mini|hochkant=1.2|Königliches Gymnasium ab 1882, durch Brandbomben 1943 zerstört Das Burggymnasium in der Essener Innenstadt führt seinen direkten Ursprung auf die Vereinigung zweier vorher existierender Essener Gelehrtenschulen im Jahre 1819 zurück; des ehemaligen lutherischen Gymnasiums (gegründet 1564) und der älteren katholischen Stiftsschule, die 852 als Schule für adelige Damen gegründet wurde.

Geschichte Im 9. Jahrhundert wurde in Essen eine katholische Stiftsschule gegründet. 1564 folgte die Gründung einer lutherischen Lateinschule durch den Rat der Stadt Essen. Diese gelangte unter ihrem Direktor Johann Heinrich Zopf im 18. Jahrhundert regelrecht Vorbildcharakter für erste Schulreformen, die auf eine praxisorientierte Ausbildung ausgerichtet waren.Google Books: Eduard Heyden – Gallerie berühmter und merkwürdiger Reussenländer; eine biographische Sammlung … Frankfurt am Main, 1858; S. 171ff., zuletzt gesichtet am 5. August 2011 Sein Schüler Johann Julius Hecker begründete das preußische Realschulwesen. Bereits seit dieser Zeit bestand eine enge Verbindung zum Collegium Groeningianum in der preußischen Provinz Pommern.Hugo Bloth: "Brückenschlag zwischen dem Burg- und Gröning’schen Gymnasium in Essen und Stargard seit mehr als 150 Jahren." In: Festschrift 150 Jahre Burggymnasium Essen. Essen 1974. S. 32f.

1819 kam es zur Vereinigung der beiden konfessionellen Gelehrtenschulen. Als am 1. Mai 1824 die beiden zu einem preußisch-königlichen Gymnasium vereinigten Schulen die ehemalige Jesuitenresidenz, die an der Stelle des jetzigen Burggymnasiums stand, als neues Schulgebäude bezogen, schrieb der Rheinisch-Westfälische Anzeiger (5. Mai 1824): „Der erste Mai dieses Jahres wird und muss für die Bewohner Essens bis auf fernere Zeiten ein Tag der Freude und des Segens bleiben.“ 1924 wurde die Schule ein staatliches Gymnasium; sie hieß damals „Gymnasium am Burgplatz“.

Den Namen Burggymnasium erhielt die Schule 1933. Als der Burgplatz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt wurde, entging sie damit der drohenden Umbenennung in Adolf-Hitler-Gymnasium. Zehn Jahre später, in der Nacht vom 3. auf den 4. April 1943, wurde das Schulgebäude während eines Bombenangriffs auf Essen völlig zerstört. Von 1952 (Klassentrakt) bis 1956 (Turnhalle und Aulatrakt) wurde die Schule am angestammten Platz in der jetzigen Form neu aufgebaut. 1974 wurde das bisher staatliche Burggymnasium dann eine städtische Schule. Im Jahr 1975 folgte die offizielle Aufnahme der Koedukation.

1992 wurde Englisch als erste Fremdsprache in Klasse 5 eingeführt und 1995 das Burggymnasium Mehrsprachenmodell. 2001 erfolgte die Einführung von Profilklassen zur Schulzeitverkürzung und Begabtenförderung.

2004 übernahm das Burggymnasium zusätzlich die Räumlichkeiten der Luisenschule Essen, deren Schulbetrieb eingestellt wurde. Bis 2020 war hier die Sekundarstufe II untergebracht, des Weiteren wurden Räumlichkeiten auch durch das Essener Stadtarchiv genutzt. Mit diesem pflegt die Schule auch weiterhin eine enge Kooperation. Auch mit dem fußläufig erreichbaren Viktoria-Gymnasium wurde zur Erhaltung von wenig nachgefragten Oberstufen-Kursen bis zur Schließung desselben kooperiert. Mit Ablauf des 31. Juli 2020 wurde das Essener Viktoria-Gymnasium aufgelöst und ging im Burggymnasium Essen auf. Das Gebäude am Kurfürstenplatz beherbergt seitdem als Dependance die oberen Jahrgänge der Mittelstufe und die Sekundarstufe II der Schule.

2007 wurden die sogenannten Bläserklassen eingeführt. Für diese können sich Schüler der 5. und 6. Klassen anmelden, um in Kleingruppen in Kooperation mit der Folkwang-Musikhochschule Essen ein Instrument zu erlernen. An der Ruhr-Universität Bochum spielt die Bigband der Schule jährlich bei der Verabschiedung der Absolventen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.

Im März 2014 besuchte Peng Liyuan, die Frau des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, das Burggymnasium. Im selben Jahr wurde der chinesische Chor gegründet. Zur Abschlusszeremonie des Chinesisch-Deutschen Sprachenjahres mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang wurde eine Delegation der Schule nach Peking eingeladen. Mit der Reise begann das Burggymnasium auch eine Kooperation mit der „Cao Yang No. 2 High School“ aus Shanghai, zu deren Schwerpunkten der Deutschunterricht gehört.

