Prljavo Kazalište (kroatisch ‚schmutziges Theater‘) ist eine kroatische und ehemals jugoslawische Rock-Gruppe aus dem Zagreber Arbeiterviertel Dubrava. Die Rockband wurde 1977 gegründet und zählte neben den Parni Valjak oder Crvena Jabuka zu den bekanntesten Musikbands im damaligen Jugoslawien. Während ihrer Entwicklung haben sie ihre Musikrichtungen geändert, von Punk und Ska (in ihren ersten Alben), zu späteren Pop- und Rockklängen. Die Gruppe schildert politische Ereignisse und den Zustand im Staat.
Geschichte
Die Gruppe wurde in 1977 von Jasenko Houra, der von dem Rolling-Stones-Konzert 1976 in Zagreb sehr beeinflusst wurde, gegründet. Seine ersten Mitarbeiter waren die Mitglieder der ehemaligen Punk-Gruppe Ciferšlus (kroatisch ugs. für Reißverschluss). Die Gruppe wurde nach einer Episode des Comicstrips Alan Ford benannt und hieß nun Prljavo Kazalište. Ihr erster Auftritt war auf dem Polets-Konzert 1978.
1979 wurde ihr erstes Album Prljavo Kazalište veröffentlicht. Das Cover ist den Rolling Stones gewidmet, zu sehen sind Jaggers zerschnittene Zunge und ein mit einer Sicherheitsnadel gepiercter Mund. Auf diesem Album findet sich bereits der Song Sretno dijete (Glückliches Kind), der zum Titel eines autobiografischen Buches und Dokumentarfilms des Journalisten Igor Mirković wurde, in dem er den Aufstieg des Punkrocks im sozialistischen Jugoslawien aus Perspektive seiner Jugend erzählt.
1980 kam das zweite Album Crno Bijeli Svijet (Schwarz-Weiße Welt) heraus. Die Lieder Mi Plešemo (Wir Tanzen) und Crno Bijeli Svijet wurden zu Evergreens der inländischen Pop- und Rockszene.
1988 wurde das Album Zaustavite Zemlju (Stoppt die Erde) veröffentlicht. Dieses Album enthält die Ballade Mojoj Majci...Ruža Hrvatska (Meiner Mutter... Kroatische Rose), die Houras Mutter gewidmet ist. Mit diesem Lied haben sie viel riskiert, weil das Wort kroatisch in dieser Zeit verpönt war.„www.crorec.hr“, aufgerufen am 9. August 2009 Dieses Lied machte sie im Inland noch berühmter.
Der große Durchbruch kam mit dem legendären Konzert am 17. Oktober 1989, das auf dem Platz der Republik (heute Platz Ban Josip Jelačić) trotz eines Verbotes der damaligen Regierung stattfand.
In ihren nächsten Alben (Devedeseta, Lupi Petama), die 1990 und 1993 veröffentlicht wurden, besingen und kritisieren sie die Situation der kroatischen Nachkriegsgesellschaft.
Das Lied Uzalud vam Trud Svirači (Musiker, Eure Mühe ist vergeblich), ist mit Hilfe der Tamburizzaspieler gespielt und Slawonien, das durch den Krieg sehr gelitten hat, gewidmet.
2001 wurde Sve je lako kad si mlad (Alles ist leicht wenn Du jung bist), ein Set von vier CDs, als Überblick ihrer ganzen Karriere veröffentlicht.
Mit den letzten zwei Alben, 2003 Radio Dubrava (Rundfunk Dubrava) und 2005 Moj dom je Hrvatska (Meine Heimat ist Kroatien), setzt die Gruppe ihre Gesellschaftskritik fort.
Nach 26 Jahren trat die Band 2012 wieder in der serbischen Hauptstadt Belgrad auf.„www.blic.rs“, aufgerufen am 22. Dezember 2020
Auszeichnungen 1994: Porin – Das beste Rock-Album, Dani ponosa i slave 1998: Porin – Das beste Rock-Album, S vremena na vrijeme 1999: Porin – Lupi petama – für das Lied Uzalud vam trud svirači 2001: Die Silberne Schallplatte für das Album Radio Dubrava
Diskografie Studioalben 1979: Prljavo Kazalište 1980: Crno bijeli svijet 1981: Heroj ulice 1983: Korak do sna 1985: Zlatne godine 1988: Zaustavite zemlju 1990: Devedeseta 1993: Lupi petama... 1996: S vremena na vrijeme 1998: Dani ponosa i slave 2003: Radio Dubrava 2005: Moj dom je Hrvatska 2008: Tajno Ime 2012: Možda dogodine 2023: Underground
Livealben 1989: Sve je lako kad si mlad - Live (HR: ) hgu.hr, 7. Dezember 2005, abgerufen am 4. Mai 2025 (kroatisch). 1994: Zabranjeni Koncert 1995: Božićni Koncert 27.12.1994 2019: XL World Tour Finale - Stadion Zagreb 2020: 30 Godina od Koncerta na trgu - Arena Zagreb
Singles (Auswahl) 1980: Crno bijeli svijet 1981: Heroj ulice 1985: Ne Zovi Mama Doktora 1985: Ma kog me boga za tebe pitaju 1988: Marina 1988: Mojoj Majci 1988: Moj Bijeli Labude 1993: Uzalud Vam Trud Svirači 1993: Kiše Jesenje 1993: Tu Noć Kad Si Se Udavala 1996: Korak Po Korak 1998: Ako Tražiš Nekoga 2003: Previše Suza U Mom Pivu
Weblinks Bandgeschichte (kroatisch) Diskografie (deutsch) Prljavo Kazalište im Kroatien-Lexikon (deutsch)
Einzelnachweise
Kategorie:Rockband Kategorie:Jugoslawische Band Kategorie:Kroatische Band