterzwiebel, Perlzwiebel und der Knoblauch. Daneben wird auch die oberirdische Zwiebel des Gemüse-Fenchels aus der Familie der Doldenblütler und die Zwiebel der Essbaren Prärielilie aus der Familie der Spargelgewächse, University of Michigan als Nahrungsmittel genutzt.

Einzelnachweise Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: Strasburger, Lehrbuch der Botanik. Gustav Fischer, Stuttgart, Jena, New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S. 172. Peter Sitte, Hubert Ziegler, Friedrich Ehrendorfer, Andreas Bresinsky: Strasburger, Lehrbuch der Botanik. Gustav Fischer, Stuttgart, Jena, New York 1991, ISBN 3-437-20447-5, S. 476. Wolfgang Franke: Nutzpflanzenkunde, nutzbare Gewächse der gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen. 3. Auflage, Thieme, Stuttgart, New York, NY 1985, ISBN 3-13-530403-5, S. 25–26, 199, 202, 366–368.

Weblinks

Kategorie:Blatt Kategorie:Sprossachse Kategorie:Zwiebel als Thema Kategorie:Pflanzenvermehrung