Am 14. Januar 2020 wurde das Burggymnasium als Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage anerkannt.Anerkennung des Burggymnasiums als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage"; Pressemeldung der Stadt Essen vom 14. Januar 2020 Für das Schuljahr 2023/2024 ist die Schule als Bündelungsgymnasium ausgewiesen.

Gebäude und Architektur Das Gebäude des Burggymnasiums Essen wurde 1952 von dem Architekten Horst Loy entworfen. Dieser erste Neubau eines Essener Gymnasiums nach dem Zweiten Weltkrieg steht auf der Denkmalliste der Stadt.Burggymnasium in der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 875 kB), zuletzt gesichtet am 5. August 2011

Besonderheiten der Schule Musik Musikklasse in Klasse 5 und 6 in Kooperation mit der Folkwangmusikschule Essen Vororchester Burgorchester Juniorband BurgBigBand

Theater Theater-AG mit Beginn der Klasse 7 Darstellendes Spiel als Wahlpflichtfach in den Klassen 9 und 10 regelmäßige unterrichtsbegleitende Teilnahme am Projekt „Grillo macht Schule“ des Stadttheaters Literaturkurse in der Qualifikationsphase I

Sprachangebot Latein ab Klasse 5 (parallel zu Englisch einsetzende Fremdsprache) Englisch intensiv (in den Klassen 5 und 6 jeweils zwei zusätzliche Unterrichtsstunden) Englisch bilingual ab Klasse 7 (Biologie oder eine Gesellschaftswissenschaft bilingual) Französisch oder Latein als zweite bzw. dritte Fremdsprache ab Klasse 7 Spanisch ab Klasse 8 oder Klasse 10 (Oberstufe) als dritte bzw. vierte Fremdsprache Chinesisch AG

Herbstakademie Hierbei handelt es sich um ein Projekt für die Jahrgangsstufe 11, das jeweils zu Beginn des ersten Schulhalbjahres durchgeführt wird. Das Programm beinhaltet neben Einführungen in das Leben an der Universität und Übungen für Bewerbungen und Einstellungsgespräche, einem Rhetorik-Kurs und einem Benimm-Training, auch Konzentrationstraining sowie Entspannungsübungen bis hin zum Tanzkurs. Die Betreuung der Kurse erfolgt durch externe Dozenten aus den entsprechenden Fachbereichen.

Kooperationen Als erste Schule der Stadt hat das Burggymnasium im Jahr 2012 einen Kooperationsvertrag mit der Stadtbibliothek Essen geschlossen, um eine gezielte Leseförderung sicherzustellen. Eine Bildungspartnerschaft verbindet das Gymnasium mit dem Haus der Essener Geschichte, dem Archiv der Stadt Essen.

Seit 2014 hat das Burggymnasium auch eine Kooperation mit der „Cao Yang No. 2 High School“ aus Shanghai. Dazu hat die Schule eine Kooperation mit dem Konfuzius-Institut an der Universität Duisburg-Essen.

Funky-Zeitungsprojekt Das Burggymnasium nimmt regelmäßig am Zeitungsprojekt „Funky“ der Funke-Mediengruppe teil. Im Rahmen des zirka siebenwöchigen Projekts erhalten die Schüler der Stufe 8 die Tageszeitung als E-Paper, lesen und besprechen sie im Unterricht. Zudem erstellen sie selbst Artikel, die online veröffentlicht werden können.

Förderverein Im Förderverein des Burggymnasiums engagieren sich Eltern und ehemalige Schüler finanziell und organisatorisch und ermöglichen so, das diverse Sozialgefüge und bestehende Ungleichheiten abzufedern. Neben der Entlastung des Kollegiums und der Finanzierung sozialer Aktivitäten sollen interessierte und begabte Schüler unabhängig von ihrem Elternhaus mit den erforderlichen Ressourcen zur Ausbildung ihrer Talente ausgestattet werden.https://www.burggymnasium.de/ueber-uns/menschen/foerderverein/

Direktoren 1719–1774: Johann Heinrich Zopf 1824–1829: Anton Jacob Paulssen 1831–1845: Johann Savels 1845–1852: Friedrich Wilhelm Wilberg 1856–1868: Theodor Tophoff 1868–1876: Hermann Probst 1876–1879: Edmund Vogt 1880–1884: Robert Pilger 1884–1894: Leopold Contzen 1895–1909: Reinhold Biese 1910–1916: Max Siebourg 1917–1921: Paul Brandt 1921–1926: Fritz Grimme –1957: Robert Müller 1957–1969: Hans Tümmler 1969–1993: Wolfgang Zerwes Klaus Klopschinski Petra Schnell-Klöppel seit Dezember 2020: Simone Reuen

Ehemalige Lehrer Anton Kardinal Fischer (1840–1912), Religionslehrer 1864–1889 Joseph Prill (1852–1935), Religionslehrer 1889–1918 Ludwig Riemann (1863–1927), Musiklehrer 1889–1921 Konrad Ribbeck (1861–1929), Oberlehrer 1888–1927 und seit 1893 nebenamtlicher Archivar der Stadt Essen

Ehemalige Schüler Geboren bis 1850 Johann Julius Hecker (1707–1768), Reformpädagoge, Schüler der Essener Stadtschule Andreas Petrus Hecker (1709–1771), Reformpädagoge, Schüler der Essener Stadtschule Friedrich Krupp (1787–1826), Gründer der Krupp-Gussstahlfabrik und des daraus hervorgegangenen Unternehmens Friedrich Krupp AG Moses Hirschland (1810–1888), Mediziner, erster Abiturient jüdischen Glaubens Alfred Krupp (1812–1887), Erfinder und Großindustrieller Karl Maynz (1812–1882), Jurist und belgischer Politiker Hermann Krupp (1814–1879), österreichischer Unternehmer Friedrich Gallenkamp (1818–1890), Reichsgerichtsrat und Richter am Reichsoberhandelsgericht Berlin Carl Schorn (1818–1900), Jurist Wilhelm Feldhaus (1821–1886), Jesuit und Gründer des Deutschen Volksblattes in Brasilien Friedrich Hammacher (1824–1904), Reichstagsabgeordneter und Wirtschaftsführer Wilhelm Lindemann (1828–1879), Literaturhistoriker, Pfarrer und Politiker (Zentrum) Carl Julius Schulz (1828–1886), Gründer des Puddlings- und Blechwalzwerks Schulz, Knaudt & Cie., Handelskammerpräsident Friedrich Ludger Kleinheidt (1830–1894), Theologe, 1886–94 Generalvikar des Erzbischofs von Köln August Lehmkuhl (1834–1918), Moraltheologe, Schriftsteller und Sozialpolitiker Carl Humann (1839–1896), Ingenieur, Architekt und Klassischer Archäologe (Pergamonaltar) Ernst Péan (1840–1911), Bürgermeister der Bürgermeisterei Altenessen Alexander Schnütgen (1843–1918), Theologe und Kunstsammler Franz Nekes (1844–1914), Kirchenmusiker Friedrich Wilhelm Feldmann (1846–1911), Bauunternehmer, Bürgermeister von Wilhelmshaven, Oberbürgermeister und Ehrenbürger von Saarbrücken Wilhelm Effmann (1847–1917), Architekt und Bauhistoriker Franz Arens (1849–1920), Kommunalpolitiker und Geschichtsforscher Karl Budde (1850–1935), evangelischer Theologe

Geboren zwischen 1851 und 1900 Friedrich Christoph Pelizaeus (1851–1942), Neurologe Friedrich Alfred Krupp (1854–1902), Industrieller Willem Gevers (1856–1927), niederl. Diplomat Oskar Witzel (1856–1925), Chirurg und Hochschullehrer Julius von Waldthausen (1858–1935), Diplomat Philipp Veltman (1859–1916), Beigeordneter in Essen und Oberbürgermeister von Aachen Emil Sehling (1860–1928), Jurist und Kirchenrechtler Victor Niemeyer (1863–1949), Justizrat und Publizist Eugen Kirschbaum (1864–1915), Bürgermeister in Bremerhaven Salomon Heinemann (1865–1938), Jurist und Justizrat Carl Hagemann (1867–1940), Chemiker und Kunstmäzen Johannes Bell (1868–1949), Politiker Franz Kampers (1868–1929), Historiker Adolf Kempkes (1871–1931), Politiker Karl Joseph Schulte (1871–1941), Kardinal und Erzbischof zu Köln Heinrich Goldkuhle (1872–1932), Jurist, Verwaltungsbeamter und Politiker Ernst Gosebruch (1872–1953), Direktor des Folkwangmuseums Otto Schlüter (1872–1959), Geograph Ernst Eichhoff (1873–1941), Oberbürgermeister von Dortmund Wilhelm von Waldthausen (1873–1946), Jurist und Politiker Hermann-Josef Schulte-Pelkum (1874–1945), Direktor des Franz-Sales-Hauses in Essen Peter Paul Gilles (1875–1950?), Architekt und Bildhauer Aloys Wittrup (1877–1961), katholischer Priester, Pädagoge und päpstlicher Geheimkämmerer Karl Klüpfel (1878–1962), Konteradmiral der Reichsmarine Franz Herbert Hirschland (1880–1973), Elektrochemiker, Präsident der Metal Thermit Corporation in New York Philipp Witkop (1880–1942), Literaturwissenschaftler